Sonnenuntergang am Grand Canyon …

Heute geht es von Kingman über die Route 66 und die Interstate 40 zum Grand Canyon.

Der erste Teil der Strecke führt über einen historischen Abschnitt der Route 66. Die ersten 30 Meilen sind relativ unspektakulär und sehr einsam. Kaum ein Auto kommt einem entgegen, nur die Güterzüge fahren an der Straße entlang. Die Waggons zu zählen wird nach dem ersten Mal uninteressant, weil es immer um die 80 sind, die von 3 – 4 Loks gleichzeitig gezogen werden. Die Route 66 beschreibt von Kingman ausgehend einen Bogen, der über Peach Springs nach Seligman führt. In Peach Springs hätte man die Möglichkeit, zum Grand Canyon Skywalk abzubiegen.

Seligman selbst, ist ein kleiner, verschlafener Ort in dem die Zeit still zu stehen scheint. „Cars“ und „Radiator Springs“ werden lebendig, und man hat das Gefühl das jeden Moment McQueen oder der Doc um die Ecke fahren könnten. Die Frage ist, stellt man sich die Route 66 so vor, oder ist es das, was uns die Souvenierläden suggerieren sollen/wollen, dass das Flair der „Mother Road“ ist. Egal… mir kommt es richtig vor und auch die Läden mit ihren Dekorationen von sehr alten Chevys, Buicks, Edsels und ausgefallenen Puppen lassen die Mitte des letzten Jahrhunderts richtig erscheinen. Nostalgie pur, die in Form von Andenken und Bildern konserviert wird. „Life is a highway“-summend, die Gemütlichkeit hinter mir lassend, geht es wieder auf die Interstate 40, wo das fahren langweiliger ist, aber man immerhin auf 75 mph aufdrehen kann. „Speed…. ich bin Speed“.

Bis dahin sieht die Gegend immer noch nach Steppen-Wüste aus, unterwegs seh ich mehrere kleine Windhosen aus rotem Sand, eine überquert direkt von mir die Straße. Je höher man kommt, je man sich dem Grand Canyon nähern, desto mehr ändert sich die Vegetation vom gelben Gestrüpp zu grünen Gebüschen und dann zu Nadelbäumen.

Den ganzen Tag herrschen Temperaturen über 30 Grad, es ist eine deutliche Abkühlung im Vergleich zu gestern dennoch, ist es für einen Abstieg und erst recht für einen Aufstieg zu warm, so dass ich auf eine Wanderung zum Grund des Canyons verzichte. Einen Permitt hätte ich ja gehabt, aber man muss sich nicht jeder Anstrengung hingeben. Stattdessen …. eine Wanderung am Rand des Canyons lässt die eigentlich Weite des Canyons nur erahnen und man ist so von der Aussicht überwältigt, dass die Vorstellung diesen Eindruck zu toppen zu können, eigentlich unmöglich erscheint.

Hat Seligman für „Cars“ Pate gestanden, müssen die Squirrls die hier überall rumlaufen, für Scratch aus „Ice Age“ Pate gestanden haben. Putzige Gesellen, können Massen an Nüssen in den Backentaschen bunkern. Leben aber auch gefährlich, wie man am Abend gesehen hat, als zwei Krähen einen Squirrl verspeisst haben. Arme Sau. Hoffentlich war das nicht der mit den Nüssen.

Das Panorama des Grand Canyons ist so überwältigend und unglaublich, dass man das nicht wirklich in Worte fassen kann. Mit der Bewegung der Sonne (na ja … eigentlich der Erde) wechseln die Farben und Formen der Felswände im Canyon. Traumhaft schön! Die Ausmaße dieser Schlucht sind so gewaltig, dass das menschliche Auge sie überhaupt nicht wahrnehmen kann, zumindest meins nicht. Die Angaben auf den Informationstafeln erscheinen irgendwie unglaubhaft. So sollen es zum North Rim 20 Meilen sein. Geschätzt hätte ich 5 oder 6. Die Sicht ist leider durch „Haze“ getrübt, und auch der Colorado ist nur an zwei Stellen sichtbar, aber morgen ist ein anderer Aussichtspunkt geplant, und dort ist wenigstens der Colorado besser zu sehen.

Zum Abschluss des Tages geht’s in das IMAX in Tusayan. Dort angekündigt läuft der angeblich meistgesehenste IMAX Film der Welt. Klar… was will man hier auch schon groß machen, ausser ins Kino gehen? Der Film soll angeblich spektakuläre Bilder vom Grand Canyon zeigen und wirbt mit diversen Slogans. Will jetzt nicht sagen …. „drauf reingefallen“, aber so’n bisschen mehr Info über den Canyon hätte ich mir schon erwartet. War technisch gut, aber eben doch typisch amerikanisch und eigentlich nicht weiter erwähnenswert, wäre nicht die ultrakühle Klimaanlage gewesen. (Und ausserdem kann so’n Blog ja auch mal nen bisschen Text gebrauchen.)

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