Arches …

Wie gestern schon angekündigt, steht heute der Arches National Park auf dem Plan.

Ihr ahnt es  bestimmt schon: es sind wieder Felsen in allen möglichen Formen vorhanden, aber die Besonderheiten einiger dieser Felsen besteht darin, dass sie alle die Form einer Arche … eines Bogens haben. Die Entstehung dieser Bögen führt auf den salzigen Untergrund zurück, der dem Druck der Gesteine nicht standhält, und die Entstehung solcher Archen fördert. Insgesamt sind so gut 20 solcher Bögen auf der Karte verzeichnet. Einige werden erst zu solchen, viele sind sicherlich nicht mehr als solche zu erkennen, einige werden die nächsten Jahre nicht „überleben“.

Ich habe heute den ganzen Tag für diesen Park eingeplant, also beginnt die Tour in aller Ruhe zuerst mit dem Auto. Halte an einigen Aussichtspunkten, um Fotos zu machen. Gleich am ersten Aussichtspunkt sind einige Japaner am Posieren, es sind vielleicht 4-5 Leute, es herrscht ein Gegacker wie im Hühnerstall, und dazu ein ununterbrochenes Knipsen der Kamera.

Am „Balanced Rock“ …  wieder Pech, aber diesmal ist es eine Schar von Rentnern, die den ganzen Parkplatz mit den Autos vollgestellt haben, und an der Seitenstraße eine Pause einlegen oder picknicken oder was auch immer, also weiter. Der Besucherandrang heute ist sehr viel höher als in den letzten Tagen, schade, es hätte so weitergehen können.

Die erste kleine Wanderung (2 km) unternehme ich zu der „Windows Section“, zwei Archen nebeneinander, wie zwei Fenster zu einer anderen Welt vielleicht. Auf dem Rückweg schau ich mir noch die „Double Arch“ an. Der nächste Weg führt zu der „Sand Dune Arch“ und „Broken Arch“. Die erste steht auf dem sandigen Untergrund, der Sand könnte aus der Karibik stammen, so fein ist der, nur musste hier gelbe Farbe beigemischt worden sein. Und der Sand klebt wunderbar auf allen möglichen Hautstellen.

Die Temperaturen heute sind nicht anders als gestern (es wird langsam langweilig), es sind ca. 30 Grad und pralle Sonne. Schatten gibt es hier fast nirgendwo, aber heute bin ich wieder schlauer und hab viel Wasser im Rucksack.

Die „Landscape Arch“ – ein beliebtes Motiv, ist die nächste auf dem Weg. Gut 3 km beträgt der Weg in beide Richtungen, eigentlich noch relativ einfach zu laufen, mit einer leichten Steigung. Diese Arche wird nicht mehr lange machen. Nachdem im Jahre 1991 ein gewaltiges Stück abgebrochen und runtergekommen ist, sind die Besucher durch eine Abgrenzung mittlerweile „geschützt“, und man darf nicht mehr unter der Arche herlaufen, was bis vor Jahren noch möglich war. Unter diese Arche möchte ich mich auch nicht stellen, denn an einer Stelle ist sie verdächtig dünn. Der Weg weiter zur „Double-O-Arch“ fällt der Wanderung zur „Delicate Arch“ wegen in den Sand.

Als Krönung will ich unbedingt zur „Delicate Arch“. Wohl die berühmteste und die schönste in diesem Park. Der Weg hat’s aber auch in sich – auf 2,5 km Länge muss eine Höhendifferenz von 200 m überwunden werden. Das ganze bei 30 Grad im Schatten … nur leider gibt’s keinen Schatten auf dem Weg, und dann das ganze auf 1500 m Höhe. Die Sonne brennt auf der Haut, es ist kein Stück Schatten oder Wind vorhanden. 1 Stunde lang laufe ich stetig in die Höhe, teilweise über glatte Felsen oder hellen Sand, die die Sonne noch mehr reflektieren. Das ganze mit voller Fotoasurüstung. Stativ, Mengen an Wasser und mich selbst ziehe ich den Berg hoch. Unterwegs sehe ich Familien die mit Kindern unterwegs sind, ein Paar hat sogar ein Säugling mit, wie wahnsinnig muss man sein, denke ich mir. Der Weg ist für einen Erwachsenen schon sehr anstrengend. Bekloppt.

Aber oben angekommen, entschädigt der Anblick die ganzen Strapazen. Klasse. Eine einsame, 14 m hohe Arche, wie auf dem Boden festgeklebt, denn es grenzt an Unmöglichkeit, dass diese Steine auf solch einem geneigten Untergrund noch stehen bleiben können. Ein Hauch, ein kleiner Windstoß reicht aus um sie zum Einsturz zu bringen, so scheint es. Majestätisch widersteht sie allen Kräften der Natur. Beeindruckend.

Hier bleib ich länger und genieße diesen Anblick und die Ruhe, leider nicht lange genug, denn es kommen weitere Japaner. Nicht mehr 4 oder 5, es kommt ein ganzer Bus. Ans Fotografieren ist jetzt nicht mehr zu denken, glücklicherweise war ich lange genug vorher da, und habe genug Bildmaterial, aber die Geräuschkulisse toppt alles. Sie verteilen sich wie die Ameisen über den Felsen und gackern durcheinander. Total lustig. Und das Beste: Sie sind schon top gekleidet, aber vielleicht doch zu schick für diesen Aufstieg. Kommen sie etwa von einem Theater Besuch auf direktem Wege hierher? Männer haben Bundfaltenhose an, perfekt gebügelt. Haben sie im Bus etwa die ganze Zeit gestanden, frage ich mich? Polo-Shirt oder ein weisses Hemd und Lederschuhe an. Also nichts mit Turnschuhen und weissen Socken. Frauen tragen auch helle Stoffhosen und geblümte Blüschen dazu. Göttlich dieser Anblick. Es ist echt der Hit. Und jeder von den 50 Japanern hat natürlich eine Kamera und ein Handy mit, die sie abwechselnd vor die Augen halten.

Der Abstieg dauert zwar auch um die 45 min, aber es ist nicht mehr so heiß.

Unten am Auto spüre ich die ersten Schmerzen in den Waden und im Nacken, lecker Sonnenbrand. Glücklicherweise steht  morgen keine Wanderungen an, werde die meiste Zeit wohl im Auto verbringen, so dass die Muskeln sich hoffentlich etwas erholen können.

Der letzte Stop gilt dem „Balanced Rock“ … aufeinander gestapelte Steine, so um die 15 Meter hoch. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber es funktioniert.

Der letzte Blick gilt den La Sal Mountains, eine Bergkette mit Schneespitzen auch im Sommer, die bei guter Sicht aus dem Park gut zu sehen ist. Leider ist die Sicht heute wieder diesig, gestern waren die Schneespitzen noch deutlich zu sehen.

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