Sin City

In der Glitzerwelt von Las Vegas gibt es leider kein freies Internet. Nirgendwo ist ein HotSpot zu finden und selbst Stabucks kapselt seine Kunden ab. Im Hotel gibt es ebenso kein freies WLAN. Jedes popelige Days Inn hat einen freien WiFi Zugang, hier möchte man noch 20$ / Tag für iNet haben. Tz. Deswegen … Las Vegas als komprimierter Bericht … danach.

Der  erste Tag begann mit einer Shopping Tour in einem der Outlet Center von Las Vegas, leider nicht nur bei mir. Heute ist ein Feiertag in USA (Labor Day – Tag der Arbeit). Ganz Las Vegas und  Umgebung ist heute ebenfalls am Shoppen. Hier ist richtig was los. Man findet kaum einen Parkplatz und eher lustlos zieht man durch die Geschäfte und das Gedränge. Bei Aussentemperaturen um die 40 Grad vergeht einem die Kauflust. Also doch besser an den Hotelpool und mal etwas auspannen.

Am späten Nachmittag, die Sonne prallt nicht mehr so auf den Kopf, geht’s auf den Strip, DIE Straße hier in Las Vegas. Angefangen vom Mandalay Bay kurz hinter dem Luxor, bis hin zu Stratosphere Tower ist das eigentliche Las Vegas zu bestaunen. Ist ähnlich wie New York: Wenn „wir“ von New York reden, meinen „wir“ oftmals nur Manhattan, wo NY soviel mehr zu bieten hat. Wenn „wir“ von Las Vegas reden, meinen „wir“ eben nur diese gut 3 Meilen lange Straße. Mit dem Unterschied, Las Vegas hat nur diese Straße zu bieten.

Die Stadt ist eigentlich ein Wunder der Natur, entstand um eine Oase in den 30-ern, als der Hoover Dam gebaut worden ist. Gleichzeitig mit dem Bau des Damms wurde auch das Glücksspielverbot in Nevada aufgehoben, so strömten Scharen von Arbeitskräften in die Region, was zur Folge hatte, dass in nur kürzester Zeit aus einem kleinen Städtchen eine Stadt von einer beachtlich Größe wurde. Nicht zuletzt hat auch Elvis Ende der 60-er Jahre zur Popularität dieser Stadt beigetragen. Das schnelle Wachstum der Stadt merkt man auch heute noch. Die Stadt ist nicht von Anfang an geplant worden, sondern nach und nach immer erweitert worden, so ist es auch unüblich, dass mitten in einer Stadt ein internationaler Flughafen ist. Hier landen minütlich riesige Maschinen, Tag und Nacht, auch wenn der Anflug und der Start nicht direkt über dem Strip führt. Auch viele Hotels sind erst nach und nach zu der heutigen Größe ausgebaut worden, so sieht man bei vielen, irgendwelche Gebäude, die gar nicht in das ganze Bild passen. Und die Stadt wächst weiterhin, ein neuer riesiger Komplex entsteht gerade in diesen Tagen. Mittlerweile ist die Anzahl der Hotelzimmer auf über 140.000 gewachsen, und das ist nicht das Ende, denn bei einer Besucheranzahl von 40 Mio. im Jahr ist es definitiv zu eng. Wobei die meisten Besucher von Oktober bis Mai hier anzutreffen sind. Absolute Peaks sind Weihnachten und Ostern. Kein Wunder, dass alle Hotels am Strip auch in der Liste der größten Hotels der Welt vorhanden sind. Das Venetian Resort Hotel mit dem dazugehörigen Palazzo führt diese Liste an, mit mehr als 7.000 Zimmern. Alleine der Bau kostete über 1,6 Milliarden US-Dollar.

Neben den Kasinos ist die Stadt für die unkomplizierte Heiratsurkunde bekannt. Fast in jedem Hotel ist eine Kapelle vorhanden, wo man zu den Öffnungszeiten den Bund der Ehe schließen kann. Ein Trauzeuge wird bei Bedarf mitgeliefert – einer genügt, der Pfarrer gilt zur Not als der erste Zeuge. Gerade gestern liefen jede Menge Wedding Planer rum, mit zukünftigen Brautpaaren, und haben Vorbereitungen für den 9.9.2009 getroffen. Lustig.

Auch wenn in der Stadt vieles dafür getan wurde um den Ruf als „Sin City“ loszuwerden, wird abends massenhaft Werbung für Prostituierte gemacht. Die Straßen sind mit Kärtchen gepflastert, auf denen leichtbekleidete Damen abgebildet sind, und ihre Begleitdienste anbieten. Alle 5 Meter stehen Männer UND Frauen mit einem Kartenstapel in der Hand und versuchen sehr penetrant sie an jeden weiterzugeben. Diese Damen können in 20 min. oder weniger an Ort und Stelle sein, wenn man sie anruft. Mit Kreditkarte kann auch gezahlt werden. Technisch ausgerüstet sind sie ja.

Nichtsdestotrotz ist die Stadt einen Besuch wert, alleine schon wegen der Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm (immerhin in 50%-er Ausführung) und dem Triumphbogen, welcher dem Original optisch schon sehr nahe kommt. Dafür muss man als Amerikaner nicht unbedingt nach Europa reisen, sondern man reist nach Las Vegas und sieht alle europäischen Sehenswürdigkeiten auf weniger als 5 km. Cool.

Hier mal ein paar Eindrücke der Hotels:

Im MGM Grand gibt es z.B. ein Löwen Habitat, na ja nicht der Rede wert: In einem Glaskäfig auf einem Felsen liegen zwei Löwen und pennen. Ist doch klar, würde ich auch tun an ihrer Stelle, außerdem finde ich das eine ganz schöne Tierquälerei.

Das New York-New York ist von außen ganz nett anzusehen, hat eine Freiheitsstatue und die Brooklyn Bridge als Fassade, das besondere an diesem Hotel ist die Achterbahn die rundherum um das Hotel führt und mehrere Loopings hat.

Das Venetian, ist, ihr ahnt es schon, präsentiert sich ganz im Stil der Lagunenstadt bei uns in Europa. Vor dem Hotel gibt es einen riesigen Pool auf dem Gondeln fahren. Das Äußere des Hotels ist dem Markusplatz nachempfunden. Wer schon mal in Venedig war kann sich das sicher vorstellen, nur die roten Säulen am Dogenpalast fehlen, und die beiden Säulen mit den Löwen markieren den Eingang zum Hotel. Eigentlich ein Unding, denn die Venezianer meiden es, zwischen den Säulen durchzugehen. Dort wurden früher die zum Tode verurteilten erhängt, deshalb gilt es als schlechtes Omen, na ja, weiss ja vielleicht nicht jeder, hätten sie mich vorher gefragt.

Das Caesars Palace, auch unschwer zu erraten, ganz das alte Rom, mit Forum Romanum, Colloseum und dem Trevi-Brunnen. Ganz nett, aber das Original ist wesentlich schöner, dort fühlt man die Geschichte, finde ich. Aber das ist ja auch nicht das Ziel hier in Las Vegas. Dafür hat das Hotel etwas anderes spektakuläres, eine gewundene Rolltreppe, die muss man einfach fahren, cool. Am Brunnen im Hotel(!), findet eine Neptunshow statt, etwas für die Kinder finde ich, aber die Elemente aus Licht, Wasser und Feuer, sind doch ganz nett gemacht. Dieser Brunnen ist von einem riesigen Aquarium umschlossen.

Am The Mirage findet stündlich ein Vulkanausbruch statt. Das ist wirklich toll gemacht, Lava fließt den Steinberg herunter, echtes Feuer wird gespuckt, Nebel steigt auf und das ganze mit Ton aus den Lautsprechern begleitet, wirklich sehenswert.

Treasure Island bietet eine Sirenen-und-Piraten Show. Ebenfalls mit ganz netten Elementen: Es wird gesungen und getanzt, aus Kanonen geschossen, Piraten springen ins Wasser, ein Schiff geht unter. Das ganze ist in eine nette Geschichte gefasst und lässt sich gut anschauen. Man sollte nur schon ne halbe Stunde vor Beginn der Show da sein, sonst sieht man nichts mehr.

Im Palazzo sind lebende Statuen anzutreffen. Im Flamingo ist ein kleines Paradies errichtet worden, eine Parkanlage abseits der Straße, mit exotischen Bewohnern wie Flamingos, Koi-Karpfen von beachtlicher Größe, schwarze Schwäne und viele andere Vogel- und Entenarten, die ich mir nicht aufgeschrieben habe.

Das Bellagio bekannt aus „Ocean’s Eleven“ toppt aber alle, von mir aufgezählten. Von außen wenig spektakulär, und auf den ersten Blick sogar enttäuschend, denn aus den Filmen und von den Fotos vermutet man das pompöser. Das absolute Highlight und Topp: Vor dem Hotel ist ein riesiger Teich, bestimmt 150 – 200 Meter breit, dort finden alle halbe Stunde Wasserspiele statt da bleibt Dir der Mund offen. Gänsehaut-feeling. Ehrlich ich hatte welche. Im Inneren des Hotels befindet sich ein Wintergarten mit ca. 400 verschiedenen Arten an Blumen und Pflanzen. Traumhaft. Es blüht alles, alles wird angestrahlt, eine Augenweide.

Soweit zu den Hotels, in die man ohne weiteres hineinkommt und die man sich auch ohne Problem von innen anschauen kann. Selbst in die angeschlossenen Casinos kommt man ohne Probleme rein. Las Vegas kann man sozusagen auch als rieseigen, zusammenhängenden Frezeitpark für Erwachsene ansehen. Nur auf die Dauer etwas teuer.

Nach dem fest eingeplanten Nachtshooting erfolgt dann natürlich auch der obligatorische Besuch in einem Casino. Nix mit Krawatte oder Abendanzug und/oder Kleid. Ganz locker, mit kurzer Hose und T-Shirt kannst, darfst und sollst Du da auch spielen. Und wenn Du länger als 10 Minuten irgendwo stehst und Dein Geld versenkst, sind sogar die Getränke umsonst. Das mal Dienstleistung. Allerdings sind die Millionen nicht gewonnen wurden, obwohl ich an einem Einarmigen-Banditen einen super Lauf hatte. Hmmm… vielleicht hätte ich doch nicht nur an den 1-Cent-Automaten spielen sollen? Spaß gemacht hat es allemal, aber es war doch spassiger zuzusehen, wie Möchte-Gern-Reiche mal eben ein paar hundert Dollar auf eine Zahl beim Roulett setzen, um dann zu sehen, das doch die 12 anstatt der 6 kommt. Tja… hätten die mal in der Schule aufgepasst, dann würden sie die Chancen beim Roulett kennen. Ich hatte jedenfalls nach und nach ein System ausgetüftlet, wie man den Einarmigen-Banditen bedienen „muss“, um immer etwas zu gewinnen. Leider ist nachher die Zeit ausgegangen, sonst wär das Casino jetzt arm. Bestimmt.

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