Unterwasser Fotos

Nach einer kurzen Nacht, muss ich leider heute schon früh weiter, denn heute steht die längste Tagesetappe auf dem Programm. Von Las Vegas durch das Death Valley bis hinauf nach Bishop oder noch ein Stück weiter.

Nach ca. 2 Stunden Autofahrt, erreicht man den Death Valley National Park. Das „Tal des Todes“ erstreckt sich über den Boden eines ausgetrockneten Salzsees und gilt als der flächenmässig größte National Park der USA. Auch der tiefste Punkt der USA (aber bei weitem nicht weltweit) befindet sich genau hier, auf einer Höhe (oder Tiefe?) von 86 Metern unter NN. Immerhin darf dieser Park zu den trockensten der Erde gezählt werden. Hier wächst nichts, weit und breit keine Vegetation oder Tierwelt, ausser „angedrohten“ Klapperschlangen, aber denen war es wohl auch zu heiss. Dafür gibt es hier, oder gab es hier, ein großes Vorkommen an Gold und Silber. Mehr als 6000 Minen befinden sich hier in dieser Gegend. Leider sehe ich vom Gold genauso wenig wie von der angeblichen Tierwelt. Nicht umsonst trägt dieses Tal wohl seinen Namen.

Ein Auszug aus Wikipedia:

Das Tal erhielt seinen Namen, nachdem 1849 zwei Gruppen von Reisenden mit insgesamt vielleicht 100 Wagen eine Abkürzung des Old Spanish Trail suchten und dabei in das Tal gerieten. Nachdem sie wochenlang keinen Ausweg aus dem Tal gefunden hatten und bereits gezwungen waren, mehrere ihrer Ochsen zu verspeisen (wobei sie das Holz ihrer Wagen als Brennholz verwendeten), ließen sie ihre restlichen Wagen zurück und verließen das Tal über den Wingate Pass. Dabei drehte sich eine der Frauen aus der Gruppe um und rief dem Tal ein „Goodbye, Death Valley“ hinterher. Trotz einer weitverbreiteten Legende kam niemand aus der Gruppe bei der Taldurchquerung um (bis auf einen Greis namens Culverwell, der schon beim Betreten des Tales sterbensmatt gewesen war). Legenden, wonach der Großteil der Reisegruppe verdurstete, werden vor allem vom Volksmund und von der Tourismusbranche verbreitet.

Das Tal ist von mehreren Gebirgen umschlossen, an denen alle Wolken hängenbleiben und sich abregnen. Dadurch gelangt kaum Wasser in das Tal. Der höchste Berg ist der Telescope Peak mit 3366m, welchen ich im sandigen Dunst schleierhaft erkennen kann.

Ich unternehme eine etwas längere Wanderung durch den Golden Canyon welcher, sehr reich an Farben und Formen, bestens als Fotomotiv geeignet ist. 2 weitere Fotostops müssen ebenfalls sein, einer auf den Sanddünen, wo der Sand so fein wie der Quarz Sand ist, und heiß wie eine eingeschaltete Herdplatte ist. Der zweite gilt dem Salt Creek, genau dort, wo der ehemalige See den tiefsten Punkt hatte und der Boden strahlend weiß ist. Echtes Salz, ich hab es probiert. Hier entstehen auch die Unterwasser Fotos, bin ja immerhin 86m unter „Sea Level“. Natürlich darf ein Stopp am berühmten Zabriskie Point nicht fehlen.

Mehr Laufmeilen sind heute nicht drin, denn bei dieser Hitze kondensiert sogar die heiße Luft auf der Haut. Ehrlich, soetwas hab ich noch nie erlebt, in nur Bruchteilen von Sekunden ist die Haut breitflächig mit Feuchtigkeit überzeugen. An diesen Stellen besitzt man doch gar keine Schweißdrüsen. (?) Es muss Kondenswasser sein. Ihr kennt doch alle das Phänomen mit der Bierflasche aus dem Kühlschrank die sofort bei Zimmertemperatur beschlägt, genau das gleiche passiert hier mit Dir, in diesem Falle ist mein Körper die Bierflasche.

Wenn ich den Joshua Tree NP als „Hölle“ bezeichnet habe, ist es heute definitiv eine Steigerung davon, also vergleichbar dann mit dem Fegefeuer in der Hölle. Dazu weht ein leichter, aber unbeschreiblich heißer Wind, der das Empfinden der Hitze nur noch verstärkt. Hier wurde im Jahre 1913 eine max. Temperatur von 57 Grad gemessen, heute sind es weit über 40 Grad, und durch den heissen Wind steigt die gefühlte Temperatur auf geschätzte 50 Grand an.

Bin aber nicht der einzige hier, die das Wüstenfeeling erleben möchten. Eine Gruppe von 4 Franzosen ist ganz abgebrüht, laufen die Strecke durch den Canyon mit Flip-Flops an den Füßen, der Weg ist ziemlich steinig und vor allem lose und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Gummi unter den Füßen genügend Halt bietet. Außerdem laufen sie alle 4 Oberkörperfrei, Frauen haben einen Bikini-Oberteil an, und Männer haben nichts, ausser einer Badehose und den besagten Flip-Flops an. Extrem. Später sehe ich welche, die ebenfalls mit Flip-Flops auf den höllisch heißen Sanddünen unterwegs sind. Die müssen Verbrennungen davon getragen haben, denn geschmolzenes Gummi an der Haut kann ziemlich böse ausgehen.

Neben den komischen Franzosen sind hier noch wahnsinnigere Motorradfahrer in voller Montur unterwegs, die beneide ich heute um kein Stück. Die Armen. Die werden doch in dieser Lederkluft lebendig gekocht. Warum tut man sich das an?

Heute flimmert die Luft nicht nur kurz über dem Asphalt, nein sie flimmert mind. auf 3 Meter Höhe, leider ist dieses Flimmer kaum mit der Kamera aufzunehmen, eine Fata Morgana wäre schöner gewesen

Dafür ist der Weg durch den Park echt ein Erlebnis, gleicht einer Achterbahn vom feinsten, mein Magen hat sich heute mehrmals umgedreht, hatte aber mega Spaß dabei. Diese DIP’s sind auch nur „eingebaut“, damit man die ausgeschaltete Klimaanlage mal eben vergisst. Diese DIP’s sind super spassig zu fahren und ähneln wirklich einer Achterbahnfahrt, ein ständiges Auf und Ab. Die Klimaanlage sollte man wirklich besser ausmachen, das es auf ca. 16 Meilen von -10 Meter auf über 1200 Meter hochgeht. Der Ford tourt ständig auf 4501 Umdrehungen, meistert diese Tortur aber perfekt. Nach gut 20 Minuten merkt man dann erstmal, wie gut so eine Klimaanlage im Auto tut, wenn man sie wieder anmachen kann. Interessant ist noch, das die Temepartur bei der Ausfahrt aus dem Valley um gut 1 Grad pro 100 Höhenmeter sinkt.

Der restlichen Meilen bis nach Bishop führen am Hochplateau der Sierra Nevada vorbei. Eine Wohltat für die Augen nach der gleissenden Helligkeit im Death Valley. Auch die Landschaft wird wieder grüner. Auf der linken Seite „blockiert“ leider die Sierra Nevada den Zugang zum Sequia NP und dem Kings Canyon NP. Sonst hätte ich noch einen Abstecher dort hin gemacht. Zur Erläuterung…. dort wachsen diesen hohen und sehr breiten Redwood-Bäume. Durchmesser von 13 und mehr Metern am Boden sind keine Seltenheit, dabei können die Bäume bis zu 60 Meter hoch werden. Die beiden NP’s sehe ich also nicht, aber so hat man immerhin einen Grund, nochmal wieder zu kommen.

Bishop erweist sich als kleine, typische amerikanische Kleinstadt, mit grade mal 4700 Einwohnern. Was überrascht, es ist ein ausgesprochenes Wintersportgebiet. Und das in Californien. Allerdings und zum Glück … nicht um die jetztige Jahreszeit.

Morgen geht es nach Bodie und in den Yosemite NP. Mal sehen, ob mir (endlich mal) ein Bär über den Weg läuft.

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