„Whale Watching“

Die Web-Cam an der Golden Gate Bridge verspricht heute Morgen leider nicht viel Gutes. Die Brücke liegt mal wieder größtenteils im Nebel. Also auf direktem Wege über San Jose weiter nach Süden, in der Hoffnung, dass die südliche Küste ein freundlicheres Wetter parat hält.

Bereits kurze Zeit später scheint wieder die Sonne und der Himmel strahlt. Unglaublich wie schnell sich die Wetterverhältnisse hier an der Küste ändern.

Über San Jose, wo ich nen Stopp in einem Outlet Center einlege, geht es am Nachmittag weiter Richtung Küste, Richtung Santa Cruz. Je näher ich an die Küste komme, desto dichter wird schon wieder der Nebel, und ich bin noch lange nicht an der Küste. Ich entscheide mich also kurzerhand gar nicht nach Santa Cruz zu fahren, sondern die Strecke um ca. eine gute Stunde abzukürzen. Santa Cruz wäre weiter nördlich gewesen, in die entgegengesetzte Richtung. Ich lasse  einen Küstenteil komplett aus, da es im Nebel überhaupt keinen Sinn macht, zu versuchen, sich irgendwelche Illusionen zu machen etwas zu sehen. Keine Chance.

Also steuer ich direkt Monterey an, wo morgen die Fahrt über den 17 Meilen Drive beginnen soll. Monterey ist ebenfalls der Startpunkt des Highway #1, den ich bis Los Angeles runter fahren werde. Ich fahre ca. 50 Meilen durch den dichtesten Nebel. Unterwegs passiere ich riesige Erdbeer- und Himbeerplantagen. Und in diesem Fall meint „riesig“, sehr sehr riesig. Kein Vergleich zu irgendeinem Feld oder einer Plantage in Deutschland. Parallel zur Straße und so weit nach links und rechts das ich ein Ende nicht sehen kann, erstrecken sich diese Plantagen. Hier ist der Obstgarten Californiens. Nachher lese ich, das die Pflücker zumeist Mexikaner sind, der Großteil Frauen unter 30 und zu 60% illegal in den USA.

5 Meilen vor Monterey passiert doch noch ein Wunder und der Nebel lichtet sich. Endlich! Also gleich am nächsten Strand runter vom Highway und die Füße in den Sand stecken. Auch wenn es frisch ist, ist das Gefühl der warmen Sonnenstrahlen und des Wassers einfach nur toll. Der Sand ist zwar von der Sonne warm, aber der Pazifik ist eisig kalt. Mit Baden ist hier nichts, egal wie warm die Luft ist. Die Strände sind fast menschenleer. Außer ein paar Möwen, buddhistischen Nonnen, die hier auf ihre Art und Weise ein Fotoshooting veranstalten und ein paar Touristen, die auch die Sonne genießen, herrscht hier kein Andrang. Man hört nur den Wellenschlag und das Rieseln des Sandes.

Ich finde ein Zimmer hinter Monterey, in Pacific Grove. Das Zimmer ist super, nur die Tatsache, dass der Nebel schon wieder Einzug hält, trübt ein bisschen die Stiummung. Hoffe mal, das der morgen weg ist, sonst seh ich nicht viel vom 17-Mile-Drive.

Ich entscheide mich noch mal Richtung Monterey zu fahren um dort zu essen. Die Auswahl der Restaurants am Pier ist groß, und die Entscheidung fällt nicht leicht, weil jedes sehr gut aussieht, und man wirklich sehr freundlich eingeladen wird. An jedem Eingang steht ein Kellner, und versucht Gäste ins Haus zu locken. In einem wird ein Tisch mit der Sicht auf den Ozean versprochen, der soll’s dann sein. Der Tisch ist super, nur die Sicht ist vernebelt. Ich bestelle eine Platte mit Muscheln, Calamari, Riesengarnelen und Fisch … mit Pommes und Salat serviert. Als die Platte gebracht wird, denke ich, es sind mind. 2000 Kalorien auf dem Teller. Die Portionen ist mehr als gewaltig, und hätte eine 5köpfige Famile satt machen können. Gegenüber vom Restaurant werden Tickets für’s Whale Watching verkauft. Wenn ich das alles aufgegessen habe, muss man „hier“ keine Tickets mehr kaufen, ich geh dann auch als Wal durch. Auch egal, Getränke werden nur einmal bezahlt und werden immer wieder nachgeschenkt. Der Service ist wie immer super, das Ambiente sehr schön und das Wetter wird bestimmt auch noch.

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