The amusment park raises bold and stark …

Buellton ist nur gut 15 Minuten von Michael Jacksons Neverland Ranch entfernt. Eine gute Gelegenheit dort mal vorbei zu schauen, bevor Christian Audigier auf die Idee kommt, sie umzugestalten.

Ich bin bei weitem kein Fan von Michael Jackson, und bin auch nie einer gewesen. Ich will zur Ranch, weil mich das Anwesen interessiert. Und da Michael unter keinen Umständen mehr dort auftauchen kann, kann hier Prominenten-Jagd auch ausgeschlossen werden. Nur, dass das klar ist. Im Gegenteil, ich kann dem ganzen Trubel um sein Ableben überhaupt nicht nachvollziehen.

Der Weg ist nicht schwierig zu finden. Die Einfahrt kann man gar nicht verfehlen, weil man schon vom weiten eine Menschenansammlung sichtet. Es sind so um die 20 Leute dort und einige Autos am Straßenrand.

Ich steige aus und denke, soll das alles gewesen sein? Das ist doch ein Witz. Hat es hier früher mal auch anders ausgesehen? Kann ich mir kaum vorstellen. Das ganze wirkt irgendwie lächerlich, als das es einladend wirken sollte. Auch wenn das Anwesen schon länger nicht mehr bewohnt ist, muss es hier früher auch so ausgesehen haben. Ein Metalltor, bestehend aus zwei Flügeln, gesamte Breite etwa 3 Meter, Höhe max. 2,5 Meter. Zwei rote Rosenkränze mit den Aufschriften „Neverland“ und „Once upon a time“ schmücken das ganze. Sieht etwas kitschig aus. Die beiden Tore sind an zwei Steinmauern befestigt, die viell. zu einer Gesamtbreite von 5 Metern beitragen. Ab da fängt ein Holzzaun an. Aber was für einer: Zwei horizontale Latten die untereinander an Pfosten befestigt sind, Höhe des Zauns max. 1 Meter, und immer mal wieder eine kleine Aufschrift, „Privateigentum, betreten verboten“. Echt. Voll der Schutz. Mir ist schon klar, dass die eigentliche Ranch viel weiter hinterm Tor ist, und dort wahrscheinlich noch mal bewacht wird, aber das Äußere hier ist echt eine Enttäuschung. Vor dem Tor lungern ein paar Japanerinnen rum und machen Bilder. Ich find mich grad voll peinlich und seh zu, das ich hier wieder wegkomme.

Als nächstes steht Santa Barbara als Ziel auf der Reise an. Die Stadt ist die teuerste Wohngegend in den USA. Der durchschnittliche Hauspreis beträgt 1,13 Millionen US-Dollar. (Hätte ich in Las Vegas mal noch die zweiten 10$ riskiert. Ich hatte es im Finger, die Millionen wären geflossen.) Aufgrund der ruhigen, schönen und repräsentativen Gegend haben sich viele Prominente hier niedergelassen. Aber …. ich sehe keine.

Die Stadt ist eine „Perle“ unter allen, die ich bisher gesehen haben. Die Hauptstraße durch die Stadt ist mit super hübschen Villen und Geschäften mexikanischen Stils gesäumt, kleine malerische Gassen laden zum Entdecken ein, die Straßencafes haben für die Gäste Sitzplätze auch draußen zur Straße hin. So toll, hier könnte ich weitere 2 Wochen bleiben. Man fühlt sich hier sofort wohl. Auf einer Plaza trinke ich genüßlich einen (Starbucks)-Kaffee und beobachte die Menschen hier.

Gegen 2 breche ich auf, und hab noch knapp 1,5-Stunden Fahrt vor mir. Der Weg führt nach Santa Monica, wo ich das letzte Mal auf Hotelsuche gehe. Vorbei an Malibu, einem hübschen Küstenabschnitt, mit edelsten Villen an der Küstenstraße, und schönen, weitläufigen Badestränden. (Leider ohne David Hasselhoff oder Erika Eliniak aus „Baywatch“ zu sichten. Egal… ich denke noch an die 10$ und den daraus resultierenden Millionen, ach was… Milliarden-Gewinn. Da könnt ich mir ein eigenes Baywatch-Team leisten.)

In Malibu komme ich an der Pepperdine University vorbei. Es ist eine private Universität. Die Hochschule gehört zu der Glaubensgemeinschaft „Gemeinden Christi“ und hat derzeit 6.053 Studenten eingeschrieben. Genau. Keinen weniger oder mehr. 6.053. Der Campus der Universität dient des Weiteren in den Ferien als Drehort für die Jugendserie “ Zoey 101″. Gut zu wissen, was? Was man nicht alles im Internet so erfährt. Eigentlich absolut unauffällig, wenn hier nicht Tausenden von Flaggen wehen würden. Auf einer grünen Wiese sind genau 3000 Flaggen, größtenteils amerikanische, aber auch Flaggen anderer Länder, aufgestellt. Damit haben die Studenten dieser Uni, ein Denkmal für die Opfer vom 11 September 2001 errichtet. Innerhalb einer Woche vom 11.09 bis zum 18.09. 2008 wurden die 3000 Flaggen hier in perfekten Abständen zueinander aufgestellt. Tolles Bild und eine beeindruckende Idee der Verbundenheit.

In Santa Monica hab ich 2 Hotels zur Auswahl und entscheide mich (wie so oft) für das Days Inn. Kein Problem, Zimmer sind noch verfügbar und das zu einem angemessenen Preis. Von hier aus hat man die optimale Ausgangslage für die nächsten 3 Tage in Los Angeles.

Nach dem fast verpassten Sonnenuntergang gestern, will ich es heute wieder probieren und bin schon wieder knapp dran. Die Parkplatzsuche nimmt etwas Zeit in Anspruch. Das Auto stelle ich direkt am Strand ab, eigentlich ein gebührenpflichtiger Parkplatz, da aber jetzt um 18 Uhr keiner mehr Geld an der Einfahrt kassiert, fahre ich einfach durch.

Wie schon so oft, sorgt mein Stativ und mein rumgehampel mit der Kamera am Strand für einen kleinen Aulauf. Es scheint die Menschen magisch anzuziehen, genau das professionelle Foto wollen sie alle haben. Dabei knips ich doch nur so’n bisschen rum. Lustig.

Der Sonnenuntergang ist toll, färbt den Himmel in alle Rottöne und die Sicht ist relativ klar. Ich stehe direkt am Santa Monica Pier und kann das bunte Treiben beobachten. Auf dem Pier steht das Riesenrad, welches Steven Spielberg in „1941 – Wo geht’s nach Hollywood“ hat in’s Meer rollen lassen.Und ich habe die ganze Zeit „Born to run“ im Kopf:

Beyond the palace hemi-powered drones scream down the boulevard
The girls comb their hair in rearview mirrors
And the boys try to look so hard
The amusement park rises bold and stark
Kids are huddled on the beach in a mist
I wanna die with you Wendy on the streets tonight
In an everlasting kiss

Schräg hinter mir ist der bekannte Muscel Beach, hier sieht man morgens und abends jede Menge durchtrainierte (oder auch etwas nachgeholfen) Körper, die in Form gehalten werden. So bietet der Strand so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. 100 Meter breite Sandfläche, wo man fast jede Sportart betreiben kann, asphaltierte Promenade für Skater, Jogger und Inliner-Fahrer.

In der Stadt ist es sehr warm, beinahe schon schwül, am Strand weht eine frische Brise, hier kann man es ganz gut aushalten, auch das Wasser hat eine annehmbare Temperatur.

Später am Parkplatz steht das Auto noch, ohne Parkkralle oder Strafzettel. Perfekt. An der Ausfahrt schau ich allerdings etwas dumm aus der Wäsche, denn sie ist durch eine Schranke abgeschlossen. Toll! Was nun? Mit Taxi zurück ins Hotel? Hinter mir ein Auto, welches auch den Parkplatz verlassen will, und in die andere Richtung fährt. Also nix wie  hinterher. Es gibt zum Glück noch eine Ausfahrt die nur in eine Richtung befahrbar ist, und zwar vom Parkplatz runter. Die stachelige Vorrichtung in der Straße lässt sich nur in eine Richtung herunterdrücken, alle diejenigen die den Parkplatz in die andere Richtung befahren, haben danach ein großes Problem, alle vier oder auch mehr Räder hätten einen Platten. Uff, noch mal Glück gehabt, sonst hätte das Auto hier übernachten dürfen.

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