„Take me out to the ball game“

Heute wollte ich mir das Verkehrschaos in LA nicht mehr antun, und fahre zum Venice Beach, um dort entspannt den Tag zu genießen.

Das Venedig von Los Angeles, eine Art alternativer, dem Namensvorbild nur sehr entfernt verwandter, Stadtteil mit populär gelegenen Wohnbereich. Die „entscheidende“ Rolle spielt hier die betriebsame Strandpromenade. Während in Santa Monica überwiegend Radfahrer und Jogger den Front Walk beherrschen, gesellt sich hier in Venice viel uriges „Volk“ dazu. Seit einigen Jahren ist ein langsamer, aber stetiger Niedergang zu verzeichnen. Unerfreulich wirkt schon manche Straße gleich hinter dem Strand. Viele Appartements an der Promenade wirken verlassen und ziemlich runtergekommen.

Am Pier beobachte ich jede Menge Surfer, die hier ihr Bestes geben. Die Wellen sind nicht hoch genug, um spektakuläre Bilder in der „Tube“ zu machen. Dennoch gibt es hier einiges, was auf’s Bild kommt. Während ich so Bilder schiesse, kann ich eine Lebensrettung aus nächster Nähe erleben. Genau so, wie bei Baywatch. Haargenau. Ein Schwimmer, der auf die Höhe der Surfer rausgeschwommen ist, wird von den Wellen immer weiter Richtung Pier rausgetrieben, auf der ich stehe und die Surfer beobachte. Die Pier geht ca. 100 Meter auf den Pazifik hinaus und steht auf mächtigen Betonfüßen, gegen die der Schwimmer geschleudert zu werden droht. Anstatt sich treiben zu lassen, und in Ruhe zwischen den Stämmen durchzuschwimmen, versucht er krampfhaft gegen die Wellen anzukämpfen und wird immer schwächer. Der Baywatch-Retter, könnte wirklich mit seinem Tarzan-Körper im Film mitspielen, versucht ihm erst über Lautsprecher die Anweisungen durchzugeben, doch der Schwimmer hört ihn gar nicht. Also schnappt der Baywatch-Typ die rote Rettungsboje und rennt ins Wasser. (Ich konnte mich wieder anziehen.). Den Schwimmer begleitet er dann sicher durch die Stämme zum Strand. Eine tolle Vorstellung, echt schon filmreif.

Später bedankt sich der „Gerettete“ bei seinem „Retter“, und sie machen Bilder am Rettungsturm.

Anschließend laufe ich die Promenade hoch und wieder runter, und schaue mir dieses seltsame, bunte Treiben hier an. Bunte Verkaufsstände, Straßenkünstler und „angehende“ Rapper, die ihre eigene Musik unters Volk zu bringen versuchen, säumen hier die Promenade. Viele seltsame Gestalten und komische „Vögel“ laufen hier rum. Der Reiseführer rät davon ab, hier nächtliche Spaziergänge zu unternehmen. Kann man gut nachvollziehen, hier ist es tagsüber schon recht unheimlich.

Der späte Nachmittag / Abend war mit einem Spiel der LA Dodgers gegen die SF Giants ausgefüllt. Ein schönes Stadion, über der Stadt gelegen. Man hatte die ganze Zeit LA im Tal vor Augen. Super. Nur leider haben „meine“ Dodgers 4:8 gegen die Giants verloren. Nichts desto trotz ein gutes Spiel, in einem schönen Stadion, vor schöner Kulisse. Das abschliessende, 20 minütige Feuerwerk war eine Pracht und tröstete etwas über die Niederlage hinweg. Ein schöner Abschluß des Tages und des Urlaubs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.