You will be soaked …

Seaworld oder warum manche Ankündigungen mal wirklich wahr sind.

Heute stand Seaworld auf dem Programm. Nicht viel weiter weg, als Disney World, sozusagen auch um die Ecke haben wir das Abenteuer auch gleich nach dem Frühstück in Angriff genommen. Zur Anfahrt gibt es nichts weiter zu berichten, als das, was gestern schon gesagt wurde. Das haben die gut drauf hier. Und Parken kostet auch nur 12$.

Eintritt … Abgesprochen mit Kollegen Disney … ist ebenfalls fast identisch. Mit der Ausnahme, das man Park-Packages buchen kann. Und da wir noch vorhaben Bush Gardens in Tampa zu besuchen, „kaufen“ wir das gleich mit und so ist die Kreditkarte um 209$ ärmer. Weiß einer, wie grad der Dollar-Kurs steht? Ahhh ja… so bei 1,20. (Ok… der ist jetzt wirklich nur für Insider.)

Die Parkbeschreibung spar ich mir, die gibt’s besser im Internet nach zu lesen. Hmmm… oder schreibt man das jetzt nachzulesen? Egal. Wen die Parkbeschreibung interessiert, schaut im Internet nach.

Als erstes bleibt zu bemerken, das hier diese „Crowded“-Vorhersage zu stimmen scheint. Es kommt mir, im Gegensatz zu gestern, wirklich moderat vor. Klar, auch hier und da muss man warten und anstehen, aber bei weitem nicht so lange wie im „Magic Kingdom“. Da ist schonmal angenehm. Liegt aber auch vielleicht an der Topo- und Typologie des Seaworld-Parks. Es gibt eigentlich nur drei Rides, zwei Achterbahnen und eine eine Wildwasser-Achterbahn, von der noch die Rede sein wird. Die beiden anderen Achterbahnen sind (noch) nichts für uns. Ich zu alt und zu ängstlich; Paul zu kurz und zu ängstlich. Die restlichen Bereiche teilen sich in Show-Bereiche und Zoo-Bereiche auf. Die Zoo-Bereiche sind wie halt im Zoo als „Gehege“ angelegt und man kann sich die einzelnen Tiere anschauen. Ungeachtet der Tatsache ob das jetzt artgerechte Haltung ist oder nicht.

Im großen und ganzen war Seaworld noch kurzweiliger als „Magic Kingdom“ und die Zeit schien noch schneller zu vergehen.

Blue Horizons

Im Park selbst ist man allerdings Zeiten-abhängig, wenn man die einzelnen Shows sehen möchte. Man sollte sich also etwas an den geplanten Zeiten orientieren. Was wir auch machen und uns zu allererst „Blue Horizons“ anschauen. Eine Show mit Delphinen. Sehr amerikanisch aufgezogen, aber und mit spektakulären Aktionen der Delphine und der Trainer. Die Show dauert gut eine halbe Stunde, und neben den Delphinen treten noch Turmspringer in Aktion. Während der Turmspringeraktionen fliegen dann noch Papageien durch das Publikum, knapp über die Köpfe. Nicht schlecht. Weiß nicht, ob das auf den Bildern rüberkommt, aber ich hab versucht das mal einzufangen. Uns hat die Show so gut gefallen, das Paul und ich beschliessen, sie auf jeden Fall noch mal anzuschauen. Gegen Nachmittag/Abend.

Durch den Park schlendernd streicheln wir einen Stingray. Etwas glitschig, aber sonst ok. Paul meint danach, das seine Hand nach Fisch rieche. Konnte ich jetzt nicht so unterschreiben.

Weiter gehts, vorbei an den gemütlichen Manatees, Krokodilen, diversen Vögeln und Schildkröten, Haien und Pinguinen zur zweiten Show. „Believe“ mit dem „berühmt-berüchtigten“ Shamu, der irgendwann Anfang des Jahres eine Trainerin (unbeabsichtigt?) getötet hat. Das hab ich Paul aber erst gar nicht erzählt. Weder im Vorfeld noch während der Show. Besser so, sonst macht er sich nur wieder zu viele Gedanken.

Shamu

Ich hatte mir von dieser Show ehrlich gesagt mehr versprochen, und war/bin etwas enttäuscht. Es war keine eigentlich Show wie die „Blue Horizons“ sondern eher eine Aneinanderreihung von Kunststücken der Killer-Wale. Irgendwie… nicht so dolle. Vielleicht hatte ich aber auch auf Grund der „Werbung“ auf der Seaworld-Homepage für „Believe“ eine andere Erwartungshaltung. Ich mag da jetzt nicht die Leistung der Fische schmählern, ist schon toll, wenn die so 5 – 6 Meter aus dem Wasser hüpfen oder unter allgemeiner Belustigung die ersten 6 Reihen mit Wasser vollspritzen, aber der Bringer war das jetzt nicht.

Zumindest hat es dazu geführt, das wir jetzt noch einen Mitreisenden haben … Shamu – das Killer-Plüschtier. Hat sich auch schon mit Pluto und Mickey und Otto, der ja eh schon mit war, angefreundet. Uff… ein Problem weniger. Wenn die sich jetzt nicht ausstehen hätten können … nicht auszudenken.

Dann sind wir auf, und wollten mit der Wildwasserbahn fahren. Wir hatten uns schon vorher den „Sturz in die Tiefe“ angeschaut und Paul fand das nicht schlimm und es sah jetzt auch nicht sehr nass aus. Also… anstellen. Vorher wurde ich allerdings aufgefordert, den Rucksak in einem Schliessfach zu verstauen. Ok, war mir auch Recht, da ich heute die große Kamera dabei hatte und die nicht gerne da mit reingenommen hätte. Während wir uns also geduldig anstellen, lese ich ein Schild auf dem steht „You will be soaked“. Naja, denke ich bei mir … man wird nen paar Spritzer Wasser abbekommen, ist halt ’ne Wildwasserbahn. Nix wildes. Und gestern im „Magic Kingdom“ war die auch nicht nass und nicht wild, und auf einer Wildwasserbahn in D bin ich auch noch nie „gesoaked“ worden. Pah … alles nur Panikmache und ein bisschen Vor-Thrill.

Anstehen hat etwas gedauert, und nach schlappen 50 Minuten konnten wir dann vorne ins Boot klettern. Heheheheheheheheeee… vorne sitzen. Jawoll. Das mal cool, und man kann was sehen. Wir freuten uns also.

Hmmm … hätte mich das wundern müssen? Da war gar kein Wasser beim Einstieg. Und auch die ersten 20 … 30 … 50 Meter kein Wasser. Wir fuhren gar auf Schienen. Hmmm… hat mich aber erstmal nicht gewundert, weil … dann kam ja Wasser und wir plantschten eben wie in einer Wildwasserbahn dahin. Paar Licht- und Soundeffekte. Easy, easy.

Dann wurden wir nach oben gezogen, nicht weit genug um den „großen Fall“ zu erleben. Allerdings gings es in der Dunkelheit nach unten… nur … nicht mehr auf Wasser, sondern auf Schienen. Hmmmm…. jetzt wunderte es mich dann doch, und begriff … es ist eigentlich eine Achterbahn. Huii… nicht schlecht. Nach drei vier Kurven landeten wir wieder im Wasser. Ein paar Spritzer. Sag ich doch. Nix mit „soaked“. Der kleine Mann nehmen mir:

„… das war ja nix. War das schon der große Fall?“

„Neee…. der war doch draussen.“
„Ach ja, stimmt ja“.

Weiter ging es gemütlich in Wildwasserbahnmanier um Ecke und Kurven…. auf eine große Rampe zu die steil nach oben ging und unser Boot hochzog. Der kleine Mann:

„Jetzt kommts aber…“

„Ja, wird wohl“.
Nass

Und wie es dann kam… 20 Meter steil abwärts in den Wasserkanal. Und was soll ich sagen… wir wurden gesoaked. Und wie. Das Wasser schwappte von rechts und links und von oben in das Boot und Paul und ich waren nass. Bis in die Schuhe. Toll. Ab sofort glaube ich der Werbung. Bestimmt.

Diese Dusche war allerdings nur eine Vorstufe, was jetzt noch kommen sollte. Nach dem „großen Fall“ wurden wir sofort wieder hochgezogen, und fielen dann oben auf der Kuppe angekommen in Schienenkurven. Kurz durchgewirbelt landen wir … wo? Richtig … steil im Wasser. Waren wir eben moderat nass geworden, erledigte dieser Fall den Rest und wir waren wirklich wirklich patschenass. Paul meinte nur: „Ich bin nass, aber gut das ich Sandalen anhabe. Da kann das Wasser durchlaufen.“ Schlaumeier.

Zum Glück hatten wir wie in den letzten Tagen besten Sonnenschein und wurden recht schnell wieder trocken.

Wir schlossen den Tag mit dem nochmaligen Besuch der „Blue Horizons“ Show ab und sind gegen halb 8 wieder im Motel. Paulchen ist ratscheplatt und schläft mal ohne viel TamTam gegen 9 ein. Vorher mussten wir allerdings noch Frauenfußbal-WM schauen. Korea gegen USA in Bielefeld. Ich sag ja, die Welt ist ein Dorf und ESPN kennt sogar Bielefeld. Hmmm… die wissen wohl nicht, das es Bielefeld gar nicht gibt?

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