ISO 3200 …

Heute ging es von Orlando nach Tampa. Da wir nach den doch vorhandenen Strapazen der vergangenen Tage den heutigen Tag etwas ruhiger haben angehen lassen, haben wir uns auch Windermere gespart. Villen und schöne Häuser konnten wir auch in und rund um Kissimee sehen. Interessanter Weise haben alle Häuser, die an oder in der Nähe eines Flusses liegen, ihren Terassen komplett eingezäunt. Vermutlich wegen der Alligatoren. Von denen wir hier erst zwei Exemplare in freier Wildbahn gesehen haben. Einen im Dickinson SP und einen im KSC. Aber da sollen ja noch ein paar mehr kommen.

Die Fahrt nach Tampa verläuft entspannt. Wenn nicht gleich langweilig, weil es auf der Interstate wahrlich nicht sehr viel zu sehen gibt. Und eine Alternativstrecke parallel zur Interstate gibt es nicht wirklich. Das einzig „spannende“ waren die beiden Toll-Stationen, wo ich versucht habe, in zugegeben sehr langsamer Fahrt, diesen Geld-Trichter ohne anzuhalten zu treffen. Hat auch beide Male gut geklappt. Hatte ein bisschen was von „Staatsfeind Nr. 1“.

Was mir noch auffällt… die Starbucks-Dichte ist sehr gering. Dafür ist die Hooters-Dichte verhältnismäßig hoch. Gibt’s bei Hooters auch Kaffee? Ich würd das ja mal testen, befürchte aber, Paul bekäme große Augen. Egal.

Wir hatten geplant, und das Florida Aquarium in Tampa anzuschauen. Und da morgen Bush Gardens auf dem Programm steht, haben wir das auch sofort angesteuert. Mittlerweile hatte sich der Himmel etwas zugezogen, gab aber noch keinen Regen. Würde nur noch schwüler.

Das Aquarium selbst ist sehr sehenswert und hochinteressant. Und mangels vorhandenen Lichts, musste ich mal die oberen ISO’s ausnutzen. Die Bilder sind alle mit ISO 1000 – 3200 aufgenommen. Und ich muss sagen, ich bin überrascht, wie gut das Rauschverhalten ist. Ja, klar, rauschen kann man noch sehen, aber besser etwas gerauscht, als gar keine Bilder. Die Leute, die da rumgeblitzt haben kann ich eh nicht verstehen. Die dürften in den Reflexionen nachher nur sich selbst sehen, und ob es den Fischen so gut bekommt weiß ich nicht.

Da stellt sich mir eh die Frage, wenn man vor so einem riesigen Tank steht und so eine Brasse oder was-auch-immer-für-ein-großer-Fisch-der-eine-8-köpfige-Familie-10-Tage-lang-satt-machen-kann kommt vorbei und schaut Dich an… was sieht so ein Fisch? Nix? Oder sich? Oder die gaffenden Leute und er denkt sich seinen Teil? Hm… weiß das wer? Würd mich mal interessieren.

Paul und ich waren von den teilweise wirklich riesigen Fischen, als auch von den kleinen farbenfrohen Nemos begeistert. Die Becken oder Tanks sind so aufgebaut, das man oft die Oberwasserlinie, als auch die Unterwasselinie sieht. In einem Teil des Aquariums ist eine Mangrovenlandschaft abgebildet. Sogar mit Mäusen und anderen Landtieren und Vögeln, die dort ihren Lebensraum haben. Und man glaubt gar nicht, wie groß so ein Red Snapper in so einem Mangroven-Fluß werden kann. Jetzt bin ich froh, das ich im Dickinson SP das Boot nicht zu sehr festgefahren habe. Hätte ich da aussteigen müssen … *whoops*

Gleich platz ich

Ein anderer großer Bereich des Aquariums zeigt ein Korallenriff. Da sind mal große Becken oder Tanks. Mit hunderten kleiner und großer Fische in allen möglichen Farben. Man fühlt sich wirklich so, wie bei „Findet Nemo“. Fehlte nur noch ein Wal, und diese „Meins-Meins-Meins-Möwen“. Aber die haben wir uns gedacht.

Ein wirklich sehr lohnenswerter und, wenn man möchte, auch sehr lehrreicher Aquariumsbesuch. Alleine das vermitteln von Fakten war ’ne Wucht. Jeder kennt das … in hieseigen Zoos oder Aquarien stehen oder hängen so weiße Tafeln mit der Weltkarte drauf. Der Teil, wo das Tier herkommt ist meistens rot eingefärbt und dann kommen eine Vielzahl von Fakten-Fakten-Fakten, angefangen vom lateinischen Namen bis hin zur Population am 30ten März 1997 um die Mittagszeit und das Balzverhalten, die sich eh kein Mensch merken kann. Hier im Aquarium gibt es auch Tafeln, aber mit mehr informativen und komplett anders dargestellten Informationen und Fakten. Meistens mit einer „Wusstest Du das …?“-Frage eingeleitet, dann vielleicht noch eine lustige Grafik, wo zum Beispiel das Sonar-System der Haie erklärt wurde. Das verstehen dann auch Kinder und es ist zum einen einleuchtend und zum anderen sehr unterhaltsam. Und ich hab im ganzen Aquarium keinen einzigen lateinischen Namen gelesen. Wozu auch?

Wir beide können einen Besuch nur empfehlen.

Als wir das Aquarium am Nachmittag wieder verlassen … ist Bonnie da. Es giesst wie aus Eimern. Eigentlich wollten wir noch in den Hafen, aber das können wir getrost mal vergessen. Es schüttet, als würde die Welt untergehen und das Wasser steht auf den Straßen. Und auch hier in Tampa sind die Straßen nicht grad die besten, so das jedes Mal eine Gischt hochspritzt, wenn ein Auto durch eine der zahlreichen Wasserlachen fährt. Der Weg ins Parkhaus durchnässt uns dann erstmal gehörig, obwohl dass nur über die Straße war. Egal, ist ja warm, auch wenn die Temperatur von 33°C auf 26°C gefallen ist. Nachher in den Nachrichten ist das dann als Abkühlung verkauft worden. Ja sicher.

Wir nutzen den späten Nachmittag dazu, einzukaufen und zu waschen. Auf dem Weg ins Hotel muss ich immer wieder durch die großen Pfützen fahren, weil Paulchen Spaß daran hat, wenn das Wasser nur so spritzt. Ich kann mich grade noch zurückhalten das an einer vollbesetzten Bushaltestelle auszuprobieren.

Morgen soll das Wetter bis zum späten Nachmittag gut sein. Erst dann werden wieder Regen und vereinzelt Gewitter erwartet. Hoffen wir das mal.

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