Thunder Storm …

Heute ging es von Tampa nach Naples. Eigentlich war ein Nachmittag am Strand geplant, mal ausspannen und nichts tun. Wir haben dann später auch ausgespannt und nichts getan, aber nicht am Strand.

Wir verlassen Tampa in Richtung St. Petersburg, weil ich unbedingt über die Sunshine Skyway Bridge fahren möchte und mir ein paar gute Spots erhoffe. Die Brücke ist wirklich sehenswert. Im Grunde genommen sind es eine Vielzahl von Brücken, die die Tampa Bay überspannen, mit der Skyway Bridge als Höhepunkt. Schöne Architektur, die ich leider nicht zeigen kann, weil es nirgendwo einen Punkt gibt, von der man die Brücke aufnehmen kann, ausser man chartert sich wohl ein Boot und fotografiert sie von der Seeseite aus. Schade und bin etwas enttäuscht darüber. Selbst von Land wäre es nicht gegangen, ausser ich hätte ein 30cm Objektiv. So geht es also gemütlich ohne Halt an der Brücke weiter Richtung Naples.

In Venice machen wir einen kurzen Stop. Allerdings hat Venice mit dem namengebenden Venedig wenig zu tun. Brücken können wir jedenfalls nicht finden, und so geht es nach einem zweiten späten Frühstück und tanken (nicht geklaut) weiter.

Eins muss ich mal sagen… das ich das Autofahren in Amerika entspannend finde, ist glaube ich hinlänglich bekannt. Aber… so langweilig wie hier Florida war es noch nie. Ich bin ja schon einige tausend Kilometer „hier“ gefahren. Aber noch nie so langweilig wie hier in Florida. Da war ja Pennsylvania noch abwechslungsreicher. Man gleitet mit 65 oder 70 Meilen dahin und es gibt wirklich nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Sieht man mal von einigen überfahrenen Gürteltieren oder schönen, mit spanischem Gras bewachsenen, Eichen ab. Und mangels wirklich vernünftiger Alternativstrecken bleibt fast nur die Interstate. So sind die einzelnen Strecken fast ausschliesslich nur „Transportstrecken“, um von A nach B zu kommen. Wenn die hier wenigstens mal ein paar Berge hätten. Ich will einen Canyon. Aber diese Situation sollte sich mit erreichen der Evergaldes hoffentlich bessern.

Kurz vor Naples kündigen tief-schwarze Wolken schon das drohende Unheil an. Wir halten noch kurz in einem State Park an um dort zu picknicken und etwas Fußball zu spielen, aber die ersten Blitze (und das waren heftigste Blitze) in der Ferne sind mir doch nicht geheuer. Paul meinte zwar, das das Gewitter noch ganz weit weg ist, ich konnte ihn aber doch überzeugen, das so ein Gewitter schneller ziehen kann, als man denkt. (Ok… es war doch eine etwas heftigere Diskussion, weil der Fußballplatz aber auch sowas von einen guten Rasen hatte. In der Tat.) War aber wirklich besser, das wir aufgebrochen sind. Haben dann als erstes das Motel angesteuert. Wenn wir schonmal hier sind, können wir auch als erstes die Sachen im Zimmer verstauen. Gesagt, getan, obwohl wir etwas früh dran waren, hatten die schon ein Zimmer für uns. Also… Flugs die Sachen ausgeladen und … dann erstmal für ein paar Stunden im Motel geblieben.

Just als wir soweit waren, das wir starten wollten, fing es an zu regnen. Was dann folgte, lässt sich kaum beschreiben. Wieder dieser Sturzflut ähnliche Regen, den kennen wir ja schon und hat man woanders auch schon erlebt. Dazu kam heftger Sturm. Das war aber auch noch nicht das dramatischte. Denn dann kam das Gewitter. Und sowas hab selbst ich noch nicht erlebt. Die Blitze gestochen scharf. Sah gut aus, soweit. Der Donner, der uns dann aber um die Ohren flog … sowas hab ich auch noch nicht gehört. Der war dermassen heftig und laut, das sogar die Fensterscheiben im Zimmer vibrierten. Das knallte und schepperte sehr heftig. Aber nicht nur 5 Minuten wie bei uns. Sondern gut anderthalb Stunden. Die Blitze oder der Wind? sorgten jedenfalls auch dafür, das auf dem Parkplatz eine Alarmanlage eines Autos immer wieder ansprang. Cool. Nun ja, der Donner war allerdings nicht so cool, und konnte einem schon wirklich Angst machen. Dazu der heftige Regen. Ein kleiner heftiger Gewittersturm, der uns zwar entspannen lies (soweit das unter den Umständen möglich war), uns aber auch an das Zimmer band.

Gegen halb 5 war es dann soweit wieder aufgeklart, das wir doch noch nach Naples und an den Strand gefahren sind. In und um Naples sind sehr viele vermögende Amerikaner ansässig, was man auch sieht. Überall schöne Villen, und Golfclub reiht sich an Golfclub. Meistens durch Mauern abgeschirmt, eine normale Runde wird da wohl kaum möglich sein, aber deswegen sind wir ja auch nicht hier.

Naples hat einen ca. 300m langen Pier, der extra für Angler gebaut wurde. Wir haben uns das Treiben dort angeschaut und sind dann noch ein wenig am Strand, der sich links und rechts des Piers kilomterweit entlangstreckt, rumgelaufen. Paulchen wollte zwar nur mit den Füßen ins Wasser, aber die scheinen irgendwie am Bauchnabel zu sitzen. Jedenfalls war die Hose nachher Wasser gesättigt. Egal. Ich hab die Zeit genutzt und nen paar Bilder geschossen. So richtig tolle Makros sind allerdings nicht dabei rumgekommen, weil es fast nur weiße Muscheln gibt. Der Strand selbst ist sehr breit, lang und machte einen guten Eindruck. Was uns, rsp. Paul auffiel, das sehr viele deutsch sprechende Leute unterwegs waren. Soll ja vorkommen.

Alles in allem noch ein guter Abschluß eines vergewitterten Nachmittags.

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