Von den Keys nach Miami Beach …

… wenn ich mal groß bin, werd ich Parkplatzbesitzer in Key West.

Die letzten beiden Tage haben wir auf den Florida Keys verbracht. Schönes Fleckchen Erde, aber nicht sehr kindgerecht und hoffnunglos überteuert. Leider. Alleine für das Motelzimmer (ein Doppelbett, ca. 12 qm) haben wir $115 für eine Nacht zahlen müssen. Das ist heftig, auch wenn der Sonnenuntergang in Key West dafür etwas enstchädigt hat. Aber alleine das Parken ist eine Qual. Man muss erstmal einen Parkplatz finden, und darf den dann mit $15/2 Stunden bezahlen. Platz ist knapp hier, am südlichsten Punkt der kontinentalen USA. Südlichster Punkt der kontinentalen USA deswegen, weil Hawaii noch südlicher liegt. Egal, wir fanden es sehr südlich.

Während der ganzen Fahrt rüber nach Key West hab ich mich gefragt, warum „wir“ nicht die ostfrisischen Inseln auch mit Brücken verbinden. Würde vieles einfacher machen, zumindest für die, die mal nach Baltrum oder Borkum fahren wollen. Denn… viel Sinn macht das meines Erachtens nicht, diese Inseln zu verbinden, ausser das es natürlich touristisch erschlossen wird. Viele der Keys sind grade mal 100 oder 200 Meter breit, so dass fast wirklich nur die Straße draufpasst. Ist schon komisch, aber man muss ja nicht alles in Frage stellen.

Angefangen von Key Largo bis hin nach Key West zieht sich die Interstate 1, hier Overseas Highway genannt, und trennt den Atlantik vom Golf von Mexico. Insgesamt 42 Brücken muss man von Key Largo aus überfahren. Die längste und wohl bekannteste Brücke ist dabei die „7-Mile-Bridge“. Da geht’s ohne Unterbrechung 7 Meilen über’s Wasser. Und … weil ich den Brüdern hier im Land des „Größer-Höher-Weiter“ nicht immer traue, was Superlativen angeht, hab ich mal „mitgemessen“ … sind wirklich 7 Meilen. Also … alles gut. Leider hat man auch hier kaum einen vernünftigen Blick auf die Brücke, so das die Bilder aus dem Auto heraus genügen müssen. (Das nächste Mal, mach ich dann welche von oben.)

So haben wir auf der Strecke auch nur drei oder vier kurze Stops eingelegt, um Bilder zu machen oder einfach mal etwas herumzulaufen. Key West haben wir uns dann etwas genauer angeschaut, wobei sich das Hauptleben auf der Duval Street abspielt. Ist die Hauptflaniermeile von Key West. Und … ist wirklich eine Meile lang. So kann man also in gut 25 Minuten vom Atlantik zum Golf von Mexico „wandern“. Hat man nirgendwo sonst auf der Welt. Auf der Duval Street reihen sich Bars an Restaurants an Souveniershops. Alle paar Meter wird man mehr oder weniger freundlich aufdringlich angesprochen das ultimative Angebot des jeweiligen Lokals kennenzulernen. Erinnerte mich teilweise an die „Looki-Looki-Watch-Bag-Boys“ (für die, die sich noch erinnern), und zum Glück haben sich einige der Announcer etwas zurückgehalten, weil ich Paulchen an der Hand hatte. Ich glaube auch kaum, das er auch mit „Augen zudrücken“ als 21jähriger durchgegangen wäre. In einer Bar gab es sogar Elvis zu sehen. Ich wusste immer … der lebt noch und treibt jetzt in Key West sein Unwesen. Aber … abgenommen hat er. Wir sind dann auch einmal über die gesamte Duval Street marschiert.

Gegessen haben wir dann einen Riesenburger in einem urigen Saloon, in dem auch im vorderen Bereich jüngere Gäste Zutritt hatten. Nur… um auf die Toilette zu kommen, mussten wir durch den hinten gelegen Barraum, wo man alleine schon seinen Ausweis hätte zücken müssen. Zum Glück war Paulchen nicht sehr aufmerksam und musste zu dringend aufs Klo. Der Burger war, wie zu erwarten, so groß das er eine 4 köpfige Familie hätte satt machen können, hat sehr lecker geschmeckt.

Am Abend sind wir dann zum beklatschen des Sonnenuntergangs am Mallory Square gegangen. Kurz vor Sonnenuntergang und noch bis weit danach, verwandelt sich der Mallory Square und der angrenzende Kai in einen Partystand. Überall spielen Straßenmusiker, man kann hier und da Nippes kaufen. Sei es Muscheln oder Glasklamotten oder aus Palmenwedel geflochtene Taschen und Körbe. Man versammelt sich eben am Mallory Square um die Sonne untergehen zu sehen und wenn es dann soweit ist, beklatscht man das. Warum auch immer… wir haben auch geklatscht. Und ein paar Bilder gemacht, natürlich. Nicht das das jetzt der schönste oder beste Sonnenuntergang war, den ich jemals gesehen habe, aber die Atmosphäre war schon toll. Mit am besten, neben der spontanen Waka-Waka Einlage von Paul, war ein Angler der rechts von uns gestanden hat und neben dem angeln die Menge unterhielt. Er fing auch etwas. Einen ca. 15cm langen Fisch, was ich schon beachtlich fand. Paul bemerkte das, machte mich drauf aufmerksam, verlor dann aber zum Glück das Interesse. Denn, anstatt den Fisch zurückzuwerfen oder in einen Eimer zu tun, holte der Angler eine größere, stabilere Angel hervor, schnitt dem eben gefangenen Fisch einmal links, einmal rechts in Bauch, hängte ihn an die andere Angel und benutzte ihn als Lebendköder. Uhhh… lecker, und nicht nett anzusehen, wie der Fisch zappelte. (Können Fische eigentlich schreien? Egal.) Ich fand das etwas heftig, aber zum Glück musste ich das nicht erklären.

Dann mussten wir aber auch langsam wieder ins Hotel, denn der kleine Mann lag mir schon die ganze Zeit in den Ohren, das Manchester United gegen Donovan spielt. Donovan ist wohl ein Spieler der USA. Da es auch schon spät und mittlerweile dunkel war, sind wir also zurück ins Hotel und haben zum Glück (?) den Sender gefunden, der das übertrug. Tja… nur, das Donovan eben 2:5 verloren hat. Da war Paul etwas geknickt, zumal ein Tor wirklich wirklich Abseits war.

Heute sind wir dann gemütlich wieder zurück gefahren. Als neues Ziel: Miami. Besser gesagt Miami Beach. Ich hab uns aber besser mal ein Motel im Norden gesucht, da ist es etwas ruhiger und South Miami Beach ist superteuer und nicht grade was für 7(einhalb) Jährige. Natürlich wollen wir (ok …. ich) uns den Art Deko District anschauen, aber dann kann man da eben auch hinfahren. Da wir (ok …. wieder ich) uns auch noch Downtown Miami anschauen wollen, müssen wir eh fahren. Um aber auch mal ausspannen zu können, wird das unsere letzte Station sein, wir werden also nicht mehr „umziehen“. So können wir auch mal ins Meer oder in den Pool oder nur einfach so am Starnd rumliegen.

„Natürlich“ sind wir auf der Hinfahrt durch das Miami Beach gefahren, was man aus Film und Fernsehen kennt. Crockett und Tubbs haben wir zwar nicht gesehen, aber einige aus dem Vorspann bekannte Gebäude. Der Ocean Drive, die Straße in Miami Beach, zieht sich vom Südende der Insel bis in den Norden, und wer gesehen werden will, flaniert hier auf den Bürgersteigen. Alles ist sehr eng und es ist ein beständiger Stau, war trotzdem mal interessant dort herzufahren. Gab viel zu sehen. Weiß allerdings noch nicht, wo man denn da parken soll? Hier stehen die Hotels dicht an dicht und die Preise sind dementsprechend. Im Art Deko District sind sie noch eher klein und fein, und entsprechen dem, was man sich unter Art Deko vorstellt, ein Stück  weiter im Norden werden die Hotels immer höher und größer. Ich schätze mal, das spätestens ab 5 Uhr der gesamte Strand im Schatten liegt, weil diese hohen Hoteltrümmer die Sonne abschirmen.

Noch weiter im Norden wird es „nicht besser“. Hotel reiht sich an Hotel. Unser Motel macht sich dagegen, wie schon geschrieben, recht klein. Egal, passt. Zum Abend hin waren wir dann noch im Atlantik baden. Was ich nicht gedacht hätte… der ist noch ein tucken wärmer als der Golf in Bonita Springs. Es ist keine Abkühlung. Wenn man nicht nass würde, würde man gar nicht merken, das man im Wasser steht.

Die letzten beiden Tage waren auch unsere längsten Strecken. Mit je knapp 180 Meilen die längsten Teilstücke der Tour. Wie immer sehr entspannt, auch wenn ich diesmal die Maut nicht mit „geworfenen Quarters“ bezahlen konnte, die letzten hatten wir in so einer Daddel-Maschine versenkt.

Schau mir in die Augen, Kleines

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