… und ich habe nichts geahnt

Wenn Puste an einem Samstagnachmittag keine Arbeitsklamotten trägt, ist was faul in dem „Haus, durch das eine Straße führt“.

 

Keep smilin‘, keep shinin‘

That’s what friends are for

For good times and bad times

You’ll be on my side forever more

That’s what friends are for

 

Es fing mit einer absolut harmlosen SMS an: „Kommst Du am 5ten mit Paul zum Kuchenessen? Ich backe welchen. Gruß L.“ Da dachte ich noch an ein normales „Danke“ für den Schreibtisch und an nichts Böses.  Sauber hereingelegt. :)

 

Doch der Reihe nach, damit das nicht noch verwirrender wird. Ende Herbst hatte mich Flesch gefragt ob ich nicht eine Abschiedsfeier plane. Zu dem Zeitpunkt hatte ich sowas eigentlich noch vor und hab gesagt, dass ich eine plane oder zumindest ins Auge fasse. Aufgrund von latenten Zeitproblemen hab ich den Gedanken aber wieder gestrichen.

 

Da ich aber sehr gute Freunde habe, eben aus dem Haus, durch das eine Straße führt, habe ich in den letzten Monaten/Wochen immer etwas Panik gehabt, dass sie eine Überraschungsabschiedsparty planen könnten. Um ehrlich zu sein: Ich kann mit solchen Überraschungen nicht so gut umgehen. Das würd mich zu sehr in den Mittelpunkt rücken, und das mag ich nicht so. Ha… hat da grad wer die Augenbrauen hochgezogen? Gelacht? Oder mit dem Kopf geschüttelt? :) Wenn ja, sei Dir gesagt, mein Verständnis für selbstbewusstes, extrovertiertes Auftreten hat nichts mit „im Mittelpunkt stehen“ zu tun. :) Aber das diskutiere ich mal an anderer Stelle.

 

Ich hatte in den letzen Wochen also immer die Befürchtung, dass mal so ein Anruf oder SMS kommt: „Komm doch mal dies- oder deswegen rum, is wichtig.“ Da das aber ausblieb, war ich mir sicher, sicher zu sein. Nicht, dass ich mich so aus dem Staub machen wollte, aber eine große Party wär nicht so mein Ding gewesen. Deshalb argwöhnte ich auch nicht bei der Einladungs-SMS zum Kuchen. Wer ahnt denn auch, dass Kids in so eine Sache mit reingezogen werden? ;) Da scheinen mich zwei Menschen doch ganz gut oder wesentlich besser zu kennen, als man denken könnte.

 

Nichtsahnend bin ich dann am Samstag zusammen mit den Jungs zu Ela gefahren. Es gab ’nen lecker Kaffee, und auf dem Küchentisch standen Windbeutel. Hat mich auch nicht groß gewundert, da es hieß: „Der andere Kuchen steht noch im Kühlschrank, der muss noch durchkühlen.“ Ja, hab ich denn Ahnung von Kuchen? Nö, hab‘ ich nicht. Hört sich also gut an. Paulchen verschwindet auch gleich und geht erst mal zum Fußball schauen zu Puste. Auch nichts ungewöhnliches. Man schnackt über Dies und Das, Gott und die Welt, Haben und Nichthaben. So … normal halt. Dann kommt Paulchen auf einmal rein und meint, dass er Schlagzeug spielen möchte, und das würd auf dem Taubenschlach stehen. Alle finden das eine gute Idee, müssen nur noch auf Puste warten. Gesagt, gewartet.

 

Hm… als Puste dann kam, hätte mir eigentlich schon was auffallen müssen. Er trug weder Arbeitskleidung noch Trainingsachen. Sondern adrett ;), Pullover und Jeans. Aber durch die angeregte Unterhaltung die gerade geführt wurde, ist mir das im ersten Augenblick nicht aufgefallen. Und auch nicht, das sich Leo die ganze Zeit die Hand vor den Mund gehalten hat, wohl um ihr schelmisches Grinsen zu verbergen. :) Da Paul immer weiter „nervte“ er wolle doch jetzt trommeln, und der andere Kuchen wohl noch was in der Kühlung zu stehen hatte, ging’s auf zum Taubenschlach. Auch noch alles gut soweit.

 

Ah… bis ich ein, mir wohlbekanntes, schwarzes BWM Cabrio hinter meinem Auto geparkt sah. RING … RING … Alarmglocken … da passiert gleich was. :) Mit etwas weicheren Beinen, der Situation eben angepasst, wollte ich eigentlich fliehen, hab mich aber der Sache gestellt. Tapfer rauf zum Taubenschlach, wo mich dann wirklich Überraschendes und Erfreuliches erwartete:

 

Alle waren da. :)

 

Ey, Leute, sowas könnt ihr nicht machen. Ehrlich. :) Und noch mal ganz ehrlich: Ich war und bin immer noch, während ich dieses hier schreibe, ergriffen. Und ich danke dem Erbauer des Taubenschlachs, dass da nur kleine Fenster drin sind. Sonst hätte man den Glanz in meinen Augen auch anders deuten können. :) Der „Glanz“ war da, und ihr alle habt diesen Augenblick zu einem unvergesslichen Moment werden lassen.

 

Meine Arme sind leider nicht so lang, das ich euch alle auf einmal drücken kann, würde ich aber tun, wenn es ginge. Ich möchte hier (aus diversen Gründen) nicht alle Namen aufzählen, kann euch aber sagen, dass jeder Einzelne der da war, mir sehr wichtig ist und ich es als besondere und große Ehre empfinde, dass ihr wegen mir da wart.

 

Im Nachhinein erfur ich dann, dass schon seit Mitte Dezember Vorbereitungen zu diesem Event liefen. Im Hintergrund wurde gemailt, telefoniert, abgesprochen, gemacht und getan. Und das alles, ohne dass ich nur einen Funken Ahnung hatte. Unglaublich. Ich brauch noch mal einen Awareness-Kurs. :)

 

An dieser Stelle ganz besonderen Dank an Dilek und Ela, die das Ganze hauptsächlich organisiert und geplant haben. Ihr seid großartig. Die Idee mit dem Bilderrahmen ist super und das beide Jungs dabei waren, war ein topp Timing.

 

 

Danke.

 

 

 

2 thoughts on “… und ich habe nichts geahnt

  1. Pingback: Say goodbye to Hövelhof « LOHAD

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