8 Minuten, 34 Sekunden

Oder … Wie man eine SSN beantragt
oder  … „Ferien mit Onkel Buck“

Ich weiß nicht, ob der Film so bekannt ist. Ich mag den Film und kann ihn nur empfehlen. Ist lustig, und wer John Candy gut findet, sollte mal schauen, ob er den nicht schauen kann. (Was so alles mit deutscher Sprache möglich ist… unglaublich. ;)) Aber …. wie komm ich jetzt auf den Film? Nun, ich hatte bei der Social Security Administration so ein Deja Vu, welches mich genau an diesen Film, resp. eine Szene daraus erinnert hat. Dazu unten der Filmausschnitt. Und genauso war’s. :)

Kommen wir also erst mal zur „Social Security Number“, oder kurz SSN. Das ist hier DIE Nummer. Ohne die geht (angeblich) nichts. Wie wir ja wissen, stimmt das nicht so ganz, da ich ja mein Konto auch ohne existierende SSN habe einrichten können. Gehalt bekomm ich aber z.B. nur, wenn ich HR diese Nummer mitteile. Und auch den Führerschein darf ich erst machen, wenn ich eine SSN habe. Alle möglichen Publikationen weisen drauf hin, dass es ohne SSN eigentlich nicht geht. Stimmt wohl auch, dass vieles nicht geht. Muss noch mal herausfinden, an was genau es gelegen hat, dass ich trotzdem oder grade ohne SSN ein Konto eröffnen konnte. Ich könnte jetzt natürlich zahllose Dinge aufzählen, an denen es gelegen haben könnte, aber genau die offensichtlichen Attribute wie: Absolut gutes Aussehen, selbstsicheres Auftreten, verhandlungssicheres English … waren es wohl nicht. ;) Vielleicht auch nur eine Besonderheit bei Chase und eh total unwichtig, aber solche Sätze fließen so aus der Hand und gestalten den Text des Blogs einfach wunderbar. Und ich hab Spaß.

Um also eine SSN zu beantragen, muss man mit einem ausgefüllten Antragsformular zur Social Security Administration gehen. Die SSA ist wiederum eine Unterabteilung von Homeland Security. Und spätestens seit Jack Bauer wissen wir, wofür diese Jungs und Mädel zuständig sind.

Die Büros der SSA sind in allen Boroughs verstreut, da es aber in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit der Ausstellung der SSN gab, gehen „wir“ direkt in Manhattan in das SSA Büro. Das sollte man sich allerdings nicht sehr prunkvoll oder groß vorstellen. Letztendlich hätte ich das alleine niemals so schnell gefunden. Danke an dieser Stelle noch mal an GE, der mir bei vielen Sachen geholfen hat. Das SSA Büro in Manhattan befindet sich oberhalb des Times Square in der 48ten West. Falls da mal wer hin muss.

Im SSA Büro selbst muss man mal wieder eine Nummer ziehen und warten. Die Wartezeit wird durch das laufende Programm des „Social Security Administration Broadcast“ (das gibt es wirklich) verkürzt. Leider, oder zum Glück?, war der Ton am Fernseher kaputt, sodass ich jetzt nicht genau sagen kann, was sie von uns wollten, aber die Bilder waren schön. Allerdings musste ich auch nicht lange warten. War recht zeitig da.

Man wird dann zu einem Schalter gerufen, muss das ausgefüllte Antragsformular, seinen Pass und sein Visum vorlegen und eine Reihe von Fragen beantworten. Und genau hier kommt nun John Candy, alias Onkel Buck, mit ins Spiel. Die Fragen wurden in ähnlicher Geschwindigkeit gestellt und natürlich auch beantwortet, wie unten im Filmschnipsel zu sehen. Alle? Fast alle. Denn … es entspann sich folgender Frage – Antwort Dialog, der wirklich eine recht hohe Dynamik und Geschwindigkeit hatte:

Der Einfachheit halber nenn ich den, im übrigen sehr netten, Officer mal Gary.

 

Gary: Have you ever requested a SSN?
Ich: No.

Gary: Have your father ever requested a SSN?
Ich: No.

Gary: Have your mother ever requested a SSN?
Ich: No.

Gary: Have you ever had a bank account in the US?
Ich: No. I’ve opened an account yesterday.
Gary: Ok.

Gary: Do you have any relative in the US?
Ich: No.

Gary: Have you ever lived more than 90 days in the US?
Ich: No.

Gary: Have you ever lived outside the US?
*Pause*
*Pause*
*Pause* (Öh… was hat der jetzt gefragt?)

Er schaut von seinem Bildschirm auf und mich an.

Immer noch … *Pause*

Ich (leise): Yes… My whole lifetime (?) Mehr als Frage formuliert, vielleicht hab ich mich ja auch verhört …

Gary fängt breit an zu grinsen und sagt: Yes, that’s totally right. This is one of these nasty questions I have to ask. Und freut sich ein Loch in den Bauch.

Und ich hatte während der „Befragung“ dauernd Onkel Buck im Kopf. :)

Dann eben noch zwei drei Unterschriften und nach (gestoppten) 8 Minuten und 34 Sekunden war der Antrag gestellt und eingetütet. Man muss vielleicht noch ausführen, dass das Beantragen von solchen Dokumenten schon für sich eine spannende Sache ist. Sollten Dokumente nicht passen, oder man gibt falsche oder unwahre Antorten können die einem so ein Dokument schon mal verweigern. Die Officer sind, ähnlich wie die Border Patrol, kleine Könige und ich hatte zumindest anfänglich ein flaues Gefühl im Magen. Mittlerweile ist meine SSN auch angekommen und jetzt fehlt eigentlich nur noch der Führerschein.

Hier mal die Szene die ich meine:

I’m a kid that’s my job. :D


 

 

 

8 thoughts on “8 Minuten, 34 Sekunden

  1. Sehr schön, ich habe köstlich gelacht beim Lesen ;-)
    Und wie läuft es mit dem Führerschein? Nur Theorie oder auch Praxis?

    • Nope. War und ist richtig beantwortet. Verwandtschaft bezieht sich „hier“ nur auf (bestätigte) Verwandte ersten oder zweiten Grades. Ja, ich weiß worauf Du hinaus willst, aber dass ist auch während der Visa Vergabe hinreichend geklärt worden. Zum einen kann man (auch) davon ausgehen, dass er nicht mehr existent ist (RIP), zum anderen gibt es keine offiziellen Dokumente. (Leider. Wer weiß, ob wir nicht Millionäre wären. ;)) Hab das Alles im Vorfeld geklärt, das wär mir sonst zu heikel gewesen. Die „Anderen“ spielen somit für die SSA keine Rolle. Hier nochmal zum anschauen:

      http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/European_kinship_system_de.svg

      PS: Ich weiß jetzt wo die „Drei Fragezeichen“ gebleiben sind. :)
      PPS: Obwohl es sich für unsere Ohren besser anhören würde, ist „relative“ sowohl Einzahl, als auch Mehrzahl. :)

  2. Den Hinweis darauf, dass jemand da vielleicht noch mal hin muss, habe ich auch verstanden :)
    Aber ich werde dich einfach bei der Hand nehmen – so wird es seid „Generationen“ quasi vererbt GW –> GE –> AV –> TE :)

  3. Ein Nachtrag dazu: Es gibt wohl doch beides: Sowohl „relative“, als auch „relatives“. Wie ich am Wochenende erfahren habe, macht es dann einen Unterschied, wenn man von „Angehörigen“ oder von „Verwandten“ spricht. Bei Verwandten sind es realtive auch in der Mehrzahl, und bei Angehörigen relatives. Wird wohl feiner unterschieden. Und dann würd ich doch sagen, das sich die Mehrzahl besser anhört.

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