Abenteuer: Waschen

Das man darüber noch keinen Film gedreht hat. Aber … erste Clips sind ja jetzt aufgetaucht. Joachim Bublath hätte seine Freunde daran, könnte ich mir vorstellen.

Waschen. Ja, auch hier in der neuen Welt muss man mal waschen. Sachen werden schmutzig und bedürfen der Reinigung. Unglaublich, aber doch wahr. Waschen? Nichts einfacher als das, sollte man denken. Ist es auch, wenn man denn einige Besonderheiten beachtet.

Ein kurzer Ausflug in die alte Welt: Dort hatte ich eine Waschmaschine von *****. (Keine Schleichwerbung, bekomm ich ja nicht bezahlt). Die hatte unzählige Programme: Bunt- und Kochwäsche zu 95°, 60° und 40°. Dann noch Feinwäsche mit 50°, 40° und 30°. Dann gab es da noch so was wie Pflegeleicht 45° und 30°. Dann ein Programm für Wolle und Handwäsche. Bei der Handwäsche blieb die Wäsche anschliessend im Wasser liegen. Und man konnte per Knopf und Schalter schonend schleudern und abpumpen. War für die teuren Kaschmir Pullover gedacht, die ich allerdings nicht besitze. Zum Glück, denn ich hatte mal „vergessen“, dass ich was mit „Handwäsche“ gewaschen hatte und das etwas sehr lange im Wasser liegen lassen. Aber das ist eine andere Geschichte, die hier nicht erzählt werden soll. Nur soviel, der Pulli hat es leider nicht überlebt. RIP. :)

Was hatte die Waschmaschine noch? Unterschiedliche Schleuderdrehzahlen konnte man wählen, wiederum um die sündhaft teuren Kaschmir Pullover nicht zu zerknausern. Hm… ich hätte mir vielleicht mal einen Kaschmir Pullover leisten sollen, dann könnte ich auch berichten, ob die Versprechungen in der Bedienungsanleitung so gestimmt haben. Ist jetzt aber auch egal. Meine „alte“ … Waschmaschine hatte also viele Knöpfe, Einstellräder und war (bestimmt) mit einem Superprozessor ausgestattet. Wollte man waschen, belud man sie einfach, wählte das gewünschte Programm, drückte „Start“ und gut war’s. Die genaue Bedienungsanleitung wusste auch zu berichten, dass nach x-Minuten Laufzeit pro Programm die Wäsche sauber war (oder sein sollte ;)).

Wenn ich die Funktionsweise meiner alten Waschmaschine richtig verstanden habe, wurde zunächst kaltes Wasser in wohl dosierten  Mengen zugeführt. Alsdann wurde das Wasser in der Waschmaschine aufgeheizt. Die Werbung hat immer suggeriert, dass nach x-Wäschen der Heizstab verkalkt sei, wenn man nicht dieses oder jenes Waschmittel benutzen würde. Bei mir war nie etwas verkalkt. Zumindest der Heizstab nicht. Nachdem ein Teil des Wassers nun hinzugefügt und auf die eingestellte Temperatur aufgeheizt war, begann sich die Trommel zu drehen. Mal linksrum, mal rechtsrum. Woher ich das weiß? Ok, ich geb’s zu: Bei der ersten Wäsche, als ich die Maschine neu hatte, hab ich mir den gesamten Waschvorgang angeschaut. Wollte doch wissen, ob alles richtig funktioniert.

War die Wäsche dann, nach der durch das jeweilige Programm vergebenen Zeit, fertig, kam der Schleudervorgang. Die Umdrehungszahl variierte dabei nach dem voreingestellten Programm. Mal waren es 800, mal 1400 Umdrehungen. Oder keine, wenn man Kaschmir Pullover gehabt und gewaschen hätte. Und … schwupps … irgendwann war die Wäsche sauber und konnte aufgehängt oder in den Trockner gegeben werden. Das Einzige was man wirklich brauchte, war in etwa die Startzeit des Waschvorgangs. Die Endzeit hatte man an Hand der Zeittabelle recht schnell raus. Als Beispiel dauerte eine Buntwäsche ca. 2 Stunden und eine Feinwäsche ca. 1 Stunde 15 Minuten. Gute alte Zeit.

So, nach dieser kurzen und knappen Einführung und der Auffrischung der Kenntnisse in Sachen Waschen und Waschmaschinen in der alten Welt: Alle noch dabei? Wirklich? Alle? Hm? Wir werden es wohlmöglich nie erfahren, ob alle noch dabei sind. Ist aber auch egal, so egal wie ein Kaschmir Pullover, denke ich. Kommen wir nun zu:

 

Waschen in der neuen Welt

Eines der letzten Abenteuer auf Erden, schätze ich mal. Ok, vielleicht etwas übertrieben, aber nur vielleicht. Und am Ende wird man, und vor allem ich, froh sein, das ich nie einen Kaschmir Pullover besessen habe. Denn hier bekommt der Ausdruck „mangeln“ eine ganz neue Bedeutung.

An dieser Stelle wieder einmal großen Dank an meinen Mentor GE. Sehr gute Einführung in die „Wunderbare Welt des Waschens“, die ich hier und da schon etwas angepasst habe.

 

Waschen #1Kommen wir zuerst also zur Waschmaschine an sich und ihren schon lieb gewonnenen Eigenheiten. Es ist ein hochmoderner Toplader mit einem Fassungsvermögen von geschätzten 20kg Wäsche. Mindestens. Ist ja auch ein Commercial Heavy Duty Waschvollautomat, wobei man das Wort „Automat“ nicht ganz so wörtlich nehmen darf. Und um eins vorwegzunehmen: Es handelt sich bei der Waschmaschine keinesfalls um ein ultra altes Gerät. Diese Waschmaschine ist durchaus Standard in amerikanischen Haushalten. State of the Art Wash sozusagen. Und es ist wirklich eine kleine Kunst.

 

Waschen #2Diese Waschmaschine besitzt ebenfalls ein paar Knöpfe. Mit ein paar sehr rudimentären Funktionen: Man kann zum einen den Füllgrad der Waschmaschine angeben. Wobei da nichts gewogen wird, sondern es kommt eher auf das geschultes Auge und eine gewisse Abschätzung an, wie viel denn jetzt in der Waschtrommel ist. So hat man auch nur die Möglichkeit Small, Medium oder Super einzustellen. Wie man sehr schön auf dem Bild links sehen kann. Wozu das wichtig ist, kommt gleich noch. Des Weiteren hat man noch die Möglichkeit zu wählen, ob man nun kalt oder warm waschen möchte. Der Drehknopf ganz links auf dem Bild regelt das … mehr oder weniger. Wie der aufmerksame Leser erkennen kann, gibt es neben „Cold/Cold“ und „Warm/Warm“ noch die beiden Mischformen „Hot/Cold“ und „Warm/Cold„. Nur … die sind nicht belegt und haben irgendwie keine Funktion.

Und nun kommen wir zur ersten besonderen Besonderheit und vor allem wichtigen Wichtigkeit: Nicht immer ist das drin, was auch drauf steht. So kommt bei Schalterstellung „Warm/Warm“ kaltes Wasser, und bei Schalterstellung „Cold/Cold“ warmes heißes Wasser. Logisch, oder? Wir merken uns das erst mal, weil das nachher noch mal wichtig wird.

 

Waschen #3Dann gibt es noch den großen Programmwahlknopf, den ihr hier auf dem Bild links sehen könnt. Ja, die Zahlen die da stehen sind wirklich Minutenangaben. Moment? Wie lange läuft bei euch ’ne Buntwäsche? So mit 60°, ohne Vorwäsche? Schätzungsweise anderthalb bis zwei Stunden, oder? Und hier, wie man sehen kann: 12 Minuten. Cool, oder? :) Im Land des „schneller, weiter, höher“ wird sogar die Wäsche schneller sauber, wie es scheint. Ob es stimmt? Weiß ich nicht genau, denn jetzt kommen wir zur zweiten Besonderheit: Ich hab noch nie nur 12 Minuten gewaschen. Ich bin da doch etwas altmodisch, und behaupte mal: „Alte“ Technik und Zeiten sind besser. Wenn vielleicht auch 2 Stunden zuviel sind, sind 12 Minuten bestimmt zu wenig.

Nun zum eigentlichen Waschvorgang und wie dieser in einzelnen Schritten abläuft und wieder mit einer kleinen Besonderheit gespickt ist, wie man weiter unten auf dem Bild sehen kann. Man belädt also zuerst mal die Waschmaschine mit den sündhaft teuren Kaschmir Pullovern der Wäsche. Dann gibt man Flüssigwaschmittel hinzu. Schön verteilen, und man kann das auch lagenweise variieren. Erste Lage Wäsche … etwas Flüssigwaschmittel … zweite Lage Wäsche … nächste Portion Flüssigwaschmittel. Gut, das hätten wir also. Nun stellt man den großen Programmwahlknopf auf das Programm ein, mit dem man gerne waschen möchte. Sagen wir mal „Colors“. Den Drehpfeil auf 12 Minuten stellen und den Knopf nach oben ziehen. Gemacht.

Waschen #4Was passiert? Nun…. es fließt Wasser in die Maschine. Und zwar je nachdem wie man (siehe oben) den Füllgradknopf eingestellt hat, unterschiedlich viel. Das gesamte Wasser fließt also hier vor dem eigentlichen Waschgang in die Waschmaschine. Und zwar in genau zwei Temperaturen: Entweder wirklich sau-heiß, wenn der Temperaturwähler auf „Cold/Cold“ steht oder kalt, wenn der Temperaturwähler auf „Warm/Warm“ steht. Das wiederum heißt, man ist selber für die Temperatur verantwortlich, mit der letztendlich gewaschen wird. Man könnte den Temperaturwähler natürlich immer auf „Cold/Cold“ stellen oder stehen lassen, aber ob man jede Wäsche mit verbrühend heißem Wasser waschen möchte, wage ich zu bezweifeln. Es sei denn man trägt nur Feinripp, anstatt den sündhaft teuren Kaschmir Pullovern. (Gibt es eigentlich auch Kaschmir Unterwäsche?) So dreht man also den Temperaturwähler mal auf „Warm/Warm„, mal auf „Cold/Cold“ um die bestgefühlte Temperatur für die Wäsche einzustellen. Das ist mal echte Handarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei dreht man die Waschtrommel immer ein wenig weiter, damit sich das Wasser schon vorab gut verteilen kann. Eine Art „Vorwäsche“, wenn man so möchte.

Ist dann der Füllvorgang der Waschmaschine abgeschlossen schließt man den Deckel, und dass eigentliche Waschen beginnt. Wobei man da doch eher von „mangeln“ sprechen sollte. Richtig schonend sieht das nicht aus. Ich hab mal einen kleinen Flimclip(*) dazu gedreht. Die, ich nenn sie mal Mangelmitte, dreht sich dabei entgegengesetzt der Waschtrommeldrehrichtung. Das bewirkt, dass sich die Wäsche mangelnd um diesen Mangelstab dreht. Deswegen heißt der ja auch Mangelstab. Spätestens hier hat es dann den Kaschmir Pullover dahingerafft. Dazu gab es einen guten Tipp von GE: Nimm für „gute Wäsche“ einen Wäschesack. (Und für Hemden die Wäscherei, die bügeln das auch gleich. ;) ) Sollte man beherzigen, wenn man nicht auf einmal das Emblem der Mets, welches normalerweise vorne auf dem T-Shirt sitzt, an der Seite tragen möchte.

 

Waschen - The Movie

 

Würde man jetzt nichts weiter unternehmen, würde die Wäsche nach gut 12 Minuten gespült und geschleudert. Fertig. Aber …. das wollen wir ja nicht. Heißt: Sofort nach ziehen des Knopfes der den Waschvorgang einleitet, joggt man nach oben und stellt am Herd den Klingelwecker auf 8 Minuten. Oder eben einen anderen Wecker auf 8 Minuten. Sobald der Wecker klingelt, joggt man wieder nach unten, unterbricht durch drücken des Programmwahlknopfes den Waschvorgang, und stellt ihn nochmal auf 12 Minuten ein. Das Ganze kann man dann noch ein-, zweimal wiederholen um auf die gewünschte Länge des Waschvorgangs zu kommen. Meistens mach ich das zwei, dreimal. Je nachdem, wie unsauber die Wäsche denn nun war. Ganz wichtig, hatte ich noch vergessen zu erwähnen: Den Temperaturwähler des Wasserzulaufes sollte man vor dem Spülvorgang immer wieder auf „Warm/Warm„, also kaltes Wasser, einstellen. Sonst wird die Wäsche mit brühend heißem Wasser gespült. Auswirkungen… unbekannt. :)

Nach dem Spülen beginnt der Schleudervorgang der folgende Umdrehungszahlen kennt: schnell. Zumindest „klebt“ die Wäsche nach dem schleudern regelrecht an den Innenwänden der Waschmaschine.

Positiv bleibt noch zu berichten: Durch das absichtliche Höherstellen des Füllgrades erreicht man, dass mehr Wasser in die Maschine fließt. Die Wäsche kann so freier „schwimmen“ und wird etwas weniger gemangelt. Die Wäsche war bisher immer sauber. Man bleibt fit … Treppe rauf, Treppe runter. Man macht mal wieder was „handwerkliches“: Einstellen der Wassertemperatur. Alles in allem: Eine saubere Sache. Ohne Clementine.

 

(*) Sicherheitshinweis: Liebe Kinder, bitte das mit der offenen Waschmaschine nicht nachmachen. Das war ein abgesperrter Parcours mit einem ausgebildeten Fahrer. Please, do not attempt.

 

 

3 thoughts on “Abenteuer: Waschen

  1. Hallo Andreas,
    Dein nächstes Geburtstagsgeschenk ist schon gekauft. Vielleicht kannst du es erahnen?
    Fängt mit K an ……….. und hört mit e auf. Na, schon eine Iddee.
    LG
    Petra

    • … und hat was mit waschen zu tun? :?

      Hmm … ich hab ne Idee, aber die hört nicht mit „e“ auf (die Idee schon, aber nicht der Gedanke. Obwohl … der auch. :)), und würde durchs Waschen nur zermangelt werden. :)

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