11-Uhr-Meeting …

… und lecker duftendes indisches Essen. Was das miteinander zu tun hat?

Eigentlich nichts, außer man möchte zumindest zwei Kuriositäten beschreiben, die ich täglich im Büro erlebe.

Zum Büro und zum Gebäude bleibt zu sagen, dass es von außen einen (klitze-)kleinen schlossähnlichen Charakter hat. Der sich im inneren, außer in der repräsentativen Eingangshalle, aber nicht so fortsetzt.

Schade eigentlich. Es sei denn, man bezeichnet die ca. 5 Meter hohen Decken als rustikalen Charme. Die Decken allerdings werden eher dazu genutzt, um notwendige Versorgungsleitungen wie Stromkabel und Klimaanlage oder Belüftungsrohre unterzubringen. Hat hier also weniger den Charme eines Schlosses. Das Bild zeigt mal den Blick nach oben. Unspannend.

Ceiling

Das Bürogebäude liegt direkt an der Franklin Ave und hat recht günstige Anschlüsse an die Bahn, als auch an die beiden Highways Southern, resp. Northern State Parkway. Böse Zungen aus der Region behaupten allerdings, dass man Parkway durchaus wörtlich nehmen dürfe. Der größte Parkplatz östlich von New York. Schnell und einfach zu erreichende Bahnstation der LIRR gibt es zum einen gleich gegenüber. 3 mal der Länge nach hinfallen (ok, ich wohl eher 5-6 mal) und man kann in einen Zug am Haltepunkt Country Life Press einsteigen. Zum anderen sind die Bahnhöfe Garden City und Mineola schnell und einfach zu erreichen.

 

From aboveDank Google Maps mal eine Draufsicht auf das Gebäude und drumherum. Hier der Link für die, die es näher interessiert. Und da bisher die Röntgensatelliten der NASA noch nicht überall vorbeigekommen sind um die nächste Stufe des Streetview einzuleiten, hab ich mal zur Maus gegriffen und versucht zu malen, wie es schematisch drinnen ausschaut. Diese kurze Skizze ist gleich für das 11-Uhr-Meeting wichtig. Bis auf wenige Büros in der Mitte des Gebäudes und noch weniger Büros an den Aussenseiten, die dann aber auch Fenster haben, gibt es überwiegend diese Cubicles wie auf den Bildern zu sehen.

 

 

Cubicles

Cubicle

Office

 

Wir sitzen in einer Ecke zusammen mit Webentwicklern und Datenbankjungs. Sozusagen mitten in einer anderen Abteilung. Alle Jungs, besonders Jose und Eric, sind super drauf. Nett, immer einen Scherz auf den Lippen, da kann man nicht meckern. Die Skizze zeigt in etwa die räumliche Aufteilung.

Nun ist es so, dass sich diese Abteilung jeden Morgen zum 11-Uhr-Meeting trifft. Soweit nichts spannendes oder kurioses, könnte man meinen. Jetzt kommt nur das wie. Anstatt sich in einem Besprechungsraum zusammenzufinden, wird eine Telefonkonferenz abgehalten. Ja, richtig gelesen: Eine Telefonkonferenz. Innerhalb der Abteilung. Doch das ist nicht mal das Heftigste dabei: Viele stellen währen dieser Telefonkonferenzen (denn es gibt nicht nur das 11-Uhr-Meeting) ihre Telefone auf Handsfree und wickeln das über den Lautsprecher des Telefons ab. Hört sich super an, wenn Du links von Dir Jose normal sprechen hörst und das über die Wand von FJs oder Michaels Telefon zurückkommt. Gleichzeitig kommt die Stimme auch noch von vorne links aus dem Büro von Zlatko, der sein Telefon immer sehr laut eingestellt hat. Das nennt man dann wohl räumliches Hören.

Diese Handsfree-ich-legs-auf-den-Speaker-und-jeder-kann-mithören Praxis ist allerdings auch bei normalen Gesprächen weit verbreitet und üblich. Nicht immer lustig, zumal wenn man selbst grade telefonieren muss. Die Frage nach dem „Warum machen die das so?“ hab ich noch nicht abschließend beantworten können. Vielleicht steckt so was wie: „Du hörst mich telefonieren, also arbeite ich.“ dahinter. (?)

Ebenfalls ist auf der Skizze angedeutet, die Küche zu sehen. Wobei Küche übertrieben ist. Dort steht der Kaffeeautomat, ein Kühlschrank und eine Mikrowelle in der Dimension eines kleinen Herdes. Und diese Mikrowelle wird um die Mittagszeit stark frequentiert. Es gibt hier zwar auch eine Kantine, aber die hat bei weitem nicht den Qualitätsstaus was das Essen betrifft, wie z.B. die in GT. Zudem ist es nicht grade günstig dort zu Mittag zu essen. In der Kantine gab es mal mehrere Mikrowellen die frei benutzt werden konnten. Viele der Kollegen sind zur Mittagszeit also Richtung Kantine um dort ihr mitgebrachtes Essen warmzumachen. Nur hat vor kurzem der Besitzer der Kantine gewechselt. Der hatte nichts eiligeres zu tun, als erst mal ein, zwei Mikrowellen stillzulegen. Soll man doch erst mal sein Kantinenessen essen. Viele wollen oder wollten das nicht, sodass sich jetzt die Mikrowelle in der Küche einer gewissen Beliebtheit erfreuen kann. Da sehr viele Kollegen Inder sind, sind auch die Düfte die das Essen produziert, meist indischen oder asiatischen Ursprungs. (Auch) nicht immer lustig von ca. 11:45 bis 13:00 Uhr im Essensduft zu sitzen, zumal man keine Fenster aufmachen kann. Aber da gibt’s mit Sicherheit Schlimmeres.

Ah… Moment… muss mal eben ans Telefon – Hi Sirisha, ah, one moment, please hold on, will be right back – Sorry, ich muss hier leider aufhören zu schreiben, sonst könnt ihr alles mithören. Denn was die können, kann ich auch. Absolut anpassungsfähig.

2 thoughts on “11-Uhr-Meeting …

  1. Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass es sich anhört als würdest Du im Aufenthaltsraum arbeiten wenn man mit Dir telefoniert…… :-)

  2. Die Einzelbüros, die ich in GT bei dir besichtigen durfte, waren ja auch echter Luxus. Unser Technischte Zentrum in E-Born (kurz: TZE) wurde nun nach langer Zeit auch renoviert – von innen versteht sich. Von außen vertraut man einfach dem alten 70er Jahre Kupfer (?) Look.

    Jedenfalls wurden nun auch nach und nach, langsam und schleichend die Büros größer (oder ich hab in die falschen Projekte/Abteilungen gewechsel?!). Wenn man anfangs meinte, mit 4 Leuten in einem Büro sitzen zu müssen, wäre schon schlimm, der wußte damals noch nicht, in welch einem Luxus er/sie sich befand. Darauf folgte bei mir ein Sitzplatz auf einer Art Balkon mit Blick nach unten auf den Operationsbereich (war als Händlerraum gedacht, aber soweit kam es nie). Naja, war weniger laut als gedacht – jedenfalls vom Ops-Bereich von unter dem Balkon.

    Ich vermute heute noch, dass sich meine Kollegen intern abgesprochen und alle ihre Calls täglich auf die gleiche Zeit gelegt haben, damit ich ja nicht auf die Idee komme, Ruhe zum Arbeiten zu bekommen.

    Wie dem auch sei, folgte für mich dann ein ca. 30 Personen Büro, was für mich schon ein Großraumbüro war. Nächstes Projekt: 60 Personen im Büro. Ach so, wir haben übrigens in keinem der Büros Trennwände gehabt – weder seitlich, noch zu dem gegenüber, weil das sonst ja unsere Zusammenarbeit ineffektiv gemacht hätte…

    Der Super-Gau kam dann letztes Jahr: ca. 250 Personen Großraumbüro, dafür aber hier und da mit Trennwand, plus Arbeitsplatzverdichtung – sonst hätten die nie so viele Leute da hinbekommen. So ein bißchen Arbeitsplätze zusammenrücken hat mir mal wieder gezeigt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist nach dem Motto „da war doch letzte Woche noch mein Weg zum Drucker – ist zwar 50cm schmaler, aber ist ja nicht schlimm“.
    … war übrigens genau das Büro, auf das ich noch Jahre zuvor von meinem Balkonarbeitsplatz herunterlächeln konnte… Ironie des Schicksals!

    Jetzt ist es etwas besser geworden – was Farbe und neue Möbel nicht alles bewirken können… ok, die oben beschriebenen Büros liegen an 4 verschiedenen Lokationen. Das Großraumbüro heute kleiner, aber auch nur, weil man jetzt APs shared nach einer gewissen Ratio. Morgens hole ich meine Sachen aus meinem Locker und suche mir einen Platz. Zum Telefonieren gehe ich in den Think Tank… naja, scheinbar nur ich :P

    Ich bin mal gespannt, wohin mein nächster Umzug geht ;)

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