A Day at the Races

Frei nach den Marx Brothers. Ok, nicht wirklich, aber so einige Szenen vom heutigen Tag haben mich sehr an den guten alten Film erinnert. Und wir waren auch zu dritt, wenn auch weit entfernt, Gaucho, Harpo und Chico nachzueifern. Zu dritt meint in diesem Fall: Mareike, Thomas und meine Kleinigkeit. Wir waren heute im Belmont Park, um uns das Rennen der Rennen im Galoppsport anzuschauen: Das Belmont Stakes.

New YorkDas Belmont Stakes ist das letzte Rennen der Triple Crown. Der Triple Crown besteht in den USA aus drei Rennen: Dem Kentucky Derby, dem Preakness Stakes und eben dem Belmont Stakes, welches die Triple Crown abschliesst. Triple Crown Sieger darf sich das Pferd nennen, das alle drei großen Rennen in einem Jahr als Sieger beendet. Das ist allerdings alles andere als einfach. In der 125jährigen Geschichte des Triple Crown haben nur 11 Pferde diese Leistung geschafft, dass letzte Mal 1978.

Wie komm ich jetzt dazu, mir Pferderennen anzuschauen? Gute und berechtigte Frage, wenn auch wohl nur ich die stelle, um einen Aufmacher für den Artikel zu haben. ;) Um ehrlich zu sein, war oder ist ein Film Schuld, in den ich mal gestolpert bin. Der Film heißt Secretariat und handelt von dem gleichnamigen Pferd, welches 1973 die Triple Crown mit jeweils drei Bahnrekorden in den oben genannten Rennen, gewonnen hat. Besonders hervorzuheben war wohl der Sieg des Belmont Stakes. Secretariat gewann das Rennen mit 31 Längen Vorsprung. Unglaublich, wenn man heute gesehen hat, dass viele Sieger der Rennen erst durch die Auswertung des Zielfotos ermittelt werden konnten. Secretariat gilt als das beste Rennpferd aller Zeiten und ich fand den Film, ersten Befürchtungen zum Trotz, richtig gut. Dieser Film war also der Auslöser, dass ich mir das Belmont Stakes einmal live anschauen wollte.

Oneway

Der Belmont Park liegt auch nur einen Steinwurf weit von Capitol Manor entfernt. Mit der Bahn in gut 20-25 Minuten zu erreichen, kein großes Ding. Die An- und Abreise zu solchen Veranstaltungen klappt hier in NY irgendwie immer besonders gut. Bisher hatte ich noch nie Schwierigkeiten. Ich erinnere mich da an ein Konzert in der Veltins Arena auf Schalke, da stand ich nach dem Konzert 2 Stunden auf dem Parkplatz, bevor überhaupt was vorwärts ging. Der Belmont Park hat eine Außengesamtlänge von einer Meile, und besteht aus drei Rennstrecken: Zwei inneren Gras-Ovalen und einem Außenoval aus „Dreck“. Keine Ahnung, wie ich das sonst beschreiben soll. Schlamm passte heute aufgrund des Wetters ganz gut, aber das ist mit Sicherheit die falsche Bezeichnung dafür. Das Ganze war schon recht schlammig und dreckig, wie man auf den Bildern hoffentlich gut sehen kann. Die Pferde und Reiter hinter der Spitzengruppe sahen jedenfalls in jedem Rennen auf dem Dirt-Track schön schlammig aus.  Das regnerische Wetter heute hat einen guten Anteil am Zustand der Außen-Dirt-Bahn gehabt. Ich denke mal, dass es ganz gut für Pferde, Reiter und Zuschauer war, dass sich die Temperaturen der letzten Tage nicht gehalten haben und das es heute ein Nieselregentag war. Die letzten Tage lagen immer um die 36°C. Heute war es mit regnerischen 18-20°C ok, obwohl es ein wenig weniger hätte nieseln können. Und der Regen hat den Untergrund der Rennbahn für die Pferde bestimmt nicht einfacher gemacht. Schweres Geläuf halt.

Das Belmont Stakes ist (fast) das letzte Rennen des Tages und findet erst gegen 18:30 Uhr statt. Der Renntag fängt aber schon gegen 11:00 Uhr an, und es gibt, wie schon gesagt, ein gutes Dutzend Rahmenrennen. Dort geht es mal über eine Meile, mal über 1 1/8 Meilen, mal auf Gras, mal auf dem Dirt-Track, mal dürfen nur zweijährige Pferde starten, mal nur Stuten und bei einem Rennen mussten die Pferde die Strecke rückwärts zurücklegen. Das Belmont Stakes ist nicht wirklich das letzte Rennen, danach folgen noch weitere zwei Rennen, aber 97% der Zuschauer verlassen nach dem Rennen fluchtartig die Anlage, so das ich davon ausgehe, dass die letzten beiden Rennen nur von wenigen Zuschauern verfolgt werden.

Neben dem Pferderennenzuschauen-Zeitvertreib und dem Schau-dir-mal-den-Hut-an-Zeitvertreib kann man natürlich auch auf wetten. Da will ich jetzt mal gar nicht tief einsteigen. Weil … ich hab’s nicht kapiert. :) Ich hab allerdings und natürlich auch gewettet. Einen Reiz sollte so ein Rennen ja schon haben, sonst ist es ehrlich gesagt doch allzu langweilig, sich das „nur“ anzuschauen. Die Wetteinsätze hielten sich jedoch in sehr überschaubaren Grenzen. Wetten und reich werden. Ich hab nur gewettet. Ok, und bei einem Rennen was gewonnen. Yep. Wenn ich die gewonnenen 90 Cent, bei einem Einsatz von 2$, 278 Jahre lang gut anlege, bin ich doch dann irgendwann mal Millionär. Es gibt zwar zu den einzelnen Pferden und Jockeys hunderte unterschiedliche Statistiken die die jeweilige Stärke darstellen sollen, aber ich habe das nicht kapiert und verschiedene andere Wettansätze ausgewählt. Wobei mir der Der-Name-des-Pferdes-gefällt-mir-Ansatz besser gefallen hat, als der Ich-lasse-durch-eine-iPhoneApp-eine-Zufallszahl-generieren-und-tippe-die-Startnummer-Ansatz. Hat im übrigen beides nicht zum Erfolg geführt. Und reich wäre ich bei einem Einsatz von 9$ (leider) auch nicht geworden.

Bet

Da war das Beobachten der anderen Zuschauer schon ertragreicher. Zumindest was die Eindrücke angeht. Ok, bei einem Millionengewinn, der bestimmt eingetroffen wäre, wenn ich im fünften Rennen nicht 1$ auf Exacta Box 3,6,8 sondern 500 $ auf Superfecta 2,4,8,1 getippt hätte, hätte sich Uschi sofort in mich verliebt. Aber man kann ja nicht alles haben. Das war aber auch schicker Hut und so.

Und schicke Hüte gab es viele, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Allerdings, und das verwundert dann doch wieder, war oftmals bei den Hüten Schluss. Es gab zwar auch viele, die sich in Schale geworfen hatten und zu dem Hut ein Kleid mit dementsprechenden Schuhen trugen, aber es gab auch viele, die einfach nur nen schicken Hut trugen. Dazu dann ein Schlabbertop und Gummistiefel. (?) Man hatte hier und da den Eindruck, es wurde nur der Hut ausgetragen und auf den Rest gepfiffen. Oben hui, unten pfui. War aber lustig.

Im übrigen waren die Menschen das wirkliche Highlight. Und ich möchte den Artikel mit diesem Bild (fast) abschliessen. Erinnert sehr an Loriot  „Wo laufen sie denn?“

Wo laufen sie denn?

Fazit: Ich hatte viel Spaß, aber der absolute Funke zu Galopprennen wollte nicht überspringen. Hat man mal gesehen, war ok, aber ob ich da noch mal hingehe? Ich denke eher nicht. Es war ein sehr schöner, kurzweiliger Day at the Races. Vielen Dank an Mareike und Tom, hat viel Spaß gemacht. Und wir hätten uns eigentlich denken können, das Animal Kingdom das im letzten Rennen nicht macht. Der hat doch noch nie auf Dirt gewonnen. Mensch, wie konnten wir das nur übersehen? ;)

 

Und … Naja, so’n Pferd ist ja schließlich auch nur’n Mensch.

 

 

 

 

 

Kurzer Nachtrag: Hier für Interessierte der Artikel der NYT zum heutigen Renntag. Und für die Statstik: Es waren knapp 56.000 Zuschauer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

One thought on “A Day at the Races

  1. Wir danken :) Es hat uns auch viel Spaß gemacht!
    Am besten haben mir auch die ganzen Betrunkenen gefallen, die uns/mich aufklären wollten wie das alles geht :o)

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