DC

Wer nach Washington DC fährt und unter Umständen andere U-Bahnen kennt, muss mal mit der U-Bahn hier fahren. Die U-Bahn in Manhattan ist so das Schlimmste was es an U-Bahn gibt, die ich kenne. Immer sehr warm, wenn nicht heiß und schwül. Wann welcher Zug kommt ist auch nicht immer ersichtlich. Dann gibt es ein Wirrwarr von Southbound und Northbound, Links und Rechts, Oben und Unten. Wenn man nicht aufpasst, steigt man flugs mal in einen Expresszug ein, der dann garantiert nicht an der Station hält, wo man hin möchte. Es funktioniert zwar immer besser, ist aber auch jedes Mal ein kleines Abenteuer. Die Tube in London ist rustikal und effektiv. Ich mag die hölzernen Rolltreppen und „Mind the Gap“. Die Metro in Paris funktioniert für mich, auch wenn alles in französisch ist. Berlin und Hamburg sind ok, auch wenn es einige unschöne Stationen gibt. Aber … die Metro in Washington DC toppt alles, was ich bisher gesehen habe. Im positiven Sinn. Um eine Metapher zu verwenden: Es ist fast so, als würdest Du U-Bahn mit oder in Deinem Wohnzimmer fahren. Die Stationen sind riesig groß und mit indirektem Licht gut ausgeleuchtet. Beeindruckende Tunnelröhren, bestimmt so um die 10-15 Meter hoch, geben sehr viel Raum. Die Informationstafeln sind wirklich informativ. Und die Züge … die Züge sind mit Teppichboden ausgelegt, und über eine Art „Duftsystem“ wird die Luft mit einem Zitronenduft verbessert. Paul fand zwar, dass es etwas zu stark danach roch, ich fand es gut. Die Metro in Washington DC ist eine echte Attraktion, und angesichts der Parkplatzsituation rund um die Mall, auch das bevorzugte Verkehrsmittel um in die Stadt zu kommen.

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Das Auto lassen wir am Motel stehen und werden mit dem Shuttle zur U-Bahn gebracht. Zwanzig Minuten später sind wir am östlichen Ende der Mall, unterhalb des Capitols und dem Supreme Court angekommen. Wir haben diesen „Einstiegspunkt“ gewählt, um vom Capitol über das Washington Monument, vorbei am Refletcion Pool bis hin zum Lincoln Memorial zu laufen. Von dort soll es dann zum Tee mit dem Präsidenten gehen, welches leider kurzfristig abgesagt werden musste, da wir noch in an das „Air and Space Museum“ wollten. Ich mag jetzt nicht alle einzelnen Stationen aufzählen, wo wir überall waren. Zum einen hab ich die beiden Jungs heute schon genug mit Geschichte „geärgert“, zum anderen bietet Wikipedia oder ein Reiseführer da bessere und weitere Informationen. Da soll der abgewandelte Sinnspruch „Pictures speaks louder than words“ herhalten. Ein paar Bilder gibt’s hier zu sehen und ein paar mehr Bilder hier von Yan, der wieder einmal sehr schöne Bilder geschossen hat.

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Ein paar Eindrücke sollen aber nicht fehlen. Aus der U-Bahn ausgestiegen und umgeschaut, war mein erster Gedanke: So muss es im alten Rom ausgesehen haben. Marmor und Granit beherrschen das Stadtbild hier an der Mall. Dazu kommen Gebäude mit Säulen, die wiederum an die Akropolis in Athen erinnern. Alles ist groß und wuchtig gebaut, und die wichtigsten Ministerien liegen nah am Capitol und am Weißen Haus. Was weiterhin auffällt: Die Sicherheitsvorkehrungen sind augenscheinlich sehr hoch. Es gibt eine starke Polizeipräsenz und zahlreiche Straßensperren mit im Boden versenkbaren Stahlpollern. Dabei wirkt die Polizeipräsenz allerdings nicht aufdringlich, ich hab mehr den Eindruck, man hält sich im Hintergrund, zeigt aber trotzdem, dass „man“ da ist.

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Die einzelnen Gebäude, Denkmäler, Kirchen und Gedenkstätten sind alle sehr imposant und beeindruckend. Auch Yan und Paul sind begeistert und schießen Fotos um die Wette. Lustig zu sehen, wenn Yanni eine andere Perspektive sucht, sich z.B. hinkniet, macht Paul ihm das nach. Cool. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass der Reflection Pool zurzeit renoviert wird und kein Wasser führt. Obwohl die Bagger auch eine gewisse Anziehungskraft auf zwei Leute hatten.

Den Abschluss des Tages war ein Besuch im „Air and Space Museum“. Ein Besuch mit Kindern lohnt sich dort auf jeden Fall. Neben dem normalen Museumsgedöns – Exponat mit mehr oder weniger langweiligen Erklärung auf ’ner Tafel – gibt es „Museum und Technik zum Anfassen“. So wissen wir jetzt z.B. wie eine Jetturbine funktioniert, welche Funktion die Flaps an Flugzeugflügeln haben und wie stark ein leichtes Vakuum ist. Das letzte Highlight des Tages war der Flug in einem F18-Simulator. Wobei ich gerne das Geld wieder hätte … es hat keiner gekoztbrochen.

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