Relatively Speaking

Eigentlich wollte ich ins Museum, bin dann aber in einem Broadwaystück gelandet, hab eine absolut perspektivische Bruchlandung erlitten und dann noch ein paar Scateboarder kennengelernt. Was das alles mit  „Relatively Speaking“ zu tun hat? Nichts, oder doch alles und macht sich sehr fein als Titel. Life is short, there are no rules.

Vielleicht aber doch der Reihe nach. Ich hatte ja, als ich das letzte Mal in der Grand Central Station war, davon berichtet, dass dort der neue Apple Store aufgemacht hat, und man ein super natürliches Stativ durch den oberen Balkon hat. Bei meinem letzten Besuch kam mir dann auch die grandiose Idee – obwohl, so grandios ist sie dann in der Nachbetrachtung doch nicht mehr -, ein Panorama von einem meiner Lieblingsgebäude in New York zu machen. Dabei bin allerdings meiner Wunschvorstellung aufgesessen, das ich eine Art „Verschiebepanorama“ hinbekomme. Man müsse nur genügend Bilder nebeneinander machen, um die dann nachher, ohne irgendeine Kissenverzerrung oder ähnliches, zusammen zu basteln. Super. Du Drösel. Netter Gedanke, aber geht halt nicht, weil, wenn ich meinen Standort verschiebe, verschieben sich logischer Weise auch die Bezugslinien und eben die Perspektive, zumindest dann wenn man praktisch jedes Mal das Gleiche aufnimmt. Aua, Fail. Aufgefallen, und angefangen mich zu beschimpfen, ist mir das natürlich erst in der Nachbereitung der Bilder. Während der Knipserei und der Unterhaltung mit dem Sicherheitschef von Apple, ist mir das natürlich nicht in den Sinn gekommen und ich war immer noch froher Dinge. Ok, ob es jetzt der echte Sicherheitschef von Apple war, weiß ich nicht, aber er war sehr groß hat mich finster angeschaut und mir die letzte Aufnahme vom Balkon auf der rechten Seite versucht zu untersagen. Da ich ihn aber nicht sofort verstanden habe, ab und zu kann man ja mal so tun, als wäre man nur Tourist, hat es doch noch geklappt. Bei dem Gespräch kam allerdings heraus, dass man es aus der Sicht von Apple nicht gerne sieht, oder es eben auch untersagt, das Balkongeländer als Stativ zu benutzen. Es wären wohl schon ein paar Kameras runtergefallen und hätten die Leute unten in der Halle in Gefahr gebracht. Die Frage ob man ein Stativ benutzen dürfte, wurde verneint. Apple würde es nicht erlauben auf dem Balkon oder auf der Treppe ein Stativ zu benutzen. Einerseits verständlich, andererseits wird es, wie ich beim letzten Besuch gesehen habe, etwas lax gehandhabt. Also schnell sein und schauen ob gerade so ein Securitymensch in der Nähe ist, wenn man das Balkongeländer als Stativ nutzen will. Und am besten ein Weitwinkel und keine Gedanken mehr an nicht zu machende Panoramaaufnahmen. Vielleicht sollte ich mir das mit dem Fotografieren noch mal überlegen.

Eigentlich wollte ich ins Museum of Arts and Design. Das Museum ist Broadway / 58th. Hört und liest sich immer noch sehr geil an, finde ich. „Wo bist Du?“ „8te, Ecke 47te.“ Perfekt. Ok, zurück zum Museum. Oder besser gesagt, zurück zum Weg zum Museum. Auf dem Weg dort hin hab ich ein paar Jungs kennengelernt, die in einer Seitenstraße Skateboard gefahren sind. Sah spektakulär aus. Sie sprangen mit ihren Boards aus einer Einfahrt über die Stufen hin zum Bürgersteig. Wir kamen ins Gespräch und da ich die Kamera noch in der Hand hatte, hab ich ein paar Bilder gemacht. Mailadressen waren schnell ausgetauscht und ich denke die Bilder sind mittlerweile auf Facebook oder wo auch immer zu sehen. Sind ’ne ganze Handvoll Bilder geworden, hier mal ein paar Eindrücke.

Scater #3

Scater #1

Scater #2

Den Besuch des Museum beschreib ich dann ein andermal, denn ich bekam eine SMS von einem Freund ob ich nicht Lust hätte, mit in eine Broadwashow zu kommen. Sicher, kein Problem, Museum steht da auch nächste Woche noch, dann lieber eine Broadwayshow. Man muss halt mal flexibel sein. Das Museum also rechts liegen lassen und ab zum Broadway. Dort haben wir uns dann das Stück „Relatively Speaking“ angeschaut. Köstlich. Hatte ich einen Spaß. Das Stück ist eine Komödie in drei Akten von drei unterschiedlichen Autoren und beschreibt im Wesentlichen familiäre Alltagsgeschichten, auch wenn die hier und da sehr überzeichnet sind, was aber grade den Spaß ausmacht. Bei den Autoren handelt es sich um Ethan Coen, einen der beiden Coen-Brüder. Sehr bekannt durch zum Beispiel „O Brother Where Art Thou?“ mit George Clooney. Wer meine DVD Sammlung und mich kennt, weiß was ich meine. Ein weiterer Autor oder Autorin ist Elaine May, bekannt durch z.B „Tootsie“ und last, but not least: Woody Allen. Das Stück um einige Neurosen und heftige Späße wird von John Turturro in Szene gesetzt. John Turturro ist zum Beispiel aus Transformers bekannt. Dort spielt er den Sector-7 Agenten Simmons. Zum Stück selber mag ich sagen, dass ich am Anfang des ersten Aktes kurz Bedenken hatte, das Stück dann aber alle (nicht vorhandenen, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt) Erwartungen übertroffen hat. Wunderbar pointierte Texte, die ich leider nicht so ins Deutsche übersetzen kann (und auch nicht sollte). Und um gar nicht erst in eine sprachliche Falle zu geraten, zitiere ich lieber die NYT:

RSNYT1

RSNYT2

Wer die drei Autoren mag, wird auch diese Stück über kleine Peinlichkeiten, nörgelnde Mütter, aufbrausende Väter und Neurosen mögen. Das Schöne: Auch wenn es teilweise überzogen dargestellt ist, es passt und man kann sagen: „Jau, kenn ich. Auch wenn ich kein Haus in den Hamptons habe.

 

And to whom it may concern: Thanks for your invitation. It was an impressive evening.

 

 

 

2 thoughts on “Relatively Speaking

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