A night at the racino

Ende Oktober 2011 hat in Queens das Resort World Casino seine Tore eröffnet. Eigentlich kein richtiges Casino, die Leute nennen es Racino, aber es hört sich eben besser an, als von einer Daddelhalle zu sprechen. Zum einen ist das Glücksspiel, welches man mit einem Casino üblicherweise verbindet, in den USA nur in Nevada, dort hauptsächlich in Las Vegas und Reno, in Atlantic City und einigen Indianerreservaten erlaubt. Zum anderen gehört das Resort World Casino zum Komplex des Aqueduct Racetrack in Queens. Der Aqueduct Racetrack ist eine der drei Pferderennbahnen in New York City und Umgebung, neben den Rennbahnen in Yonkers und Belmont (von der ja hier schon berichtet wurde). Der Aqueduct Racetrack liegt nur einen Steinwurf weit entfernt vom JFK Flughafen mitten in Queens.

Und eine klitzekleine Lücke in der rechtlichen(?) Definition eines Casinos hat es den Betreibern erlaubt, dort ein großes Casino zu erbauen. Laut Definition handelt es ich nur dann um ein echtes Casino, wenn es menschliche  Dealer (Human Dealers) für z.B. Roulette, Black Jack oder Baccara gibt. Die Betreiber haben das ganz einfach „umgangen“, indem sie zum Beispiel beim Baccara Roboter einsetzen, die die Karten verteilen. Ähnlich beim Roulette: Die Spieler sitzen erhöht vor Terminals, machen ihren Einsatz und in der Mitte steht ein Glaskasten, in dem sich das Rouletterad dreht. Die Kugel wird durch einen was-auch-immer-Mechanismus in das Rad gegeben und bleibt dann irgendwann liegen. Meistens auf der Null oder der Zahl, auf die man grad nicht gesetzt hat. Das ganze hat zwar eine Art Casino-Flair, aber so richtig ist es dann doch nicht.

Beherrscht werden die zurzeit 2 Etagen eh von gut 5000 einarmigen Banditen in denen man sein Geld verspielen kann. Die Limits reichen von 1-Cent über 2- und 5-Cent Maschinen bis hin zu 25$ Maschinen im abgetrennten High-Roller Bereich. Aber auch an den 1$-Maschinen wird heftig gezockt. Ich hab eine Frau beobachtet, die in knapp 15 – 20 Minuten 1350 $ gewonnen und danach sofort wieder verloren hat. Sie hat mit 10$ pro Spiel jeweils das maximale Limit gespielt. Ich hoffe, ich hab da nicht mit offenem Mund gestanden. Ich hätte jedenfalls was anderes mit soviel Geld gemacht. Laut Berichten macht das Casino pro Woche 6-7 Millionen Dollar Umsatz. Hmm… war da mal nicht die Rede von einer Depression?

Trip7

Meine Favoriten waren die Old-Stlye-Slotmaschines, wo sich noch richtige Rollen drehen, und man einfach (?) nur drei Siebenen in Reihe braucht, um die Million zu machen. Obwohl ich ja befürchte, dass man an 1-Cent-Limit-Maschinen und dem Minimaleinsatz pro Spin keine Million machen kann, zumal auch den ganzen Abend über die Triple-Seven nicht kommen wollte. Aber so kann man immerhin mit ein paar $ einen ganzen Abend spielen. Hab auch andere Maschinen ausprobiert, aber ich stehe dann doch eher auf diese Dreh-ne-Rolle-Maschinen. Man kann neben Roulette, Baccara und den Slotmaschinen auch Videopoker, Craps  und ein asiatisches Würfelspiel namens Sic Bo spielen.

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Dresscode wie in deutschen Casinos gibt es nicht. Wenn man nicht gerade nackt herumläuft ist alles erlaubt. Man sieht auch sehr wenig gestylte oder overdressed Leute herumlaufen. Keiner schert sich um den anderen, NYC halt. Jeder macht soweit sein Ding, dennoch kann man hier und da durchaus einen netten Schnack mit seinem Nachbarn an einer der Maschinen führen. In der Mitte das Casinos befindet sich die Bar 360, wo neben der Live Musik, der ultra große HD TV zu überzeugen weiß. Der 9,24m x 5,28m Bildschirm hat schon was, und man weiß nicht so genau, ob man sich nun auf den Sänger mit der hohen Kopfstimme oder das Basketballspiel der Miami Heat gegen die Denver Nuggets konzentrieren soll.

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Alles in allem ein netter Besuch, und durchaus eine Wiederholung wert, wenn man grade Langweile hat oder in der Nähe ist. Wenn dann noch Raceday auf der Pferderennbahn ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man aus dem Casino einen super Blick auf die Strecke hat.

 

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