Wild Wild West

Der große Sommerurlaub der Jungs wirft seine lange Schatten voraus und in Absprache mit beiden soll ich hier mal unsere Planung vorstellen.

Schon weit im letzten Jahr hab ich mich zusammen mit Yan und Paul hingesetzt und mal geschaut, was man denn so machen könnte. Zunächst standen zwei generelle Routen zur Auswahl:

  • Rund um den Grand Canyon und
  • Der wilde Westen

Die Grand Canyon Tour hätte uns in Teilen auf die Reise von 2009 geführt. Mit der Ausnahme, dass wir den westlichen Abschnitt mit San Francisco, Pacific Coast Highway und Los Angeles ausgelassen hätten. Die „Wild Wild West“ Tour war zu Anfang ab Denver mit einem Abstecher in die Rocky Mountains, weiter zum Yellowstone Nationalpark und die große Prärie bis hin zu den Badlands und wieder zurück nach Denver geplant. Yan hat sich während der Zeit im Krankenhaus mehr oder weniger intensiv, ich denke eher mehr intensiv, mit den Touren beschäftigt und um Weihnachten herum den Wunsch geäußert, die „Wild Wild West“ Tour zu machen. Erstaunlich, da in der Grand Canyon Tour auch Las Vegas enthalten gewesen wäre und ich schon gehofft hatte, ich könnte im Hooters Casino Hotel ein Zimmer buchen zu können. Aber nun gut, die Casinos hätten wir eh meiden müssen und für das bisschen Glitzer und Glamour in den Abendstunden ist vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mal eine andere Reise wert. Weiterhin fand ich die Begründung von Yan, man könne bessere Fotos auf der „Wild Wild West“ Tour, insbesondere im Yellowstone Park machen, und er wolle unbedingt Mount Rushmore sehen, bemerkenswert. Nach kurzer Rücksprache mit Paul, der auch nichts dagegen hatte, fiel die Wahl also auf die „Wild Wild West“ Tour.

YSNP

Um ehrlich zu sein, freut es mich, dass wir so entschieden haben, da ich natürlich auch gerne was Neues sehe, und der Yellowstone scheint ganz spannend zu werden: Bisons, (Bären, Wölfe) Wildtiere, ein paar hundert Geysire, noch mehr Wasserfälle und Natur zum abwinken werden uns hoffentlich erwarten. Die Grand Canyon Tour, die mit Sicherheit auch super geworden wäre, hätte den Vorteil gehabt das ich mich (etwas) auskenne. Wie gesagt, ist nur verschoben. So uns denn der Yellowstone Vulkan nicht den Hintern wegbrennt.

Die Planungen für so eine Tour, gerade aus ein paar Gesichtspunkten auf die ich gleich noch zu sprechen kommen möchte, ist etwas aufwändiger und schon lange am laufen. Seit Ende Oktober habe ich beide Touren parallel geplant, um auf die beiden Möglichkeiten vorbereitet zu sein. Bei den Planungen versuche ich vor allem die Belange der Jungs mit zu berücksichtigen. Es soll Spaß machen und in keinen Stress ausarten. Dazu gehören Überlegungen, wo man die Tour startet, wie viele Meilen man an einem Tag zurücklegt, was man sich unterwegs anschauen muss oder sollte. Es muss zudem sicher sein und wir müssen auf ein paar Besonderheiten Rücksicht nehmen, wie z.B. im Besonderen Yanni’s Bein. Weiterhin sollte das Ganze auch in einem finanziellen Rahmen bleiben, mit allen Unternehmungen die man so machen möchte. Hat auch bei der letzten Tour super geklappt, muss aber auch sagen, dass meine beiden Mitreisenden und ich ein gutes Team bilden. Auch wenn jeder, mich eingeschlossen, mal seine 5 Minuten hat.

Da die gesamte Tour möglichst viel bieten soll, aber zugleich wenig Stress machen soll, ist es zum Beispiel schon wichtig für mich, wo man startet. Ich hatte mir überlegt in Denver zu starten und über die Rocky Mountains in den Yellowstone Park zu fahren. In der Detailplanung der Reise musste ich das Vorhaben leider knicken und umplanen. Die Anreise nach Denver ist unverhältnismäßig. Besonders, was die Reisezeit angeht: Es gibt keinen vernünftigen Direktflug von NYC nach Denver, der zu vernünftigen Preisen angeboten wird. Klar… jetzt kommt vielleicht wer daher, hebt den Finger und meint: „Die gibt es doch.“ Ja, natürlich. Gibt es. Aber nicht vom JFK. Sondern von La Guardia oder Newark aus. Und das gehört für mich nicht zu einer stressfreien Reise dazu. Wir sind von Capitol Manor in 30-40 Minuten am JFK. Taxi rufen, nach Mineola bringen lassen, kurzes Stück mit dem Zug, in den Air-Train und Ruck-Zuck ist man am Gate. Das ist wertvolle Zeit und für mich ein Stück Lebensqualität. Wenn wir nach Newark wollten, müsste ich erst mal überlegen, ob und wie wir da mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommen. Das wird schwierig und ist sehr zeitraubend. Mit dem Auto fahren? Klar. Geht. Aber, ich brauche im günstigsten Fall mindestens 1 – 1,5h um von hier nach Newark zu kommen. Wenn man die Verkehrssituation anschaut, sollte man eher mindestens 2 Stunden planen. Plus etwas Puffer. Dann muss ich den Wagen irgendwo in Newark für die Zeit parken. Das ist nur weit ab vom Flughafen halbwegs günstig, und kostet selbst da noch einen guten Dollar mehr. Lohnt also ein vergleichsweiser teurer Direktflug von Newark nach Denver? Nö. Ich meine nicht, weil ich die Gesamtanreise sehe und rechne und es den beiden Jungs so angenehm wie möglich machen möchte. Und wenn ich ehrlich bin, mir natürlich auch. Wenn ich es steuern kann, ist doch ein Team besser unterwegs, wenn es stressfrei unterwegs ist.

So werden wir also der eigentlichen Planung nach nicht in Denver, sondern in Salt Lake City starten. Von dort geht es, vorbei an den Ufern des türkisblauen Bear Lake in Richtung Grand Teton Nationalpark und Yellowstone. Dem Grand Teton und dem Yellowstone werden wir uns gut 4 Tage widmen, und ich hoffe, ich kann im Park selbst oder in Parknähe eine Blockhütte klar machen. Im Park selbst müssten wir dann zwar auf so was wie Fernsehen und Internet verzichten, aber das tut auch mal ganz gut. Planungsproblem zurzeit: Ich hab die geeignete Hütte noch nicht gefunden. Es laufen ein paar Anfragen im Yellowstone Park selbst, aber auch Gardiner, West Yellowstone und Cook City in Montana, als auch Island Park in Idaho sind mit im Fokus. Steht leider noch nicht fest. Im Yellowstone Park gibt’s ne Menge zu sehen, von den Geysiren über die Wasserfälle bis hin zu den Wildtieren wird uns hoffentlich das ein oder andere vor die Linse laufen. Backpackingtouren plane ich einige an, aber das kommt ganz auf die Verfassung von Yan an, was wir genau machen können. Planen kann ich erst mal die verschiedenen Touren.

Nordwesten

Über Cody und Buffalo geht es zuerst zum Devils Tower, bevor wir in Rapid City wieder einen längeren Aufenthalt haben. Diese längeren Aufenthalte, zwei oder mehr Nächte an einem Ort, finde ich gerade für die Jungs entspannend, da wir nicht jeden Morgen die Koffer wieder packen müssen, sondern für ein paar Tage einen festen Standort haben. Von Rapid City geht es in die Black Hills Region. Die Black Hills sind ein Mittelgebirge und waren einst heiliger Ort der Sioux und Cheyenne-Indianer. Neben dem oben genannten Devils Tower, werden wir Abstecher zum Mount Rushmore und zum Crazy Horse Memorial machen. Zwei weitere National Parks liegen in unmittelbarer Nähe: Der Custer State Park, benannt nach General Custer der sich hier mit den Sioux in den Haaren hatte, und der Wind Cave National Park, der neben (leicht begehbaren) Tropfsteinhöhlen, 400 freilaufende Bisons zu bieten hat. Ebenfalls nur gut eine Autostunde Richtung Osten liegt der Badlands National Park, der durch seine bizarren Sandsteinformationen hoffentlich zu gefallen weiß. (Und ich weiß endlich, wovon Bruce und Woodie Guthrie singen.)

Von Rapid City aus geht es durch Nebraska in Richtung Cheyenne, um einem Teil des alten Oregon Trails zu folgen, der die ersten Siedler von Osten nach Westen geführt hat. Von Cheyenne geht es über die Rocky Mountains und kleinen Abstechern in den ein oder anderen National Forrest wieder zurück nach Salt Lake City, und von dort zurück nach Capitol Manor.

Soweit die Planung bis jetzt, und wenn nichts Gravierendes dazwischen kommt, gibt es von der Tour bestimmt einiges zu berichten. Geplant sind zurzeit gut 14 Tage, aber wir haben ja noch Luft. Yan hat sich bereit erklärt, die meisten Bilder zur Verfügung zu stellen, und vielleicht schreibt er ja mal einen Gastbeitrag. Ich werde hier natürlich noch nicht jedes Detail der Planung verraten, da zumindest einer der beiden Mitreisenden mitliest, aber ich hab ähnlich wie bei der Dumbo-Tour ein paar Überraschungen geplant. So wussten die beiden zum Beispiel nichts von dem Abstecher zu den Amisch in Pennsylvania. Mal sehen, was hier so alles auf dem Weg liegt.

 

…. to be continued.

 

 

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