Gartenarbeit

Oder: Unser Dorf soll schöner werden.

Und da zurzeit kein Geld für etwaige Schönheitsoperationen vorhanden ist und auch mit einem Suizid nicht gerechnet werden kann, auch wenn das jetzt den ein oder anderen enttäuschen könnte, müssen also die weitläufigen Ländereien von Capitol Manor auf Vordermann gebracht werden. Nachdem mich im letzten Jahr zwei Mal der Blockwart des Örtchens erwischt hat, dass mein Gras im Vorgarten höher als 5 Centi 2 Inch war, achte ich penibel darauf, dass draußen alles schön und adrett ausschaut und nicht nur der Bewohner von Capitol Manor.

Ja, richtig gelesen: Blockwart. Ab Frühjahr, wenn die ersten Knospen sprießen und nach einem langen, hartem Winter das Gras langsam wieder anfängt zu wachsen, fährt ein Angestellter der Stadt durch die Straßen und schaut sich die Vorgärten an. Und wehe das Gras überschreitet die maximale Höhe von 5 Centi 2 Inch. Dann hast Du den an der Backe. Bei mir war es sogar so, dass die Stadt meinen Vermieter Claudio angerufen hat, was denn hier los sei. Der hat die Jungs auf der Stadt zwar beruhigt, nach dem Motto: „Der ist nur in Urlaub, nun haltet mal den Ball flach“, stand aber einen Tag später auf der Terrasse und hat sich erkundigt, ob alles ok sei. Zu dem Zeitpunkt war der Garten schon wieder gemacht, ich hatte nur vorher keine Zeit, weil ich mit den Jungs den Nordosten unsicher gemacht habe. Kann ich denn ahnen, dass das Gras hier so schnell wächst? Nun ja, Lessons learned.

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So ging es dann gestern dem Wein im Garten an den Kragen. Zur Unterstützung hab ich mir Paul dazu geholt, der bis dahin noch dachte, er würde hier Urlaub und seine Osterferien verbringen. Tja, das Leben auf einem Gut mit mehreren Hektar Land ist kein Zuckerschlecken und ich kann mir keine Mexikaner leisten, da ich ja für die OPs sparen muss. Wir haben dann kurzerhand den Entschluss gefasst, den Wein zu entsorgen. Paul hab ich aus Motivationsgründen zum Projektleiter ernannt. Er hat seine Aufgabe sehr gut umgesetzt und ward 4 Minuten 17 Sekunden nach Beginn der Arbeiten verschwunden und schaute nur ab und zu nach dem Fortschritt. Na, ok, nicht ganz so. Er hat schon gut mit angepackt und mit gut gemeinten Ratschlägen („Kann das nicht wer anders machen?„) unterstützt.

Der Wein musste aber auch weg. War mir schon lange ein Dorn im Auge und den besten Eindruck hat er auch nicht mehr gemacht. Die Erträge die der liebliche Chateau Capital du Manör abgeworfen hat, haben für ein gesichertes Einkommen auch nicht ausgereicht. Vielleicht hätte ich auf das Etikett nicht „Dry wine, pressed by feet“ schreiben sollen? Egal, neben dem erbärmlichen Erscheinungsbild hatte sich eine Art Parasitenpflanze in den Wein eingenistet. Vielleicht war die auch der ausschlaggebende Punkt für den schlechten Zustand des Weinstrauches an sich. Also haben wir den mal eben entfernt. Jetzt haben wir zwar mehr Platz im Garten, aber es fehlt auch eine wichtige Anlaufstelle für unseren B-Spielzug des Gartenfootballs. Müssen wir uns halt etwas Neues ausdenken.

Und da Bilder mehr als 509 Worte sagen: Hier ein kurzer Filmbeitrag, wie der Wein sein Ende fand:

2 thoughts on “Gartenarbeit

  1. Super, klasse Video. Mich würde nur interessieren, was du immer machst, wenn du links im Bild unten verschindest? Frische Luft schnappen? ;-)

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