Philadelphia

Pünktlich um 10:52 Uhr verlässt der Amtrak Zug Nummer 43 die Penn Station in New York. Es geht Richtung Philadelphia und in gut einer Stunde und 20 Minuten fährt man von New York nach Philadelphia. Mit dem Auto ist die Strecke NYC – Philly über den NJTP in der Zeit kaum zu schaffen. Zumal das Reisen mit dem Zug entspannter ist. Die einfache Fahrt von NYC nach Philadelphia kostet zwischen 50 und 75 Dollar. Etwas mehr, wenn man den Expresstrain nimmt. Für 50 Dollar geht es in der Economy Class nach Philadelphia, für 25 Dollar mehr fährt man in der Business Class. Dabei sind nur Sitze in der Business Class leicht unterschiedlich und man bekommt als Goodie eine Tageszeitung. Economy Class reicht für die kurze Strecke also alle mal aus.

Der Grund, warum ich den Zug nehme ist, der Zug selbst. Ich wollte immer mal mit der Amtrak fahren, einfach nur um zu sehen, wie sich hier ein anderes Reisen „anfühlt“. Die Strecke nach Philadelphia ist aus mehreren Gesichtspunkten interessant. Zum einen ist der Besuch der Stadt, die beinah (wieder) die Hauptstadt der Vereinigten Staaten geworden wäre, und als eine der Geburtsstätten der USA zählt (hier wurde die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben) sehr interessant, zum anderen kann man diese Tour auch mal an einem Tag machen. In Philly selbst braucht man nicht unbedingt ein Auto um von A nach B zu kommen.

Ein weiterer Grund, Philadelphia zu besuchen, war eine Ausstellung über und rund um Bruce Springsteen im Constitution Center. Ohne auf zu viele Einzelheiten der Exhibition einzugehen, es hat sich gelohnt. Fotografieren war natürlich verboten, ich konnte aber nicht umhin, die Originalzeilen von Promised Land zu knipsen.

Promised Land

Und mit Bruce Springsteen, resp. mit dem was er in seinen Texten beschreibt, gelingt auch ein Brückenschlag zu dem Amerika, welches man aus dem Zug sehen kann. Weit ab jener Glitzerwelt vom Time Square oder der 5th Avenue fährt man mit dem Zug praktisch durch den oder die Hinterhöfe Amerikas, und man sieht die Schattenseiten. Neben heruntergekommenen Häusern und Hinterhöfen, sieht man viele Ruinen von Fabriken oder ehemaligen Geschäftsgebäuden. Gerade in New Jersey, in den Regionen um New Brunswick und Trenton fällt das besonders auf. Man sieht, was im Argen liegt. Hier werden die Geschichten und Texte mehr oder weniger lebendig, obwohl einiges schon Tod erscheint. Die Bilder erzählen eine eigene Geschichte, die man vom Highway aus so nicht sieht.

This trainThis trainThis train

Neben Boston und Washington ist Philadelphia eine der Städte, die man besuchen sollte, wenn man sich etwas mit der Geschichte Amerikas auseinander setzen möchte. Erstaunlich ist erst mal die Tatsache, das Philadelphia mit 1,5 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt der USA und die zweitgrößte Stadt an der Ostküste, nach New York City, ist. Philadelphia war Ende des 18ten Jahrhunderts Hauptstadt der USA und 1776 wurde hier die Unabhängigkeitserklärung verkündet und unterschrieben. Später dann die Verfassung der Vereinigen Staaten beschlossen und verkündet. Rund um die Independence National Historical Park im Osten der Stadt, eingeschlossen von der Independence Hall und dem Constitution Center, findet man alles, was man über den geschichtsträchtigen Ort wissen möchte. Für schlanke paar Dollar kann man diverse Ausstellungen und/oder die Independence Hall besichtigen.

Im Westen der Stadt, oberhalb des Schuylkill River bietet sich der Besuch des Philadelphia Museum of Art an. Wer nicht unbedingt das Museum selbst besuchen möchte, sollte aber mal die berühmten Stufen zum Museum hochgehen. Berühmt insoweit, als das die Stufen sind, die Rocky Balboa bei seinem Training emporrennt und dann oben jubelnd die Arme in die Luft wirft. Ich hab mir eine Zeitlang die Touris angeschaut, die das nachgemacht haben. Ich wollte auch, war aber „Panderbär Po – like“ zu kaputt, um oben angekommen, die Arme hochzuwerfen.

Was ein bisschen strange ist: Am Fuße der Treppe ist eine Rocky Balboa Statue errichtet. Ich mein, es ist ein Filmcharacter. Der zwar in der Geschichte aus Philadelphia kommt, aber nie wirklich gelebt hat. Die Rocky Statue selbst sieht Sylvester Stallone ähnlich, der aber auch nicht aus Philadelphia stammt, sondern aus New York City. Ist das also eine Rocky- oder eine Sylvester Stallone-Statue? Egal, wir machen uns die Helden wie wir sie brauchen. Oder? Adriiiiiieeeeeen.

Von der Treppe des Museums of Art hat man aber auch einen super Blick den Benjamin Franklin Parkway herunter, der erst über den Logan Square geht und schliesslich an der City Hall hängenbleibt. Ein Spaziergang entlang es Parks am Benjamin Franklin Parkway zu City Hall lohnt sich auf jeden Fall.

Philly

Abschliessend bleibt zu sagen, dass sich die Fahrt mit dem Amtrak gelohnt hat. Man ist innerhalb kürzester Zeit in Philadelphia und somit bietet sich die Tour auch für einen Tagesausflug von New York City nach Philly an.

 

 

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