Bruce Springsteen at the Prudential

Wie, Du gehst schon wieder zu einem Springsteen Konzert?
Klar, warum nicht? Andere gehen doch auch jeden Sonntag in die Kirche.
 

Pünktlich, mit der üblichen guten Stunde Verspätung, betritt die E-Street Band das ausverkaufte Prudential Center in Newark, New Jersey, und beginnt mit “No Surrender” ein 3-stündiges Konzert der Extraklasse. Ein Konzert mit vielen “First’s” und Überraschungen.

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Das erste First: Bruce Springsteen spielt das erste Mal im Pru Center. Die Mehrzweckhalle dient hauptsächlich den Eishockeyspielern der New Jersey Devils und den Basketballspielern der New Jersey Nets als Spielstätte und ist heute mit gut 20.000 Zuschauern restlos ausverkauft. Tickets über Ticketmaster waren innerhalb von Minuten weg, aber wofür hat man StubHub. Leider ein sehr leidiges Thema, aber eben nicht zu ändern. Das es durchaus auch anders geht und man mal Glück haben muss, haben die anderen Vorverkäufe gezeigt. Das Pru Center liegt mitten in Newark, und das bringt erhebliche Probleme mit sich. So wurde der vorgebuchte “Yellow 2” Parkplatz nachher zum Green-irgendwas Parkplatz. Also am besten keinen Parkplatz vorbuchen, ausser man kennt sich aus, oder die Wegbeschreibung zum Parkplatz stimmt, was ich hier mal anzweifle.

Rund um das Pru Center die Augen aufzumachen lohnt sich auch. Eine Halle, die mit Sicherheit einige Mio’s gekostet haben dürfte, und den Namen eines großen Finanzunternehmens als Sponsor trägt, steht in unmittelbarer Nachbarschaft von geschlossenen Ladenketten und heruntergekommenen Läden, Häusern und Straßen. Um ehrlich zu sein, hier möchte ich (gerade Abends) nicht verloren gehen. Vielleicht tue ich Newark und der Nachbarschaft auch unrecht, ich habe ja nicht alles gesehen. Aber das, was ich gesehen habe, war aber Angesichts der Tatsache eines Springsteen-Konzertes, visueller Anschauungsunterricht. In den Straßen rund um das Pru Center werden die Geschichten aus den Liedern von Bruce Springsteen wieder einmal lebendig.

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Bei solchen Eindrücken kommen mir augenblicklich Textzeilen aus Atlantic City oder Death to my Hometown in den Sinn.

Well they blow up the chicken man in Philly last night
now they blew up his house too
Down on the boardwalk they’re gettin’ ready for a fight
gonna see what them racket boys can do
Everything dies baby that’s a fact
But maybe everything that dies someday comes back”
 
Atlantic City

Als absolut krasser Gegensatz dazu: Im Pru Center konnte man, neben Softgetränken und gefühlten 37 Biersorten, auch Wein bekommen. In Plastikbechern. Lecker. Bestimmt. Mutete aber komisch an, die Jungs zu beobachten, die einen randvollen Plastikbecher mit Wein balancieren, um bloß nichts vom Chateau de Swamps of Jersey zu verschütten. Ob Wein jetzt das richtige Getränk bei einem Springsteen Konzert ist? Ich weiß ja nicht. Ich fand’s komisch.

Zurück zum Konzert. Das nächste, absolut geile, First: Bruce spielt zum allerersten Mal überhaupt Bishop Danced in einer Fullband Version live. Ha! Und ich war dabei. Die einzige Liveaufnahme, die ich (oder langläufig “man”) kennt, ist von 1973. Der Song wird in einer Seeger-Session-Version dargeboten und ich freute mich tierisch, so eine Rarität mal miterleben zu können. Auf Bishop Danced folgt sofort das nächste First mit It’s hard to be a Saint in the city, das Tourpremiere feiert. Später folgt noch ein sehr spaßiges Talk to me als Request. Ein weiteres Highlight war das The Weight als Hommage an den kürzlich verstorbenen Drummer Levon Helm der Band “The Band”. Die Stimmung bei diesem Song ist kaum zu beschreiben, das muss man erlebt haben. 20.000 Menschen singen unisono:

“Take a load off Anny
Take a load for free
Take a load off Anny
And you put the load right on me”
 
The Weight
 

Rundum ein super Konzert und eine tolle Show mit vielen, für mich wichtigen, Songs. Neues, Altes und nie Gehörtes wechselten sich perfekt aufeinander ab, und Bruce hatte absoluten Spaß. Wir auch. Die Show war die Letzte in den Staaten für die nächsten drei Monate, wo es dann Mitte August weitergeht. Jetzt gibt es erstmal rund 30 Shows in Europa. Vielleicht geht ja doch der ein oder andere hin. Habt Spaß und lasst den Mann nicht fallen, der wird hier im September noch gebraucht. Etwas “traurig” stimmte mich heute diese Meldung:

“Jersey Girl” was on the printed set list (in the spot before “Tenth Avenue Freeze-out”) but was not played. “Tied That Bind” was also on the set list and not played.”

 

In diesem Sinne: We’re not done yet.

 

Setlist:

No Surrender (Lights up)
We Take Care of Our Own
Wrecking Ball
Badlands
Death to My Hometown
My City of Ruins
Bishop Danced
Hard to be a Saint in the City
Jack of All Trades
Candy’s Room
She’s The One
Shackled & Drawn
Waitin’ On a Sunny Day
The Promised Land
Talk to Me
The Way You Do The Things You Do
634-5789
The Rising
Lonesome Day
We Are Alive
Land of Hope & Dreams
The Weight
Rocky Ground
Born To Run (Lights up)
Dancing In the Dark
Rosalita (Come Out Tonight)
10th Avenue Freeze Out

Hier noch ein paar Videos von gestern Abend. Mehr kleine Erinnerungen für mich, aber vielleicht interessiert den ein oder anderen ja die Stimmung. “Bishop Danced” und “The Weight” hab ich mal als Highlights mit verlinkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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