Open Range

Oder: Mit Wyatt und Earp in den wilden Westen.

Von Odgen aus führt uns der Weg über die Interstate 15 vorbei am großen Salzsee, der Salt Lake City seinen Namen gibt. Angesichts der Temperaturen von 27°C morgens um kurz nach 8 Uhr mag man nicht glauben, dass das Gebiet rund um Salt Lake City zu den beliebtesten Wintersportgebieten in den USA zählt. Die Berge, die das Tal einschließen durch das wir zunächst Richtung Logan fahren, lassen das zwar vermuten, so recht vorstellen können wir und das nicht.


In Brigham verlassen wir die Interstate und fahren über die US 89 gen Norden. Je höher wir kommen, desto moderater wird die Temperatur und pendelt sich am Bear Lake auf gut 30°C ein. Angesichts des leichten Windes eine angenehme und trockene Temperatur. Nicht zu vergleichen mit den „muggy“-30°C in New York.


Leider hängt über dem türkisblauen Bear Lake etwas Haze. Die Fernsicht ist nicht so toll, wie wir uns vorgestellt haben. Dennoch ein nettes Fleckchen Erde.


Durch einige Inzestdörfer mit nur 109 Einwohnern und 20 Meilen drumherum Nichts, geht es am Ufer des Bear Lake nach Montpellier und Paris. Seine und Eifelturm werden durch den Snake River und einige Funkmasten ersetzt, und auch sonst sieht es eher wie USA West, anstatt „Stadt-der-Liebe“ aus. Ist hier auch ganz gut so.


Wenige Meilen vor Jackson halten wir an einer der Stromschnellen des Snake Rivers an, und schauen den Raftingbooten zu, die durch die Wellen gewirbelt werden. Schätze, da sind einige gute Bilder von Yannick dabei.



Da sich die Szenen mit den Booten nach einiger Zeit wiederholen, satteln wir den Subaru wieder und reiten nach Jackson.


Yeeeewhaaa … eine Westernstadt, wie man sie sich vorstellt, auch wenn hinter- wie vordergründig der Toursimus im Vordergrund steht. Egal. Ich find's gut, und Jackson erinnert mich genau an die Stadt, die auch in dem Film Jagdfieber zu sehen ist. Tourismus und deren Belange wird an dem nördlichen Eingangstor zum Grand Teton National Park und zum Yellkwstone groß geschrieben. Im Winter ein sehr beliebter Wintersportort, im Sommer Durchgangsstation für die vielen vielen Besucher der Parks.


So findet täglich um 18 Uhr auf dem Town Square ein Shoot-Out statt. Naaaa Ja. Geschichte war etwas abstrus: Die blonde, singende(?) Cat Balou besingt erst ihren toten Bruder, der von dem korrupten Bürgermeister in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde. Dann kommt bei einer Messerstecherei der obligatorisch überlegene Indianer, in diesem Fall ein Komanche, durch einen Rückenschuß ebenfalls um. (Was das mit Cat Balous Bruder zu tun hat, diskutieren wir drei noch.) Als nächstes versucht dann eine (wirklich nicht schlecht aussehende) Outlawbraut nebst Kumpanen die Stadt zu erobern. Das klappt aber nicht, weil in diesem Moment der gutaussehende Marshall ebenfalls auftaucht. Der liefert sich erst auf 10 Metern ein Feuergefecht mit den Outlaws, streckt diese mit seiner Winchester nieder, um dann vom korrupten Bürgermeister, wieder durch einen Rückenschuß, getötet zu werden. (Scheint damals normal gewesen zu sein. Rückenschuß. Wenn doch nur einer einen Hut-Rückspiegel erfunden hätte. Egal.) Die Geschichte endet dann damit, dass die blonde Cat Balou den korrupten Bürgermeister mit ihrem Colt niederstreckt und so ihren Bruder rächt. Zum Glück singt sie dabei nicht. Puhhh.


Ach so … Das Ganze spielt sich in knapp 10 Minuten ab. Länger ginge auch nicht, da die Zuschauer den Veranstalter wegen Tinitus verklagen würden. Die Pistolen- und Gewehrschüsse ähneln eher kleinen Sprengladungen. Wiederholungsgefahr sich dieses Spektakels noch mal anzusehen besteht nicht so wirklich.


Dagegen war der anschließende Besuch des wöchentlichen Rodeos von Jackson ein echtes Highlight. Neben Bullenteiten und Wildpferdreiten, stand einiges anders wie z.B. „Kälber einfangen“ auf dem Programm. Was Cowboys halt so machen. Sind einige hammerstarke Bilder von Yannick bei rumgekommen. Yan zeigt sich nachher nur erstaunt, als ich ihm erklärt habe, wie denn die Bullen wild gemacht werden um ihren Reiter abzuschütteln. Nicht wirklich die netteste Art der Manipulation. Aua … tut bestimmt weh, und ich kann so einen Bullen oder Hengst gut verstehen. Bei Paulchen hab ich mal drauf verzichtet ihm das heute zu erklären. Vielleicht besser so.


Ein paar mehr Bilder von heute gibt es bei Yannick zu sehen. http://www.flickr.com/photos/58032213@N02/


Zu den Bildern von Yannick: Auf Grund der vielen Aktivitäten auf dieser Tour, heute waren wir z.B. erst gegen viertel nach 10 im Motel, können wir nicht soviele Bilder am Stück hochladen, sonst ist er die ganze Nacht auf. Wir haben uns darauf verständigt, dass natürlich Bilder auf Flickr landen, aber nur einige ausgewählte. Sobald wir wieder zu Hause in New York sind, kommen dann weitere. Hoffe, das ist verständlich und ok. Und

ich kann jetzt schon sagen, dass noch einige Schmankerl warten, auf Flickr geladen zu werden.

 

Und hier noch die Tageszusammenfassung der YAP News. Hoffentlich ohne technische Probleme heute.

 

Die Links bitte kopieren, irgendwie klappt das (halbwegs) richtige Verlinken nicht.

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