Where the streets have no names

Von Vernal geht es heute zurück nach Salt Lake City. Was bis Park City, welches kurz vor Salt Lake City liegt, auffällt: Es gibt keinerlei Straßennamen. Alle Straßen tragen nur eine Nummer. 10600 West. Zum Beispiel. Selbst in den kleinen Inzestdörfern durch die wir kommen gibt es keine Main Street oder so. Nur Nummernstraßen. Zum Glück. Denn so fiel der Titel des Artikels heute recht einfach aus.

Den letzten oder wenn man den Rückflug morgen als letzten Tourtag sieht, den vorletzten Tag, lassen wir ruhig und gemütlich angehen. So wahnsinnig weit ist es von Vernal aus nach Salt Lake City nicht, und wir haben den ganzen Tag Zeit. Die Fahrt verläuft bis Herber City recht eintönig, die selben gelb-roten Felsen, die ich als sehr charakteristisch aus dem Süden von Utah kenne, begleiten uns wie die letzten zwei Tage schon bis Herber City. Erst hier, rund 50 Meilen vor Salt Lake City, wird die Landschaft wieder grüner. Die Fahrt gibt uns aber schon mal die Gelegenheit, über die nächsten Aktivitäten, in diesem Fall Urlaubsaktivitäten, zu schnacken und uns ein paar wirren Gedanken hinzugeben. Zumindest wären beide Jungs wieder dabei. Immerhin.

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Von Herber City aus wollten wir eigentlich „Off the beaten Track“ nach Salt lake City fahren, doch als die Strecke durch den Wald in den Bergen immer mehr in eine schlechte, sehr enge Schotterstraße übergeht, die Kurven immer enger werden und wir langsam die Baumgrenze hinter uns lassen, dünkt uns, dass das wohl nicht der richtige Weg sein kann. Und nach kurzem Prüfen, es gibt keinerlei Netz hier, entscheiden wir uns, die 8 Meilen wieder zurückzufahren. Ist wohl auch besser so. Irgendwie war die geplante Straße nicht da, wo sie meiner Planung nach hätte sein sollen. Sachen gibt’s. Aber es war immerhin ein letztes, sehr staubiges Abenteuer.

Leider bleibt uns also die Überquerung der Berge so verwehrt, aber die Strecke über Park City bietet auch einiges für’s Auge. Hier, mit Salt Lake City als Aushängeschild, wurden 2002 die olympischen Winterspiele ausgetragen und man hat einen schönen Blick auf die beiden Olympiaschanzen und die (heute grünen) Abfahrten. Salt Lake City nebst den nahe liegenden Städten zählt im Winter zu den beliebtesten Wintersportorten im Westen der USA. Von Anfang November bis Ende März ist hier Skihochsaison. Wir bekommen aber eher die heiße Seite von Salt Lake City mit. Auch heute klettert die Temperatur bis auf etwas über 91°F. Zum Glück ist es die bekannte trockene Hitze.

Vielleicht ist es an der Zeit ein kleines Fazit der Tour zu ziehen. In den knapp 15 Tagen haben wir gut 2700 Meilen (ca. 3500 km) zurückgelegt. 2700 entspannte Meilen. Es gab, bis auf einen kleinen Musikdisput, keinen Streß und ich habe tapfer einige neue Musikstücke kennengelernt und kann die mittlerweile fehlerfrei mitsingen. Sehr zum Leidwesen der beiden Jungs. Aber damit hätten sie rechnen müssen. Wer mir 832 Mal (ich hab mitgezählt) „Ai se eu te pego“ von Michael Teló auflegt, wird mit mitsingen nicht unter 82 Dezibel bestraft. Dann gab es noch einen Song, wo wir leider nicht mehr den genauen Titel kennen, weil wir immer „Am Sack von Udo“ rausgehört haben. Ein echter Agathe Power Song. Passiert.

Am Anfang hatte Paulchen eine kleine Erkältung. Ich hab die ihm dann die letzten 9 Tage abgenommen. So ’nen Husten/Schnupfen hatte ich schon seit Jahren nicht mehr. War aber gerade an den stinkenden Hot Pots im Yellowstone von Vorteil. Entweder hab ich nichts gerochen oder meine Nase wurde mal wieder frei. Yay.

Die Landschaft war, bis auf die letzten beiden Tage, grandios. Alleine die Farben und Formen, die wir im Yellowstone gesehen haben, werden ewig in Erinnerung bleiben. Die Bilder die Yannick gemacht hat, noch haben wir sie ja nicht alle gesehen, erzählen hoffentlich die ganze Geschichte. Ob die Filmaufnahmen alle was geworden sind, können wir erst später sagen. Da drücke ich uns mal die Daumen. Die Produktion der YAP News war für uns mal was Neues und die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, waren allesamt positiv. Hat uns auch Spaß gemacht, die tagtäglich zu produzieren. Auch wenn das Übertragen zeitweise Stunden gedauert hat, und wir die Qualität etwas runterrechnen mussten. Sonst wär die Übertragung des ersten Beitrages heute noch nicht abgeschlossen.

Zum Schluss ein ganz großes Lob an meine beiden Jungs. Es hat mal wieder großen Spaß mit euch als Team gemacht. Danke.

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Wie immer: Bilder von Yannick.

Und unsere YAP News Tageszusammenfassung. Viel Spaß.

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