Frankenstorm -Update-

Hope for the best and prepare for the worst.

Sandy kommt langsam näher, und die ersten Maßnahmen um die Sicherheit der Menschen in der Region zu gewährleisten treten in Kraft. Von heute Abend an geht im öffentlichen Nahverkehr nichts mehr. NYC schließt die Subway and Busse ab heute Abend 19:00 Uhr und auch die LIRR stellt den Betrieb ab 19:00 Uhr ein. Angesichts der Tatsache, dass Sandy erst am Montagabend irgendwo zwischen Washington DC und Boston auf Land treffen soll, erscheint das recht früh. Aber zum einen ist das Ausmaß des Sturms riesig, zum anderen benötigen die öffentlichen Nahverkehrsbetriebe einige Zeit, um alle Wagen, Züge und Busse sicher zu verstauen. Aus diesem Hintergrund macht der frühe Zeitpunkt die Services einzustellen durchaus Sinn.

Die Ausmaße von Sandy scheinen gigantisch. Das gesamte Sturmsystem hat einen einen Durchmesser von gut 750 km. Selbst wenn der Hurricane erst am Montagabend irgendwo auf Land trifft, kommt der Regen schon wesentlich eher, und wird hier und da schon für Überschwemmungen sorgen. Dazu kommt dann der Wind, der selbst am Rand des Sturmsystems Geschwindigkeiten von 70-90 km/h erreichen soll.

Sandy 3

Sandy wird natürlich mit Irene vom letzten Jahr verglichen. Dabei gehen die Wetterexperten davon aus, dass Sandy schlimmer werden soll als Irene vor einem Jahr. Damals hatten die Jungs und ich noch Glück hier auf Capitol Manor. Wir hatten „nur “ einen Stromausfall für 6 Stunden. Andere Teile der Nachbarschaft hatten für eine Woche keinen Strom. Ich hoffe sehr, dass der Strom nicht ausfällt, aber bei den offenen Verkabelungen hier weiß man nie. Genug Kerzen sind zumindest vorhanden.

Erste Evakuierungen im küstennahen Bereich sind angelaufen. Ich muss nicht evakuiert werden. Und hier in der näheren Umgebung werden auch keinen Scheiben verbarrikadiert, wie teilweise in den Nachrichten zu sehen. Diese Vorsichtsmaßnahmen werden hauptsächlich in sehr küstennahen Gebieten gemacht, wo sie uU auch sinnvoll erscheinen. Des Weiteren sind die übrigen Evakuierungen, von denen in den Medien berichtet wird, sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen und es handelt sich ausschliesslich um tiefer liegende Gebiete im Großraum New York und auf Long Island. Wer schon mal hier war, wird sich an die Ausflüge nach Long Beach oder Fire Island erinnern. Dort macht es natürlich Sinn, die bewohnten Gebiete zu evakuieren. Zumal mit einer 5-8ft (1,50 – 2,40 m) hohen Flut gerechnet wird. Hier mal eine Übersicht über die Evakuierungszonen:

Evac zone

Alles in der Zone A wird zurzeit evakuiert. Und erst zum zweiten Mal in der Geschichte von NY werden auch die Zone A Gebiete in Lower Manhattan evakuiert.

Bei dem Vergleich Sandy <-> Irene kommt bei mir immer die Frage auf: Ist das jetzt alles Panikmache? Nutzen die News-Sender das nur, um Einschaltquoten zu bekommen? Übertreibt die lokale Regierung ihre Maßnahmen mit Evakuierungen etc.? Ich weiß es nicht, kann aber auch meine amerikanischen Freunde hier in der Umgebung nicht verstehen, die sich mal so gar nicht vorbereiten. Wasser kaufen? Wofür? „Wir haben das jedes Jahr, zwei – dreimal. Mal ist es ein Sturm, dann ein Blizzard. Is‘ ja noch nie was (ernstes) passiert, wird schon gut gehen. Sagen die immer. Müssen se‘ ja machen. Sind ja bald Wahlen. … “ und so weiter. Die Einstellung find ich dann aber auch schon etwas bedenklich. Ich mein, ich verfalle jetzt nicht in Panik. Bin auch nicht 1000% so vorberietet, dass ich z.B. einen Koffer mit den wichtigsten Sachen gepackt habe, um im Falle eines Falles sofort „flüchten“ zu können (zumal sich noch die Frage stellen würde, ob man überhaupt von der Insel runterkommt. Ist ja bei normalen Verhältnissen schon ein Abenteuer für sich.), aber ich hab, so denke ich, zumindest das Wichtigste getan. Es einfach mit ein paar launigen Sprüchen abzutun, finde ich dann doch etwas zu lax.

To be continued …

 

3 thoughts on “Frankenstorm -Update-

  1. Die Story bekommt so richtig “Farbe”, wenn man sich dazu den Film “the Day After tomorrow” in Erinnerung ruft.
    Also, immer schön in der Bibliothek bleiben.

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