Up – Grand Canyon von oben

Oder: Wie löst man ein Zahlenrätsel?

Wenn 3 Jungs zusammen 418 Pfund wiegen, ist einer zu schwer. Yan und ich haben Paule dafür ausgemacht. Der kann sich grad nicht wehren.

So sollte der Artikel eigentlich anfangen. Aber, das ja nicht richtig und bei weitem nicht fair. Also noch mal:

Wenn 3 Jungs zusammen 418 Pfund wiegen und sich am 25.07. ab 10:45 für gut 30 Minuten auf einer Höhe von +6000 Fuß aufhalten, kann nur ein Hubschrauber mit im Spiel gewesen sein. Denn das war der Hintergrund der Zahlen. Heute ging es nach einem kleinen Frühstück zum Flughafen in Tusayan und mit einem Hubschrauber über und durch den Canyon.

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Die beiden Jungs wussten natürlich nichts davon. Um so größer waren ihre Augen, als wir auf einmal vor dem Abfluggebäude standen und links schon die abflugbereiten Hubschrauber zu sehen waren. Nach ein paar Formalitäten und nochmaligen wiegen, ging es los. Das Wiegen und die Gewichtsangaben im Vorfeld sind dafür gedacht, um festzustellen, wer wo sitzt, um einen gewichtsmäßig gut ausbalancierten Hubschrauber zu haben. Das nur der Vollständigkeit halber.

Vom Flughafen geht es über den Kaibab Forrest nach Westen in Richtung Hermits Rest. Die Eindrücke von oben sind noch mal gewaltiger, als wenn man nur am Rand des Canyon steht. So weit das Auge blicken kann, ist zuerst nur der typische Nadelwald zu sehen (hauptsächlich Pinien), der Canyon in seinen Ausmaßen ist erst eher nur zu erahnen. Dann ganz plötzlich lichtet sich der Wald, und man blickt gut 2 km in die Tiefe. Durch die Höhe und den Winkel der Perspektive kommen die Dimensionen des Grand Canyon noch mehr zur Geltung. Bei schönstem Sonnenschein und relativ klarer Luft, der Haze stört nur wenig die Sicht, hat man eine geniale Weitsicht. Schwer zu schätzen, aber ich denke, wir konnten den Canyon auf zig Kilometern Länge sehen.

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Weit, weit unten mäandert (Ha, das Wort war der wirkliche Grund für den Fluge, ich wollte das immer mal schreiben) der Colorado River durch den Grund des Canyons, und laut Dal,e unserer Hubschrauberpilotin, nimmt der Fluss auch heute noch Geröll und Schlamm mit und vertieft somit den Grand Canyon. Die Erosionen, Wind und der Fluss sind also noch nicht fertig mit dem Bau des Grand Canyon.

Der Flug führt uns quer über den Canyon zum North Rim. Dort beschreiben wir eine Rechtskurve und unterhalb des Rims geht es durch verschiedene Seitencanyons Richtung Osten. Ein paar Flugminuten folgen wir dem Colorado stromaufwärts. Heute durch zuviel Regen etwas bräunlich gefärbt, ist eigentlich ein sattes Grün die Farbe, die der Colorado haben sollte. Tief unten auf dem Fluss sieht man einige Raftingboote, die durch die Stromschnellen flitzen.

Dale erzählt und zeigt uns weiterhin viele Fußwege, die man vom Rand des Canyons gar nicht sehen kann. Diese Laufwege waren Wege der Indianer, die diese jahrelang als Geheimnis bewahrt haben und gegenüber ersten weißen Ankömmlingen nicht verraten haben. „Sollen die doch selber zusehen, wie die nach unten kommen.“ Erstaunlich fand ich noch die Info, dass es am Grund des Canyons bis zu 20° wärmer als am Rim ist.

Weiter östlich, etwa auf Höhe des Mather Points überqueren wir den Colorado wieder gegen Süden und steuern wieder den Heliport an. Nach einer sanften Landung hat uns nach gut 30 Minuten die Erde wieder und wir sind uns einig: Ein sehr geiles Erlebnis. Was ein bisschen verwundert, ist die gefühlte Geschwindigkeit. Vom Boden aus gesehen, sind die Hubschrauber sehr schnell. In der Luft hatten wir den Eindruck wir würden nur sehr langsam vorankommen. Obwohl wir gut 100 kn (=185 km/h) geflogen sind. Die Sitzverteilung im Hubschrauber war auch ok. Obwohl die Jungs in der Mitte saßen, konnten wir alles durch die großen Panoramafenster sehen. Zum Filmen war es sehr ruckelig, mal sehen was dabei rauskommt. Hauptsache, den Jungs hat es gefallen.

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Und eins steht seit heute fest: Die Midlife Crisis, auf die ich ja stündlich warte, wird dann doch nicht mit einem Motorradführerschein versucht zu verdrängen. Ne. Ich mach nen Hubschrauberführerschein. Ganz klar. Hatte ich einen Spaß.

Auch wenn es ein paar Dollar kostet, ein Flug durch und in den Grand Canyon ist es unserer Ansicht Wert. So auch Pauls erster Kommentar nach der Landung: „Können wir uns gleich noch mal anstellen und noch mal fliegen?“

So, ich bin in den letzten Jahren im Canyon gewandert und jetzt drüber und durch geflogen. Fehlt eigentlich nur noch eine Raftingtour durch den Canyon. Hm. Mal sehen.

Mit diesen Eindrücken ging es zum Hermits Rest. Eigentlich hatten wir, ok … ich, einen kleinen Hike rund um den Hermits Rest geplant. Leider hat uns ein aufziehendes Gewitter ein paar Blitze nebst Donner durch die Rechnung gemacht. So haben wir nur ca. 1 Stunde dort verbracht.

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Leider ist das iNet über Nacht nicht besser geworden, so müssen die Bilder des Tages von Yannick noch etwas warten. Wir hoffen, morgen Abend besseres iNet zu haben, dann gibt’s die Bilder der letzten Tage.

Beim Abendessen kam uns dann noch eine geniale Idee: Man könnte den Bride Angel Trail, anstatt ihn runter zu laufen, ja auch Downhill mit dem Mountainbike runterfahren. Dann in ein bereitstehendes Raftingfloß einsteigen und dann den Colorado weiter flussabwärts befahren. Sollte wohl gehen. Technisch gesehen. Und den einen oder anderen der das machen würde, kennen wir wohl auch. Vielleicht ist das ’ne Marktlücke?

Die YAP-News versuchen wir über Nacht wieder hochzuladen. Den Bits kann man dabei zusehen, wie sie über Leitung schleichen. Hat was von einem Aquarium: Ist sehr beruhigend.

Die YAP-News haben heute einen besonderen Outtake, der sich anzusehen lohnt. Zurzeit ist der Outtake so hoch im Kurs, dass er vielleicht sogar zweimal kommt. Hilarious.

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