Die Welt ist voller Hoodoos – Von Moab zum Bryce Canyon

Heute wartete eine etwas längerer Strecke auf uns. Von Moab ging es zunächst weiter nach Norden und dann ein kurzes Stück nach Westen, um dann wieder nach Süden zu fahren. Wenn es nach dem Navi gegangen wäre, wären wir vier Stunden über einen langweiligen Highway gecruised. Ok, mit 75 mph hätten wir da voll das Tier raushängen lassen können, aber wir hätten eine einzigartige Landschaft verpasst.

Kurz hinter Green River biegt man von der US70 zuerst auf die US24 ab, die dann ein paar Meilen weiter südlich in die US12 übergeht. Und die hat es landschaftlich in sich. Vieles im Land der beschränkten Unmöglichkeiten scheint, oder ist vielleicht auch, übertrieben. Aber die Beschreibung der US12 stimmt mal 100%. Dafür lege ich mein Traveller-Ehrenwort in die Waagschale. “A Journey through time” ist ein Slogan der den Highway mit der Nummer 12 beschreibt. Stimmt.

Die Landschaft ist einfach atemberaubend und eigentlich sollte man sich viel mehr Zeit nehmen. Wir lassen es demzufolge langsam angehen, die Straße verläuft über die ersten Meilen hinweg schnurgerade. Ich kann mir sogar in Ruhe die Nase putzen, da einer meiner Copiloten das Steuer sicher festhält (für ein paar Sekunden. Wette, er erzählt “nachher”, er wäre Auto gefahren.)

Die Landschaft die wir dabei an uns vorbeiziehen sehen, könnte meiner Ansicht nach auch so auf dem Mond existieren. Was mich in meiner Vermutung bestärkt, die ich vor Jahren schon mal hatte, als ich hier das erste Mal runtergefahren bin: ’69 waren die nicht auf dem Mond. Das ham die hier inszeniert. Glaub ich.

Wenig später geht es in die Berge um Boulder, Utah. (Ich schreib das mal so, weil wenn jemand die Strecke nachfahren oder -schauen will, sollte er das richtige Boulder finden. Denn Boulder gibt’s hier zigmal. Scheint so das Neuenkirchen der USA zu sein. Oder so.) Wir müssen bis auf gut 3000 Meter fahren um über dem Berg zu kommen. Grandiose Ausblicke und die daraus resultierenden Bilder von Yan (hoffentlich) später auf seinem Flickr-Account.

Wir durchfahren zunächst ein paar Inzestdörfer und ich meine zu Yan, dass ein Jugendlicher hier ja auch nicht das leichteste Leben hätte. Überraschend die Antwort, dass er sich das nicht so schlimm vorstellt. Er hätte ein Quad und eine Enduro und würde durch die Berge heizen. So kann man das auch sehen.

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Durch den Capitol Reef NP geht es weiter über ein Hochplateau durch die Grand Escalante-Staircase Region, unserem heutigen Ziel Tropic entgegen. Tropic liegt unterhalb des Bryce Canyons, und jetzt wo ich das hier schreibe, kann ich noch die letzten Hoodoo-Spitzen erkennen. Die Sonne ist zwar schon fast ganz untergegangen, aber ich blicke praktisch an jenen Ort, den wir vor ein paar Stunden besucht haben.

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Damit kommen wir auch schon zu einer kleinen Besonderheit des Bryce Canyon: Er ist an und für sich gar kein Canyon, sondern bildet die Abbruchkante eines dahinterliegenden Hochplateaus. (Soll sich niemand beschweren, er würde hier nix lernen.)

Der Bryce an sich gehört für mich immer noch zu den faszinierendsten Parks hier in der Region. Worte alleine können die Stein/Felsformationen gar nicht beschreiben. Yan meinte, sie sähen aus wie Spargelspitzen. Ich denke, auch da sprechen Bilder besser als Worte. Und ihr seht nachher Bilder auf Yan’s Flickr.

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Mal sehen, ob und wie die News heute so kommen. Scheint ja immer was spannend zu sein, da wir heute feststellen mussten, dass der News Beitrag von gestern mal eben das Outtake “vergessen” hat. Ist einfach nicht da. Schockschwere Not. Wenn geht, übertrage ich noch mal später. Muss ja mal irgendwann klappen.

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