#BillyJoelMSG – It’s Still Rock and Roll to Me

This is the time to remember
‚Cause it will not last forever
These are the days to hold on to
‚Cause we won’t, although we’ll want to

Diese Textzeilen aus „This is the time“ passen immer. Es ist immer genau die Zeit, an die man sich erinnern sollte. Halten wir also ein paar Augenblicke von Montagabend fest.

Montagab12332593054_97d6e3a18a_oend spielte Billy Joel ein typisch hervorragendes Konzert im Madison Square Garden. Warum sollte man sich bei dem Wetter zur Freiheitsstatue schleppen oder in endlosen Schlangen warten, bis man aufs Empire State Building kommt, wenn die neue Attraktion im renovierten Garden spielt? Zugegeben, an Tickets zu kommen ist die erste sportliche Aufgabe. Aber wenn man das, mit ein bisschen Glück, geschafft hat, gibt es kaum ein vergleichbares musikalisches Event im Herzen von New York. Nach nur zwei Konzerten hat sich das neue Franchise Billy Joel – Madison Square Garden vollkommen etabliert, wenn man sich den Run auf die Tickets und die in den nächsten Monaten ausverkauften Shows ansieht. Auf normalem Wege Tickets zu bekommen, also über normale Ticketverkaufstellen, ist bis in den August hinaus nicht mehr möglich. Jede Show der kommenden Monate ist ausverkauft.

Billy Joel, geboren in der Bronx und gar nicht weit weg vom Manor in Levittown (Hicksville) aufgewachsen, wird nicht zu Unrecht als „Long Island’s venerated native son“ bezeichnet. Viele seiner Songs erzählen vom Leben und Umständen gleich hier aus der Nachbarschaft. Man kann sich also sehr einfach mit dem was er zu erzählen hat identifizieren, teilweise sogar sagen, „Yep. Da war ich schon.“ Da sei zum Beispiel „Downeaster Alexa“ (welches am Montag auch gespielt wurde) erwähnt.

And I’m cruising through Block Island Sound
I have charted a course to the Vineyard
But tonight I am Nantucket bound

We took on diesel back in Montauk yesterday
And left this morning from the bell in Gardiner’s Bay

Das ist hier gleich um die Ecke. Kann man hinfahren und mit dem ein oder anderen war ich da auch schon mal. Hm, so was wie lebende Geschichte, zumal man (leider) mitbekommt, wie und was hier ökonomisch abgeht und passiert.

Was wurde im Vorfeld über das neue Franchise Joel – MSG gemeckert und geschrieben? Viele Kritiken, die ich nicht verstehen kann, kamen aus der Richtung „Soll das jetzt ein neues Las Vegas werden?“ (In Anspielung an Auftritte von Celine Dion, Brittney Spears oder Garth Brooks in Las Vegas.) „Er (Joel) solle mal viel lieber durch die ganze Welt, zumindest die Staaten touren, anstatt nur Konzerte in New York zu geben.“ Nun, ich kann sagen, mir gefällt das Arrangement außerordentlich gut. Aber das mag nur meine Sicht der Dinge sein. Zumindest die Mach-Mal-Ne-Tour-Rufer wurden ruhiggestellt, denn zu den monatlichen Shows in New York, tourt er bis zum Sommer durch verschiedenen Städte hier in den Staaten.

Doch zurück zur Show am Montag. Die zweistündige Show enthielt viele Mainstreamsongs, als auch einige Highlights, die auf seinen anderen Touren nur sehr wenig gespielt wurden, wenn überhaupt über die letzten Jahre. Darunter zum Beispiel Songs wie „Everybody loves you now„, „Vienna“ oder „Captain Jack„. Zu diesem Song sagte er: „Den hab ich schon Ewigkeiten nicht mehr (live) gespielt. Was ein krankes Lied. Wer hat das bloß geschrieben?“ („I haven’t done that one in a dog’s age. That’s a sick song … who wrote that?„)

Garden Panorama

Überhaupt war er sehr gut drauf und machte den ein oder anderen Spaß. So spielte er auf seine (hoffentlich nicht mehr vorhandenen) Probleme mit Alkohol an. „I’m not drunk. That’s how I look like. I was born that way.“ Zu den Leinwänden zeigend … „That’s how my father looked like. Hi Dad.“ Ich hatte zumindest sehr viel Spaß und fühlte mich eher in einer kleinen Bar, als im vollbesetzen Garden mit 20.000 anderen Leuten. Jeder Song wurde kurz vorgestellt, aus welchem Jahr er stammt und auf welchem Album er veröffentlicht wurde. Da realisiert man dann, wie lange man die Musik schon kennt, hört und mag. Nach dem Konzert hab ich für mich mal ein bisschen recherchiert. Das erste Mal habe ich Billy Joel vor gut 26 Jahren gesehen. Neben der Vorstellung der einzelnen Songs gab es hier und da noch eine Anekdote. Zu „This is the time“ erzählte er, dass das zu einem Prom-Song geworden ist. Um sich dann über sich selbst lustig zu machen, indem er erwähnt, dass er nie seiner eigenen Prom beigewohnt hat, da er keinen Abschluß hat.

StageJoel feiert diese Jahr sein 50stes Bühnenjubiläum. Zudem wird er am 9ten Mai 65 Jahre alt und feiert das mit einem Konzert im Garden. Jetzt rat mal, wer dafür eine Karte hat? Sein 50jähriges Bühnenjubiläum fällt auch mit dem Beatles-Jubiläum zusammen. Vor 50 Jahren sind die Beatles erstmalig in der Ed Sullivan Show aufgetreten. Das (und sein bevorstehender Geburtstag) war wohl auch der Grund, warum er ein paar Beatles Songs am Montag spielte. Unter anderem „When I’m 64“ und „A hard days night„. Letzteres eingebettet in „River of dreams„. Sehr geil gemacht, muss ich sagen. Natürlich, und wie erwartet, ging das Publikum bei Klassikern wie „Miami 2017 (Seen the Lights Go Out on Broadway)“ und bei einer der heimlichen Hymnen New York’s „New York State of Mind“ steil.

Bevor die rockigen Zugaben gespielt wurden hatte er noch einen Rat parat. „Don’t drink and drive.“ „Do what I do. Drink and have a chauffeured limousine.“ In diesem Sinne: Es kommen noch Monate und somit neue Shows und ich weiß, wer auch dabei ist. Ohne Chauffeur.

Hier noch die Setlist, für die die es interessiert:

Miami 2017 (Seen the Lights Go Out on Broadway)
Pressure
This Is the Time
When I’m Sixty-Four – Beatles Cover
Everybody Loves You Now
Vienna
Zanzibar
And So It Goes
Allentown
A Room of Our Own
The Night Before – Beatles Cover
The Downeaster ‚Alexa‘
Movin’ Out (Anthony’s Song)
New York State of Mind
She’s Always a Woman
Captain Jack
River of Dreams/A Hard Day’s Night – Beatles Cover
Scenes From an Italian Restaurant
Piano Man

Encore:

Big Shot
It’s Still Rock and Roll to Me
You May Be Right
Only the Good Die Young

 

 

 

 

 

 

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