Maine

“Sail on!” it says, “sail on, ye stately ships!
And with your floating bridge the ocean span;
Be mine to guard this light from all eclipse,
Be yours to bring man nearer unto man!

– The Lighthouse – (by Henry Wadsworth Longfellow)

Wir wissen natürlich nicht, wie Henry das Portland Head Lighthouse irgendwann im Spätherbst 1860 gesehen hat, als er sein berühmtes Poem “The Lighthouse” geschrieben hat, aber für uns war es die Routenänderung absolut wert. Eigentlich war der Besuch vor über einer Woche geplant, aber da sind wir lieber an Portland vorbei gefahren, um am Speedway die Hauler-Parade zu sehen. Und da wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit voraussagen konnten, dass das Lighthouse nicht wegläuft, stand das zum Abschluss des Tages auf dem Programm. Dafür musste die geplante Route nur etwas geändert werden. Anstatt wie geplant in Auburn, sind wir heute halt in Portland. Macht auch auch nur etwas im Motelpreis bemerkbar. Muss man halt flexibel sein.

Bevor wir aber am Abend Portland erreichen, ist das Wetter morgens in Bar Harbor so weit aufgeklart, dass wir erst noch einen Abstecher auf den Cadillac Mountain machen. Der höchste Punkt Maines bietet einen schönen Blick über den ganzen Acadia Nationalpark. Vorgestern haben wir nur die vier Meter vor uns die Straße gesehen, bei der Fernsicht nur den wabernden Nebel. Heute konnten wir uns zumindest einen besseren Eindruck darüber verschaffen, was wir leider nicht sehen konnten. Man hat wirklich einen schönen Blick über den Park, und dass wir auf ca. Nebelhöhe oder Wolkenhöhe standen, hat nur wenig gestört. Wie gesagt, muss man noch mal wiederkommen.

Zweites Highlight auf dem “Gipfel”, neben dem Blick, war die Familie die mit ihrem iPad Bilder machte. Herrlich. Um sich das vorstellen zu können: Ältere Dame, die Großmutter vermuteten wir, wird in Position gestellt. Jüngere Frau, die Tochter wohlmöglich, sagt: “Jetzt mach doch mal ein Gesicht, als wenn schönes Wetter wär.” O-Ton: “Smile like it’s a sunny day.” Noch mal: Herrlich. Wir hatten uns allerdings gut unter Kontrolle und sind nicht gleich auf dem Gipfel lachend zusammengebrochen. Vielmehr haben wir uns auf dem Weg runter vom Berg vorgestellt, wie man wohl schauen muss, um aus einem Regentag einen sonnigen Tag zu machen. Nur mit’em Gesichtsausdruck und dicken Nebel/Regenwolken im Hintergrund. Ok, ok, ok, das man als Bilderknipser mal nicht drauf achtet, dass eins der Models die Augen zu hat, kann mal passieren. Oder? Hm?

20140717-223122-81082836.jpg

Von Bar Harbor geht es dann an der Küste von Maine runter nach Süden. Durch Städte wie Bucksport, Belfast, Camden und Rockland führt uns der Weg über Brunswick nach Portland. Und wir fahren dabei durch eine sehr geile Landschaft. Alle paar Meter überquert man einen kleinen oder großen Fluß, während auf der linken Seite immer wieder die zerklüftete Atlantikküste Mains durch die Bäume blitzt.

Den ersten Stop legen wir am Penobscot River ein. Einst war der Penobscot so verschmutzt, dass es vom Fluß hieß, er sei “zu schmutzig, um sich darin zu waschen, aber zu flüssig, um darauf zu gehen.” Hat man aber in den Griff bekommen, und mittlerweile zählt Lachsfischen zu den (touristischen) Angeboten. Hoch über dem Penobscot thront Fort Knox. Leider und allerdings nicht das mit dem vielen Gold drinne. Sonst wär das einen längeren Besuch wert gewesen. Das mit dem Gold ist in Kentucky und seit Gerd Fröbe da mal drüber geflogen ist, kann man das nicht mehr so einfach besichtigen. Schade aber auch, wär mal eine Tour wert gewesen. Nun gut, wir sind eh grad nicht in Kentucky sondern in Maine und unsere zu hebenden Schätze, sind weiterhin die zahlreichen Geocaches. Das Gute daran: Die Jungs sind mal einfach aus dem Auto zu bekommen, um sich was anzuschauen. Besonders der Jüngste im Bunde ist so einfacher zu motivieren. Perfekt. Das nicht so Gute: Einmal auf den Geschmack gekommen, soll nun jede Cache gehoben werden. Aber dann bräuchten wir 22 Stunden Tageslicht. Aber auch so greifen wir viele Cache ab. Den Besten, so finde ich, auf einem Homedepot Parkplatz, versteckt in einer Parkplatzleuchte.

So vergeht die Fahrt runter nach Portland wie im Flug. Immer dabei meine beiden neuen Lieblingslieder. U-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h. Kennt ihr Mickie Krause’es Adaption von “Was sollen wir trinken, sieben Tage lang?” Kennt ihr? Nicht? Googlet mal. Muss noch mal das von vorher aufgreifen: Herrlich.

Zur besten goldenen Stunde erreichen wir dann das Portland Head Light. Sehenswert. Sehr sehenswert. Und da die Schlechtwetterfront lange vorbei genebelt ist, schönster Sonnenschein.

20140717-230757-83277738.jpg

Portland Head Light ist der älteste Leuchtturm von Maine und so um die 20 Meter hoch. Von seiner Rückseite hat man einen schönen Blick in die Bucht von Portland und auf Portland. Wenn ihr mal in der Nähe seid, unbedingt einen Besuch einplanen.

20140717-231339-83619272.jpg

Unseren heutigen News sind wieder mit Moose.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.