Der sicherste Wagen der Welt …

Max II… ist ein Dodge Grand Caravan. Zumindest, wenn man draußen steht, und die Schlüssel drinne liegen.

Was war passiert? Nun, wir brauchten neues Gas für den Grill. Also sind Paul und ich eben zum Home Depot gefahren um die alten Flaschen umzutauschen und neue mitzunehmen. Dass das beim Home Depot mit den Gasflaschen immer was dauern kann, wusste ich aus vorherigen Umtauschaktionen. Es darf nämlich nicht jeder die Gasflaschen aushändigen. Dazu benötigt es einen dementsprechend ausgebildeten Mitarbeiter. Wusste ich auch. Man bezahlt also erst mal seine Gasflaschen im Gartencenter, bekommt einen Bon ausgehändigt, verfolgt wie der Mitarbeiter an der Kasse den speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger ausruft und trottet dann gemütlich, weil es immer was dauert bis der speziell ausgebildete Gasflaschenaushändiger erscheint, an die andere Seite des Home Depots zur Gasflaschenaushändigungsstelle und wartet dort auf den speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger.

So auch heute. Nur, dass es Paulchen etwas zu lange dauerte auf den speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger zu warten und er fragte, ob er den den Football aus dem Auto holen könne.

Können wir doch ’nen bisschen werfen, solange wir auf den (speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger) Mann warten.

Bekommst Du denn die Klappe wieder zu? Wenn die ganz oben ist, kommst Du nicht mehr dran.

Klar, kein Problem, bin doch kein Baby mehr. Ich halte die Klappe fest, die geht gar nicht bis ganz oben.

Ok, hier ist der Schlüssel. Pass auf, wenn Du da rüber läufst.

Da ich sowohl den Wagen, als auch Paul im Auge hatte, und es nicht sehr weit bis zum Wagen war, kein Problem. Paul holt also unseren Football. Können wir uns etwas die Zeit vertreiben, bis der speziell ausgebildete Gasflaschenaushändiger kommt, um uns die Gasflaschen zu tauschen. Wie ich Paul dabei beobachte wie er das Auto aufmacht, die Klappe mit der einen Hand festhält und mit der anderen den Football angelt, kommt der speziell ausgebildete Gasflaschenaushändiger um die Ecke. Nur, dass es diesmal nicht ein wirklich speziell ausgebildeter Gasflaschenaushändiger war, sondern der Mensch von der Kasse, wo wir eben noch bezahlt hatten. Er meinte, dass er so schnell keinen speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger auftreiben konnte. Er hätte zwar vier mal einen ausgerufen, aber die wären alle irgendwie anders beschäftigt. Er dürfe das zwar nicht machen, da er nicht die spezielle Gasflaschenaushändigerausbildung hätte, aber er würde mal ’ne Ausnahme machen. Während er mir also noch erzählt, dass er das eigentlich ja nicht machen dürfte, steht ein in Tränen aufgelöster Paul neben mir. Er hätte den Schlüssel im Auto gelassen, die Klappe zugemacht, und die Klappe ginge jetzt nicht mehr auf.

Puh, kein Problem, lösen wir gleich. Erst mal den Kleinen beruhigt und getröstet, der sich gar nicht mehr einkriegen wollte, nebenbei mit dem nicht speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger geschnackt, der wiederum mit den tränenüberströmten, schluchzenden Paul, den ich grade trösten musste, über die Jets schwadronieren wollte, weil Paul seine Jets Cap auf dem Kopf hatte. Internationales Multitasking. Gaaaanz ruhig. Auto ist zu, da kann ja nu erst mal nix mehr schief gehen. Paul ist wieder halbwegs beruhigt, der Football gesichert, also erst mal um die Gasflaschen kümmern. Der nicht speziell ausgebildeten Gasflaschenaushändiger hat allerdings auch nicht gleich geschnallt, dass Paulchen grad nicht mit ihm über die Offense der Jets schnacken wollte. Egal, hat zumindest dazu beigetragen, Paul etwas zu beruhigen.

Wieder am Auto angekommen wird die Ahnung und Befürchtung von Paul Gewissheit: Auto ist zu. Und kein ruckeln und rütteln an irgendeiner Tür verspricht irgendeinen Erfolg. Das geht so nicht auf. Auch das zweimalige Treten an den rechten hinteren Reifen hat nicht wirklich geholfen. Der Schlüssel liegt gut sichtbar, aber leider unerreichbar, im Heck. Nu‘ ist guter Rat teuer. Erst noch mal Paul beruhigen, der sich schwere Vorwürfe macht. „Nicht so wild, bekommen wir hin.“ (Irgendwie).

Ich spiele in Gedanken verschiedene Möglichkeiten durch. Gleich ein neues Auto kaufen erschien mir da zwar interessant, aber doch als die kostspieligste Variante. Eine Scheibe einschlagen wäre vielleicht auch noch gegangen. Mal sehen, wie schnell die Cops dagewesen wären. Falls sich wer fragt: Ja, es gibt natürlich einen Zweitschlüssel für den Wagen. Nur der hätte auch nicht viel geholfen, weil der liegt zu Hause im auf Capitol Manor. Und Capitol Manor ist auch grad mal zu, weil der Schlüssel zum Anwesen mit am Schlüssel des Autos hängt. Klarer Fall von Catch 22.

Mit Hilfe von Tom (Danke noch mal) und Google finden wir dann einen Schlüsseldienst. Eigentlich zwei. Aber der erste angerufene Schlüsseldienst wollte nicht kommen. Äh? Ja. Warum auch immer, anschliessende Recherche hat ergeben, der war nur knapp 1,5 Meilen vom Home Depot entfernt. Flugs, ok nicht ganz so flugs, einen zweiten Schlüsseldienst ermittelt und dort angerufen.

Klar, wir kommen vorbei. Kostet auch nur nen‘ Apple und Ei. Wie erkennen wir euch denn?

Wir sind die beiden Jungs, die in der Nähe eines taubengrauen (ok … ich hab blau gesagt) Dodge Football spielen.

Gelächter am anderen Ende der Leitung und ungeschlagene 10 Minuten später hält auch schon der Kastenwagen von Install „A“ Lock neben uns, und 17 Sekunden später ist der Dodge wieder auf, und wir halten unseren Schlüssel wieder in der Hand. Das aufmachen erinnerte etwas an David Copperfield. Ich dacht‘ noch so, „Das schaust Du Dir jetzt mal an, damit Du Du mal weißt wie so was funktioniert.“ Pustekuchen, ich hab nix mitbekommen. Jerry unterhält sich mit mir, und kaum das ich es irgendwie bemerke, schlupps ist der Wagen offen. Voll das Ablenkungsmanöver.

Im anschliessenden Gespräch stellt sich heraus, Jerry heißt Schmitt mit Nachnamen und hat, wie kaum anders zu erwarten, deutsche Vorfahren. Er zeigt Paul noch zwei drei Griffe, wie er einen Baseball zu werfen hat. Der ist aber erst mal nur froh, dass wir keine Scheibe einschlagen mussten und kann schon wieder fröhlich schauen.

Auf der Fahrt nach Hause überleg ich mir, ob ein iPhone 4S nicht doch eine lohnenswerte Anschaffung wäre. Grade für solche Fälle. Die Suche nach Schlüsseldiensten über Telefon und Google erschien mir, auch mit Hilfe von Tom, wesentlich schwieriger, als hier in der Apple iPhone Werbung. Siri sei Dank. Oder?

 

 

 

 

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